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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko Dinkel (Spelzweizen) 2022

Webcode: 01040745

Dinkel – auch Spelzweizen genannt – ist im Ökolandbau schon seit Jahren eine etablierte Kultur im Anbau und Verarbeitung. Aufgrund des gegenwärtigen Überangebotes von Dinkel, dass insbesondere durch überdurchschnittliche Ernteerträge und alternige Partien in den Lägern verschärft wurde, sind die Erzeugerpreise unter Druck geraten. Weiterhin dürfte auch der ausgedehnte konventionelle Anbau Einfluss auf die derzeitige Marktlage haben. In den zurückliegenden Jahren kam es immer wieder vor, dass die Dinkelerlöse von Jahr zu Jahr nicht unerheblichen Schwankungen unterworfen waren. Es sind in erster Linie Veränderungen im Angebot, die den Preis relativ schnell beeinflussen. Die Praxis dürfte aktuell mit einer Einschränkung der Anbaufläche und teilweise wohl auch mit einem vorübergehenden Ausstieg aus dem Anbau reagieren. Es wird aber auch Betriebe geben, die am Anbau festhalten werden. Mögliche Veränderungen am Markt sollten auch weiterhin im Blick behalten und der Anbau zwingend mit der aufnehmenden Hand abgestimmt werden.

Der Dinkel ist anspruchsloser als Winterweizen. Wegen seiner geringen Ansprüche an die Bodenqualität passt er auch auf leichtere Standorte. Im Gegensatz zu Weizen ist der Dinkel bezüglich des Stickstoffbedarfs genügsamer und liefert trotzdem hohe Feuchtklebergehalte. Dennoch sollte er innerhalb der Fruchtfolge nach Vorfrüchten, wie beispielsweise Körnerleguminosen oder Kartoffeln stehen, die noch eine ausreichende Stickstoffnachlieferung erwarten lassen. Bei zu hoher Stickstoffverfügbarkeit besteht allerdings, in Abhängigkeit der Sorte, Lagergefahr. Aufgrund der Frohwüchsigkeit und der ausgeprägten Halmlänge vermag der Dinkel zudem Beikräuter gut zu unterdrücken. Einsätze des Zinkenstriegels sind damit häufig nur im geringeren Umfang erforderlich. Bei unbeständiger Witterung während der Ernte ist der Dinkel rechtzeitig zu dreschen, damit die Fallzahlen im Optimalbereich bleiben.

Entspelzung ist erforderlich

Die meisten Dinkelsorten sind nicht frei dreschend, d.h. im Gegensatz zum Weizen zerbrechen beim Drusch die Ähren in sogenannte Vesen. Diese bestehen aus einem Ährenspindelstück, das zumeist mit zwei von Spelzen umhüllten Körnern besetzt ist. In einem zusätzlichen Schälgang (Gerben) müssen Korn und Spelz mittels spezieller Entspelzungsanlagen voneinander getrennt werden.

Die Vesenerträge sind in diesem Jahr auf den meisten Standorten der Anbaugebiete zufriedenstellend bis erfreulich ausgefallen. Die Feuchtklebergehalte fallen gegenüber den beiden Vorjahren etwas schwächer aus und bewegen sich in den Versuchen überwiegend auf einem befriedigenden bis gutem Niveau.

Die Qualitäten und Erträge der Landessortenversuche Öko-Dinkel 2022 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.

Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter: ISIP

Saatgut aus ökologischer Erzeugung verwenden

Laut der EG-Verordnung Ökologischer Landbau gilt , dass grundsätzlich nur ökologisch vermehrtes Saat- und Pflanzgut zu verwenden ist. Einen guten Überblick über das bundesdeutsche Gesamtangebot erhält man schnell und tagesaktuell im Internet. Unter http://www.organicxseeds.de/ sind alle ökologisch erzeugten, vertriebsberechtigten Saatgutpartien sortenspezifisch aufgelistet. Nur noch bei bestimmten Kulturen, die nicht in der sogenannten Kategorie I gelistet sind, kann bei nichtverfügbarkeit einer gewünschten Sorte nach Antrag bei der Kontrollstelle auch konventionell erzeugtes, ungebeiztes Saatgut zum Einsatz kommen.

 

Dinkel mit Spelzen
Dinkel mit SpelzenMarkus Mücke

 

Kontakte

Markus Mücke
Dipl.-Ing. agr.
Markus Mücke

Berater Ökologischer Ackerbau, Mechanische Beikrautregulierung, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau

0511 3665-4378

markus.muecke~lwk-niedersachsen.de


Volker Graß

Volker Graß

Berater Ökologischer Landbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau

0511 3665-4294

volker.grass~lwk-niedersachsen.de

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