Fachleute aus Beratung, Forschung, Anbaupraxis und Wirtschaft trafen sich am 8. Juli 2026 zum 2. Branchentreff und Feldtag Gemüsebau am Kompetenzzentrum für Freilandgemüsebau (GKZ) der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern in Gülzow-Prüzen. Die Veranstaltung bot einen umfassenden Einblick in aktuelle Versuche, neue technische Entwicklungen und Zukunftsthemen des Gemüsebaus – und vor allem viel Raum für den fachlichen Austausch.
Eröffnung mit Blick auf die Zukunft des noddeutschen Gemüsebaus
Der Institutsleiter des GKZ, Dr. Kai-Uwe Katroschan, begrüßte die Teilnehmenden zur Eröffnung und dankte dem Organisationsteam sowie den zahlreichen Partnern der Veranstaltung. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus würdigte in seinem anschließenden Grußwort die Entwicklung des norddeutschen Kompetenzzentrums für Freilandgemüsebau und die enge Zusammenarbeit über Länder- und Institutionsgrenzen hinweg im Rahmen der Norddeutschen Kooperation. Trotz Herausforderungen wie Klimawandel und neuen Schaderregern sei der Gemüsebau in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 2.479 Hektar Anbaufläche eine stabile Branche, die auch in Zukunft zur Versorgungssicherheit beitrage. Auch der Ausbau des 836 Hektar umfassenden Ökogemüsebaus solle weiter vorangetrieben werden.
In der Pressemitteilung des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern können weitere Details nachgelesen werden
Aktuelle Versuche und Forschungsergebnisse im Fokus
Im Mittelpunkt des Feldtages standen die Versuchsanlagen des Kompetenzzentrums. Während eines Rundgangs erläuterten Felix Besand (wiss. Mitarbeiter im GKZ) und die jeweiligen Versuchsverantwortlichen aktuelle Forschungsarbeiten. Vorgestellt wurden unter anderem (Öko-)Sortenversuche bei Zwiebeln, Knollensellerie und Artischocken sowie Untersuchungen zum Einfluss der Anzuchtmethode auf die Wurzelentwicklung bei Eissalat. Darüber hinaus konnten sich die Besucherinnen und Besucher über Mulchfolien und Multiklimanetze zur Reduzierung von Verdunstungsverlusten, verschiedene Zwischenfrüchte sowie mechanische Unkrautregulierung informieren. Ein Bodenprofil, vorgestellt von Dr. Christel Baum (Professorin an der Universität Rostock), verdeutlichte zudem den Einfluss der Standortbedingungen auf Anbauplanung und Kulturführung, insbesondere im Hinblick auf das Thema Zwischenfrüchte.
Feldtechnik zum Anfassen
Großes Interesse galt auch den Technikvorführungen. Moderne, teils autonome Techniken zur Unkrautbekämpfung zeigten die Chancen und Herausforderungen des Einsatzes von Sensorik und KI-Technologien im Gemüsebau. Zahlreiche Unternehmen präsentierten ihre Systeme direkt auf dem Feld und standen für Fachgespräche zur Verfügung.
Fachlicher Austausch stärkt neues Modell- und Demonstrationsvorhaben
Neben den fachlichen Inhalten bot der Feldtag vielfältige Möglichkeiten zum Netzwerken. Für den Fachbereich „Beratung und Qualitätsmanagement im Gartenbau“ der Landwirtschaftskammer Niedersachsen war die Veranstaltung insbesondere im Hinblick auf das neue Modell- und Demonstrationsvorhaben „Integrierter Pflanzenbau Freilandgemüse“ wertvoll. Im Rahmen einer Mitmachaktion konnten Einschätzungen von Praktikerinnen und Praktikern zur Wirksamkeit und Umsetzbarkeit verschiedener Maßnahmen des integrierten Pflanzenbaus gesammelt und wichtige Kontakte zu Projektpartnern anderer Einrichtungen geknüpft werden.
Netzwerken als Erfolgsfaktor für den Gemüsebau
Die Veranstalter zogen ein positives Resümee: Der Branchentreff und Feldtag hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der fachliche Austausch zwischen Forschung, Beratung, Wirtschaft und Anbaupraxis ist.
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