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Der Schaf- und Ziegengesundheitsdienst: Was ist denn das?

Der Schaf- und Ziegengesundheitsdienst (SZGD) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist eine Einrichtung, mit dessen Hilfe allen Landwirten Niedersachsens eine tiergesundheitliche Versorgung ihrer Schaf- und Ziegenhaltungen ermöglicht wird.

Foto: Tierärztin Antje Hamann-Thölken, Leiterin des Schaf- und Ziegengesundheitsdienstes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Aufgrund der großen Deich- und Heideflächen hat besonders die Schafhaltung in Niedersachsen eine erhebliche landschaftspflegerische und deshalb auch wirtschaftliche Bedeutung. Es gibt ca. 2,6 Mio. Schafe und Ziegen in Deutschland von denen sich ca. 10 % in Niedersachsen befinden. Der wirtschaftliche Erfolg der Schaf- und Ziegenhaltungen ist eng mit der biologischen Leistung der Herden verbunden. Nur gesunde Tiere können auch gute Leistungen erbringen und Bestandserkrankungen zu massiven wirtschaftlichen Schäden führen.

Dennoch gibt es in Niedersachsen nur wenige Tierärzte, die sich mit  diesen Tierarten intensiv beschäftigen. Eine kontinuierliche Bestandsbetreuung gibt es kaum. Diese Lücke füllt der SZGD mit seinem 1999 in Kooperation mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover entwickelten und seitdem erfolgreich umgesetzten Programm.

Das Programm

Schafe und Ziegen haltende Betriebe verpflichten sich durch einen freiwilligern Beitritt zur Teilnahme an dem Programm und entrichten für die erbrachten Leistungen pauschal einen jährlichen Mitgliedsbeitrag.

Danach werden ihre Tierbestände von den drei SZGD-Tierärzten zur Gesunderhaltung und Krankeits- sowie Seuchenvorbeuge unter Erarbeitung von Prophylaxe- und Therapiemaßnahmen kontinuierlich betreut. Die Umsetzung der Betreuung erfolgt in enger Zusammenarbeit  mit dem Hoftierarzt.

Ergebnisse des Programms werden als Fortbildung für Schafhalter und Tierärzte angeboten.

Leistungen und Programmstand
Zurzeit erfolgen in den Mitgliedsbetrieben (ca. ein Drittel Ziegenhaltungen) der unterschiedlichsten Bestandsgrößen und Haltungsformen des gesamten Kammergebiets zwei Bestandsbesuche pro Jahr. In den Betrieben werden anhand von parasitologischen Kotuntersuchungen und ggf. weitergehenden diagnostischen Untersuchungen einschließlich Tierkörpersektionen Therapievorschläge erarbeitet und umgesetzt. Bei Bedarf kann auch eine telefonische Beratung in Anspruch genommen werden.

Weitere Tätigkeitsbereiche
Die Tätigkeit der SZGD-Tierärzte umfasst die Zusammenarbeit mit Schafzucht- und Ziegenzucht- und Landschaftspflegeverbänden.

Allen Mitgliedern des Niedersächsischen Landesschafzuchtverbandes wird als Leistung eine Kombination aus Parasitendiagnostik und –behandlung angeboten, die gemeinsam mit der LUFA-Nordwest durch den SZGD umgesetzt wird. Weiterhin umfasst die Zusammenarbeit Sachkundelehrgänge, Zuchttauglichkeits-untersuchungen und Untersuchungen im Rahmen der Maedi/CAE- Unverdächtigkeits –Richtlinie.

Den hohen Anforderungen an die Tiergesundheit der Schaf- und Ziegenbestände trägt der SZGD durch einen ständigen Wissensaustausch mit den Veterinärbehörden sowie mit Kollegen und Landwirten im In- und Ausland in umfassender Weise Rechnung.

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Kontakt:
Antje Hamann-Thölken
Fachbereich 3.5
Telefon: 0152-54782304
E-Mail:


Stand: 11.03.2016