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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Silomais 2022

Webcode: 01040751

Silomais zeichnet sich durch seine hohe Energiekonzentration aus, die von kaum einer anderen Futterpflanze erreicht wird. Auch Ökobetriebe mit Rinderhaltung schätzen Silomais als energiereiches Grundfutter, weshalb er eine willkommene Komponente bei der Rationsgestaltung in der Fütterung ist. Allerdings ist der Anbau von Ökomais von Unsicherheiten begleitet. Tierische Schaderreger und Vogelfraß können zu hohen Pflanzenausfällen führen. Der Anbauerfolg ist zudem erheblich vom Beikrautregulierungserfolg abhängig.

Trockenheit beschleunigte die Abreife

Nach guten Bedingungen für Aussaat, Jugendentwicklung und mechanischer Beikrautregulierung, entwickelten sich in der Praxis überwiegend gute Bestände. Die zunehmende Trockenheit zum Reihenschluss führte bereits auf sehr leichten Standorten zu latenten Wuchsdepressionen bis hin zu Störungen beim Fahnenschieben. Die anhaltende Trockenheit in den Sommermonaten beeinflusste die Ertragsbildung und Abreife beim Silomais in Abhängigkeit des Standortes deutlich. Trockenheit und Hitze im Monat Juli verursachten teilweise Mängel in der Befruchtung, weil Narbenfäden nicht geschoben wurden oder eintrockneten und so die Kolben nur schwach oder sogar gar nicht ausgebildet wurden. Die intensive Sonneneinstrahlung und die gleichzeitig im August vorherrschenden hohen Tagesmitteltemperaturen beschleunigten die Abreife enorm. Die Ernte begann daher ungewöhnlich früh und war bis auf wenige Ausnahmen bereits Ende September abgeschlossen.

Spätere Aussaaten sind erfolgreicher

Unter ökologischen Anbaubedingungen ist es wichtig, dass der Mais einen zügigen Aufgang und eine schnelle Jugendentwicklung durchläuft. So ist er widerstandsfähiger gegenüber Auflaufkrankheiten wie Fusarien, Phytium sp. und Rhizoctonia, Sekundärschädlingen wie Wurzelfliege, Drahtwurm sowie Fritfliege und letztlich auch der Beikrautkonkurrenz. Für einen schnellen Aufgang ist es entscheidend, dass der Boden zur Saat eine Temperatur von mindestens 10 bis 12 °C in einer Bodentiefe von 5 bis 6 cm erreicht hat. Besser ist es jedoch, erst unter noch wärmeren Bodenbedingungen im Bereich von 15 °C mit der Aussaat zu beginnen.  Für die Aussaatplanung sind zudem die Wetterprognosen kontinuierlich im Blick zu behalten, um die Aussaat in eine möglichst anhaltende warme Witterungsphase zu legen. Frühe Saaten im April sind im Ökolandbau selten erfolgsversprechend. Aussaaten Anfang Mai können passen, aber auch hier ist der weitere Witterungsverlauf entscheidend. Häufig ist es besser Ruhe zu bewahren und im Zweifelsfall die Aussaat in die letzte Maidekade nach den „Eisheiligen" vorzunehmen.

Sicher abreifende Sorten anbauen

Bei späteren Saaten im Mai muss bei der Sortenwahl die sichere Abreife vor den Ertrag gestellt werden. Sicher abreifende Sorten aus der frühen und mittelfrühen Reifegruppe sind zu bevorzugen. Nur mit einer ausgereiften Sorte lässt sich auch ein guter Stärkegehalt und –ertrag erzielen. Ziel ist es, dass die optimale Silierreife bei einem Trockenmassegehalt zwischen 32 und 35 % erreicht wird. Spät abreifende Sorten bergen das Risiko einer nicht abgeschlossenen Stärkeeinlagerung. Zudem kann eine unbefriedigende Abreife eine verstärkte Sickerwasserbildung, höhere Gärverluste und daraus resultierend Energie- und Qualitätsbeeinträchtigungen nach sich ziehen. Besonders bei grasbetonten Grundfutterrationen in der Milchviehfütterung ist zudem auf qualitätsbetonte Sorten zu achten.

Die aktuellen Ergebnisse unserer Öko-Landessortenversuche Silomais 2022 stehen am Ende des Beitrages zur Verfügung.

Außerdem stehen Informationen zur Nährstoffversorgung im ökologischen Maisanbau und dreijährige Versuchsergebnisse zur Elektronenbehandlung von Öko-Maissaatgut zum Download zur Verfügung.

Öko-Saatgut ist vorgeschrieben

Beim Saatgutbezug sind Körner- und Silomais der Kategorie I zugeordnet. Die Eingruppierung in Kategorie I besagt, dass ausreichend Öko-Saatgut dieser Kultur zur Verfügung steht und deshalb keine Ausnahmegenehmigungen zur Verwendung von konventionell erzeugtem Saatgut gemäß Artikel 12 Absatz 1 Verordnung (EU) 2018/848 für den Einsatz konventionell erzeugten Saatguts erteilt werden können. Aus diesem Grund werden in den bundesweiten Öko-Versuchen ausschließlich Sorten geprüft die von den Züchtern ökologisch vermehrt angeboten werden. Vor dem Hintergrund der Kategorie I ist es noch wichtiger geworden, dass Leistungspotential der Sorten, von denen Ökosaatgut im Handel erhältlich ist, in Öko-Sortenversuchen zu überprüfen. Eine Übersicht zu den verfügbaren ökologisch vermehrten Sorten finden Sie unter: www.organicxseeds.de

Informationen zur mechanischen Unkrautregulierung im Mais finden Sie unter

Mechanische Unkrautregulierung im Öko-Mais

Mais als Dammkultur

Ergebnisse zu weiteren Versuchen im Ökologischen Landbau, bzw. Sortenversuche der zurückliegenden Jahre finden Sie unter: ISIP

Silomaisernte
SilomaisernteMarkus Mücke

Kontakte

Markus Mücke
Dipl.-Ing. agr.
Markus Mücke

Berater Ökologischer Ackerbau, Mechanische Beikrautregulierung, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau

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markus.muecke~lwk-niedersachsen.de



Heiko Philipp

Berater Ökologischer Landbau

04761 9942-177

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heiko.philipp~lwk-niedersachsen.de

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