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Stand:15.09.2022

Getreide- und Ölsaatenmarkt: USDA-Bericht September 2022

Wieder einmal ging es an den Warenterminbörsen vor der Veröffentlichung der USDA-Zahlen turbulent zu. Positionsglattstellungen sorgten im Vorfeld des Berichtes für einen kräftigen Preisaufschwung beim Weizen. Auch die Erwartungen geringerer Maiserträge boten den Preisen Unterstützung. Für die Sojabohnen wurden dagegen Produktionssteigerungen in den USA erwartet. Das sorgte für Druck auf die Kurse. Die Erwartungen wurden jedoch nicht erfüllt. Wir haben die Ergebnisse im Folgenden zusammengefasst:

Getreideernte
GetreideernteWalter Hollweg
Weizen: Weizenproduktion für Russland nach oben korrigiert. Globale Endbestände steigen, EU-Endbestände gesunken.

Produktion: Die Analysten des US-Agrarministeriums korrigierten die globale Weizenproduktion deutlich nach oben auf 783,9 Mio. t. Das entspricht einem Plus von über 4 Mio. t zum Vormonat. Insbesondere für Russland wurden die Zahlen weiter erhöht. Demnach beläuft sich die russische Weizenproduktion auf 91 Mio. t und übersteigt damit die August-Schätzung um weitere 3 Mio. t. Sowohl die Anbaufläche, die Erträge als auch die Produktionsmenge werden neue Rekordzahlen erreichen. Auch für die Ukraine erhöht sich die Ernteschätzung um 1 Mio. t auf 20,5 Mio. t.

Verbrauch, Endbestände: Nicht nur die Produktion sondern auch der globale Verbrauch ist nach Schätzung der US-Experten weiter gestiegen. Dieser erhöhte sich um über 2 Mio. t auf 791,02 Mio. t. Die Endbestände steigen im Vergleich zur letzten Schätzung auf 268,57 Mio. t an. Die Vorjahresmengen werden damit jedoch deutlich verfehlt: 21/22 275,67 Mio. t; 20/21 290,55 Mio. t. Deutlich geringere Endbestände wurden für die EU geschätzt. Diese rutschten von 10,2 auf 9,5 Mio. t zurück.

Erwartungen für die Ukraine:

Die Produktion in der Ukraine wurde um 1 Mio. t auf 20,5 Mio. t. nach oben korrigiert. Die Exportmenge bleibt unverändert bei 11 Mio. t. Ein leichter Anstieg wird aufgrund der höheren Produktion für die Endbestände erwartet.  Diese sollen sich nun auf 4,7 Mio. t belaufen.

Reaktionen an der Börse: Mit den höheren Produktions- und Endbestandszahlen gerieten die Kurse an den Warenterminbörsen erneut unter Druck. US-Weizen fiel um über 1% auf 858 ct/bu zurück. An der Matif schloss der Dezember-Weizen bei 335,50 EUR/t.

 

 

Mais: US-Maisproduktion sinkt deutlich; höhere Ernteerwartung für China, die Ukraine und Kanada. Globale Endbestände sinken.

Produktion: Wie erwartet wurde die US-Maisproduktion deutlich nach unten korrigiert. Im Vergleich zum Vormonat sinkt sie um 10,5 Mio. t auf 354,2 Mio. t. Mit dem ebenfalls geringeren Verbrauch fällt das Minus bei den Endbeständen jedoch nicht ganz so groß aus. Diese sollen um 4,3 Mio. t auf 30,9 Mio. t zurückgehen. Für die EU sinkt die Ernteerwartung um 1,2 Mio. t auf 58,8 Mio. t (Vorjahr 70,98 Mio. t). Ausschlaggebend sind dafür geringeren Ernten in Frankreich, Rumänien und Deutschland.

In anderen Ländern werden aber auch höhere Ernten erwartet: Hier werden zum Beispiel China, die Ukraine und Kanada genannt.

Endbestände: Die geringere Ernteerwartung im Hauptproduktionsland USA führt zu weiter sinkenden Weltendbeständen. Diese fallen auf 304,5 Mio. t zurück. In der EU rutschen sie auf 7,4 Mio. t nach 9,7 Mio. t im Vorjahr.

Erwartungen für die Ukraine:

Die Produktionserwartung für die Ukraine wird um 1,5 Mio. t auf 31,5 Mio. t erhöht. (20/21 30,3 Mio. t). Die ukrainischen Exporte werden auf 13 Mio. t geschätzt. Gleichzeitig fallen die Endbestände auf 11,4 Mio. t zurück.

Reaktionen an der Börse: Mit der deutlichen Abwärtskorrektur der US-Produktion kletterten die Maiskurse an der CBoT deutlich nach oben und erreichten den höchsten Stand seit Anfang Juli. Matif-Mais schloss leicht schwächer bei 327,50 EUR/t.

 

 

Ölsaaten: Überraschende Abwärtskorrektur bei den Sojabohnen sorgten für Auftrieb an der Börse

Soja: Die US-Produktion wurde im aktuellen USDA-Bericht deutlich um 4 Mio. t auf 119 Mio. t nach unten korrigiert. Damit wird sie das Vorjahresergebnis um ca. 1 Mio. t verfehlen. Noch im Mai waren die Prognosen sehr viel optimistischer, doch die trockene Witterung hat ihre Spuren hinterlassen. Die globale Produktionsmenge rutscht demnach auf 389,77 Mio. t nach 392,79 Mio. t in der letzten Schätzung und 353,24 Mio. t im Vorjahr. Mit einem ebenfalls sinkenden Verbrauch werden leicht geringere Endbestände von 98,92 Mio. t erwartet (Vorjahr 89,7 Mio. t). China bleibt weiterhin der größte Importeur mit einem Bedarf von 97 Mio. t.

Raps: Die globale Rapsproduktion 22/23 wurde auch in diesem Monat weiter erhöht. Demnach beläuft sich diese auf 83,14 Mio. t. Das entspricht einem Plus von knapp 10 Mio. t zur Vorjahresmenge. Die Endbestände steigen auf 7,24 Mio. t an, nach 4,86 Mio. t im Vorjahr. Produktionssteigerungen im Vergleich zum Vorjahr werden hauptsächlich in Kanada verbucht, aber auch die EU-Erntemenge legte um ca. 1 Mio. t auf 18,15 Mio. t zu.

Reaktionen an der Börse: Mit der unerwarteten Abwärtskorrektur der US-Ernte kletterten die Sojabohnen kräftig nach oben und erreichten 1.488,25 ct/bu. Von dieser freundlichen Stimmung beeinflusst, ging es auch für den Raps wieder aufwärts. Damit konnte die 600-Euro-Marke wieder überwunden werden.

 

USDA September 22

Erwartungen

USDA August 22

Weizen

Weltendbestände 22/23 (Mio. t)

268,57 (+)

268,10

267,34

US-Endbestände 22/23 (bn bu)

0,610 (-)

0,618

0,610

Mais

Weltendbestände 22/23 (Mio. t)

304,53 (+)

302,29

306,68

US-Endbestände 22/23 (bn bu)

1,219 (+)

1,217

1,388

Soja

Weltendbestände 22/23 (Mio. t)

98,92 (-)

101,19

101,41

US-Endbestände 22/23 (bn bu)

0,200 (-)

0,247

0,245

(-) unter Erwartungen

(+) über Erwartungen

Quelle: USDA

Kontakte

Stephanie Stöver-Cordes
Dipl.-Ing. agr.
Stephanie Stöver-Cordes

Fachreferentin

0441 801-351

stephanie.stoever-cordes~lwk-niedersachsen.de

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