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Futtermischwagen - flott und preiswert füttern

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In der Milchviehhaltung wird für die Grund- und Kraftfutterentnahme und -vorlage viel Arbeitzeit benötigt. Ziel ist es dabei die Tiere, insbesondere die milchgebenden Kühe, bedarfsgerecht zu versorgen. Neben dem arbeitszeitlichen Aspekt sollen auch die jährlichen Kosten möglichst niedrig sein. Wie die Futterversorgung flott und preiswert erfolgen kann, wird anhand der folgenden Tipps erläutert.

 

  • Grundvoraussetzung für eine bedarfsgerechte Fütterung ist eine gut verdichtete und gärstabile Silage. In diesem Zusammenhang ist besonders bei der Grassilage die Schnittlänge von Bedeutung, da sich kurz geschnittenes Gras im Silo besser verdichten lässt und die Anschnittsflächen bei der Entnahme glatter sind. Diese Faktoren sorgen für geringere Verluste durch Nacherwärmung und auch die Futteraufnahme der Kühe wird nicht durch „warmes Futter“ gebremst. Gelungene Silagen bringen einen deutlichen finanziellen Vorteil und vermindern sogar den Arbeitsaufwand. Hierzu gehört z.B. dass weniger Aufwand für das Entfernen von Fehlstellen aus dem Silo und auch weniger Aufwand für das Entsorgen von höheren Restmengen aus Futtertrog entsteht.
     
  • Das Abdecken vom Silagehaufen ist besonders bei einer Erdbedeckung sehr mühsam und zeitaufwendig. Verschärft wird diese Problematik noch, wenn der Boden gefroren ist. Um den Arbeitsaufwand und die körperliche Belastung zu verringern ist es jedoch falsch, auf das Abdecken zu verzichten bzw. es nur unzureichend durchzuführen, denn in solchen Fällen sind die Silageverluste, bedingt durch Nacherwärmung, in der Regel sehr hoch. Grundsätzlich ist richtig, den Silagehaufen intensiv festzuwalzen und dann schnellst möglich luftdicht abzuschließen. Letzteres kann unterschiedlich ausgeführt werden. Häufig wird zusätzlich zur normalen Folie noch eine dünne Unterziehfolie verwendet. Aber auch das Abdecken mit einer weiteren, bereits genutzten Folie wird häufig praktiziert. Wichtig ist, dass neben sofortigen luftdichten Abschluss die Silage auch während der Lagerung luftdicht verschlossen bleibt. Um die Folie zu beschweren gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Sand, Reifen, Sandsäcken usw. Je nach Lagerdauer und Örtlichkeit wird ein unterschiedlich großer Aufwand betrieben, vielfach kommt noch ein Netz hinzu, um vor Vogelfraß zu schützen.
     
  • Deutlich geringere Futterverluste und -verschmutzungen treten auf, wenn die Wege zu den Silos und die Siloflächen befestigt sind. Dies gilt insbesondere für Wintermonate, wenn der Boden schlechter befahrbar ist. Neben der besseren und sauberen Entnahme ermöglichen feste Flächen einen besseren Arbeitsablauf, was zu einer Arbeitszeitersparnis und damit letztendlich auch zu einer Dieseleinsparung führt. Zudem ist die Verschmutzung der befestigten Hoffläche sowie des Futtertisches deutlich geringer.
     
  • Bei der Siloentnahme mit Schneidschild, Fräse oder Schneidzange wird am Silo eine feste und glatte Anschnittsfläche hinterlassen. Beim Einsatz einer Greifschaufel ist die Anschnittsfläche fest aber nicht so glatt. In der Regel kommt aber auch hier nicht zu Nacherwärmungen, wenn die Silage u.a. gut verdichtet und gärstabil ist. Darüber hinaus ist ein ausreichender Vorschub vorteilhaft. Greifschaufeln haben den Vorteil, das mit ihnen Grund- und Kraftfutter entnommen und eingefüllt werden kann, während mit einer Scheidzange in der Regel nur Grundfutter aufgeladen werden kann, so dass dann ein Umbau erforderlich ist. Alternativ dazu, können mehlige und pellet artige Kraftfutter in Hochsilos gelagert und über Schnecken oder Spiralen in den Futtermischwagen eingefüllt werden. Möglich ist es allerdings auch, die Kraftfuttersilos so hoch aufzustellen, dass sie unterfahrbar sind und die Befüllung des Futtermischwagens über einen Schieber erfolgt.
     
