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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Körnermais 2022

Webcode: 01040750

Im Ökolandbau hat sich der Körnermaisanbau etabliert. In Öko-Tierfutterrationen ist er eine gefragte Komponente. Zudem ist das Ertragspotential interessant. In der Praxis sind Kornerträge möglich, die den doppelten Getreideertrag des Standortes erreichen können. Nicht selten liegen sie auch darüber. Erträge deutlich über 80 dt/ha sind unter Praxisbedingungen keine Seltenheit. Somit lassen sich mit dieser Frucht lohnende Deckungsbeiträge erzielen, zumal sich die Erzeugerpreise durch die belebte Nachfrage gegenwärtig auf einem erfreulichen Niveau bewegen. In diesem Jahr fallen die Erträge aufgrund der Hitzeperioden und der anhaltenden Trockenheit sehr heterogen aus. Von erfreulichen aber auch von unbefriedigenden Erträgen wird aus der Praxis berichtet. Zudem wird der Anbau von Ökomais auch von weiteren Unsicherheiten begleitet. Vogel- und Drahtwurmfraß können zu hohen Pflanzenausfällen führen. Der Anbauerfolg ist zudem erheblich von der Wirksamkeit der Beikrautregulierung abhängig.

 

Gute Startbedingungen

Die Ökobetriebe konnten den Mais in diesem Jahr überwiegend unter sehr günstigen Bedingungen aussäen. Die warme Witterung bewirkte zudem einen recht zügigen Aufgang und eine schnelle Jugendentwicklung. Auch die mechanischen Regulierungsmaßnahmen erreichten unter den optimalen Witterungsbedingungen meistens hohe Wirkungsgrade. Allerdings beeinflusste die extreme Witterung in den Sommermonaten die Ertragsbildung deutlich. Trockenheit und Hitze im Monat Juli verursachten teilweise Mängel in der Befruchtung, weil Narbenfäden nicht geschoben wurden oder eintrockneten und so die Kolben nur schwach mit Körnern besetzt waren. Die intensive Sonneneinstrahlung und die gleichzeitig im August vorherrschenden hohen Tagesmitteltemperaturen beschleunigten die Kornausbildung und -abreife enorm. Besonders spätreife Sorten konnten so die Ertragsbildung nicht mehr abschließen. Die Ernte begann daher ungewöhnlich früh teilweise schon im September. Ein Großteil der Körnermaisernte war daher Mitte bis Ende Oktober bereits abgeschlossen.

Die aktuellen Ergebnisse unserer Öko-Landessortenversuche Körnermais zusammengefasst von 2020 bis 2022 stehen am Ende des Beitrages zur Verfügung.

Außerdem stehen Informationen zur Nährstoffversorgung im ökologischen Maisanbau und dreijährige Versuchsergebnisse zur Elektronenbehandlung von Öko-Maissaatgut zum Download zur Verfügung.

Informationen zur mechanischen Unkrautregulierung im Mais finden Sie unter

Mechanische Unkrautregulierung im Öko-Mais

Mais als Dammkultur

Ergebnisse zu weiteren Versuchen im Ökologischen Landbau, bzw. Sortenversuche der zurückliegenden Jahre finden Sie unter: ISIP 


Öko-Saatgut ist vorgeschrieben

Beim Saatgutbezug sind Körner- und Silomais der Kategorie I zugeordnet. Die Eingruppierung in Kategorie I besagt, dass ausreichend Öko-Saatgut dieser Kultur zur Verfügung steht und deshalb keine Ausnahmegenehmigungen zur Verwendung von konventionell erzeugtem Saatgut gemäß Art. 45 (5) der VO (EG) 889/2008 oder eine allgemeine Genehmigung gemäß Art. 45 (8) der VO (EG) 889/2008 erteilt werden können. Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, von ökologisch vermehrten Sorten das Leistungspotential in Öko-Sortenversuchen zu überprüfen. Eine Übersicht zu den verfügbaren ökologisch vermehrten Sorten finden Sie unter: www.organicxseeds.de

Einsatz des Zinkenstriegels im Mais
Einsatz des Zinkenstriegels im Mais - © Markus MückeMarkus Mücke

Kontakte

Markus Mücke
Dipl.-Ing. agr.
Markus Mücke

Berater Ökologischer Ackerbau, Mechanische Beikrautregulierung, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau

0511 3665-4378

markus.muecke~lwk-niedersachsen.de

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