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Kompetenzzentrum Zierpflanzen

Die Situation des Produktionsgartenbaus ist gekennzeichnet durch einen steigenden Importdruck aus benachbarten Ländern, sinkende Produktpreise, steigende Produktionskosten und verschärfte Umweltauflagen. Vor diesem Hintergrund zählt die Entwicklung kostensparender und umweltschonender Produktionsverfahren zu den vordringlichsten Aufgaben der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Ahlem. Darüber hinaus gilt ein besonderes Augenmerk der Qualitätssicherung und -erhaltung der erzeugten Produkte, sowie der Standardisierung der eingesetzten Produktionsfaktoren, wie z.B. dem Substrat. Um das Interesse der Kunden für Blumen und Zierpflanzen zu steigern, leistet die LVG zunehmend Unterstützung im Bereich Einzelhandels- und Friedhofsgartenbau.

Daten - Zahlen - Fakten


Die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Ahlem ist 1893 als Israelitische Gartenbauschule gegründet worden und seit 1955 ein Institut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Die LVG verfügt über eine Gesamtversuchsfläche unter Glas von ca. 3000 m² mit insgesamt 17 separat klimatisierbaren Gewächshausabteilungen sowie 2 Kunstlichträumen. Darüber hinaus stehen im Freiland verschiedene Stellflächen für die Prüfung von Pflanzen sowohl für die Verwendung in Gefäßen als auch auf Friedhöfen zur Verfügung.
Die Zahl der Mitarbeiter der LVG schwankt je nach Saison und laufenden Versuchsprojekten. Dem Bereich Versuchswesen sind 17 Mitarbeiter (einschließlich Gärtner) zuzuordnen, 4 Personen sind in der Überbetrieblichen Ausbildung und 7 - 8 Mitarbeiter in der Verwaltung, Werkstatt und Internat tätig.

Forschungsziele der LVG Ahlem = Kompetenzzentrum Zierpflanzen

  • Entwicklung von Temperatur- und Belichtungsprogrammen zur exakten Kultursteuerung und Energieeinsparung
  • Erarbeitung umweltschonender Kulturverfahren im Zierpflanzenbau:
    - Verringerung des Hemmstoff- und chemischen Pflanzenschutzmitteleinsatzes durch integrierte Maßnahmen zur Klimaführung, Düngung und Bewässerung
    - Verringerung des Torfeinsatzes im Produktionsgartenbau
    - Prüfung alternativer Substratausgangsstoffe
  • Qualitätssicherung, -erhaltung und Haltbarkeit:
    - Diagnose und Systematisierung von abiotischen Pflanzenschäden
    - Erarbeitung von Sortenprofilen verschiedener Zierpflanzen (z. B. Testung von Poinsettiensorten auf ihre Kultureignung und Haltbarkeit unter Wohnraumbedingungen)

Link zu  den aktuellen Versuchen im Kompetenzzentrum Zierpflanzen

 

Projekte im Bereich Zierpflanzenbau

  • Diagnosezentrum für abiotische Pflanzenschäden
  • Regulation des Streckungswachstums
  • Überprüfung grundsätzlicher Temperatur- und Lichtreaktionen neuer Zierpflanzenarten und -sorten
  • Beet- und Balkonpflanzen: Entwicklung von modernen Bepflanzungsbeispielen für Kästen, Kübel und andere Gefäße; ergänzt mit Kleingehölzen
  • Prüfung neuer Substratzuschlagstoffe
  • Alternative Frühjahrsblüher - Überprüfung neuerer Arten aus dem Staudenbereich hinsichtlich ihrer Eignung als Frühjahrsblüher
  • ViSuELL: Ziel des Forschungsvorhabens ist es, mit Hilfe selektiver Strahlung (Blau, Hellrot und Dunkelrot) moderner LED-Technik die Wachstumssteuerung von Zierpflanzen zu optimieren.
  • Friedhof: Versuche zur Pflanzenverwendung auf Gräbern. Prüfung von Neuheiten aus dem Bereich Beet- und Balkonpflanzen und wenig bekannter Bodendecker aus dem Bereich der Gehölze und Stauden.

 

Ahlem historisch:
Der Standort der ehemaligen Israelitischen Erziehungsanstalt und Israelitischen Gartenbauschule in Hannover-Ahlem kann auf ein über 120-jähriges Bestehen zurückblicken. Eine Zeitspanne, die angesichts der wechselhaften Geschichte des Ortes nicht nur ein Grund zur Freude ist. Eines der dunkelsten Kapitel wurde in der Zeit des Nationalsozialismus geschrieben. Die Einrichtung in Ahlem wurde zum Zentrum für die Deportation von Juden aus der Region in die Konzentrationslager und zum Polizeiersatzgefängnis der Gestapo, wo ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene misshandelt und ermordet wurden.

Im Jahr 2014 wurde die seit 1987 im ehemaligen Direktorenhaus existierende Mahn- und Gedenkstätte Hannover-Ahlem von der Region Hannover nach umfangreicher Neugestaltung und Erweiterung als zentraler Lern- und Erinnerungsort für die Verfolgung durch den Nationalsozialismus neu eröffnet.

 

 

 

 


Kontakt:
Prof. Dr. Bernhard Beßler
Leiter Geschäftsbereich Gartenbau
Telefon: 0511 4005-2151
Telefax: 0511 4005-2200
E-Mail:


Stand: 01.12.2015