  •  Wichtig ist bei der Fremdbefüllung des Futtermischwagens die Größe der am Schlepper, Teleskoplader oder Radlader verwendeten Greifschaufel bzw. Schneidzange. Der Zeitaufwand für die Silageentnahme aus dem Silo sowie das Einfüllen in den Futtermischwagen ist pro Fahrt etwa gleich hoch, egal ob z.B. mit einer 300 oder 600 kg fassenden Greifschaufel entnommen wird. Jedoch halbiert sich die Anzahl der erforderlichen Fahrten und damit der Zeitaufwand für das Befüllen. Bei größeren Schaufeln oder Zangen und damit höheren Belastung ist zu bedenken, dass dann häufig ein Radlader besser geeignet ist als ein Schlepper.
     
  • Gute Sichtverhältnisse sind für ein zügiges und sicheres Arbeiten wichtig. Dazu gehört vor allem in der dunklen Jahreszeit eine gute Beleuchtung. Dies gilt besonders für das Befüllfahrzeug. Hier bieten sich zusätzliche Arbeitscheinwerfer an. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Ziffern auf dem Display der Wiegeeinrichtung vom Futtermischwagen gut lesbar und beleuchtet sind. Zudem sollte das Display drehbar und mit großen Ziffern ausgestattet sein. Ein anderer Weg wäre es, den Arbeitsbereich am Siloplatz mit Lampen zusätzlich zu beleuchten. Eine großflächige Beleuchtung der Siloplätze evtl. auch der Hoffläche ist in der Regel nicht sinnvoll, da sie hohe Investitionskosten verursacht und auch die laufenden Stromkosten erheblich sein können.
    Die beste Beleuchtung des Arbeitsbereiches bringt nichts, wenn nicht auch die Scheiben und Spiegel regelmäßig gereinigt werden. Dies sollte ebenso selbstverständlich sein, wie der Einsatz einer Kamera, um z.B. den Bereich hinter dem Futtermischwagen bei Rückwärtsfahrt einsehen zu können. All diese Maßnahmen bringen letztendlich auch deutliche Zeiteinsparungen, da mit den Geräten schneller gearbeitet werden kann.
     
  • Hindernisse auf dem Hof oder schwer zu öffnende Stalltüren erhöhen den Zeitbedarf, dies sind relativ leicht zu beseitigende Ursachen. Im Gegensatz dazu sind z.B. ein schmaler Futtertisch oder eine enge Stallzufahrt nicht ohne weiteres zu ändern. Dies betrifft auch die Lage und Anordnung der Lagerstätten für die Futterkomponenten. Besonders bei Stall- und Siloplatzneubauten oder bei der Errichtung eines Kraftfutterkomponentenlagers ist eine arbeitszeitsparende Anordnung unbedingt zu berücksichtigen. Ziel ist es dabei die Lauf- und Fahrwege möglichst kurz zu halten, aber ausreichend Platz/Rangierfläche zu lassen, um mit den Fahrzeugen zügig arbeiten zu können.
     
  • Ziel der Rindviehfütterung ist eine bedarfsgerechte Versorgung der Kühe. Dies kann durch eine teilaufgewertete Ration in Kombination mit einer Abruffütterung oder einer Total-Misch-Ration entweder für die gesamte Herde oder für Leistungsgruppen erfolgen. Je höher die Anzahl der Grund- und Kraftfutterarten und der zu erstellenden Rationen desto mehr Zeit wird für die Grund- und Kraftfuttervorlage benötigt. Hier sollte einzelbetrieblich entschieden werden, welche Fütterungsvariante zum Betrieb passt. Dabei sind u.a. Faktoren wie das Tiermaterial, die Futtergrundlage, die Kuhzahl oder die Gebäudeverhältnisse zu berücksichtigen.
     
  • Das mehrmals tägliche Anschieben des vorgelegten Futters fördert die Futteraufnahme der Tiere und führt zu geringeren Futterresten. Das Anschieben des Futters sowie das Reinigen des Futtertisches sind körperlich anstrengende und zeitintensive Arbeiten. Diese haben aufgrund von Bestandsaufstockungen auf vielen Betrieben deutlich zugenommen. Um das Futteranschieben zu erleichtern bieten sich beispielsweise Hoflader mit angebauten Kehrreifen bzw -schnecke oder mit einem Planierschild an. Alternativ dazu gibt es mittlerweile auch vollautomatische Futterschieber, die ihren Weg anhand von im Futtertisch verlegten Induktionsstreifen finden. Der Antrieb erfolgt elektrisch mit einem Akku. Die Arbeitsentlastung ist hierbei noch größer.