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Der Wald der Zukunft: Klimaschützer und Rohstofflieferant in einem

Forschungsprojekt zum Klimawandel im Kreis Harburg: Landwirtschaftskammer stellt Handlungsmöglichkeiten und Chancen der Waldbewirtschaftung vor

Buchholz in der Nordheide – Wälder sollten künftig so bewirtschaftet werden, dass sie möglichst gut mit dem Klimawandel zurechtkommen. Gleichzeitig sollte ihre Klimaschutzleistung erhöht werden. „Daher ist es wichtig, die Wälder rechtzeitig zu verjüngen und zu stabilen Mischbeständen mit anpassungsfähigen Baumarten zu entwickeln“, sagte Martin Hillmann, bei der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen Leiter des Fachbereichs Forsteinrichtung, Raumordnung und Naturschutz, am Dienstag (20. Februar) in Buchholz in der Nordheide (Kreis Harburg) bei der Vorstellung der Ergebnisse des Forschungsprojekts CO-2-OPT.

Forstexperten und Holzfachleute verschiedener Organisationen haben im Zuge des vom Waldklimafonds des Bundes geförderten Projekts im Landkreis Harburg drei Jahre lang untersucht, wie die Waldbewirtschaftung im Privatwald verändert werden muss, damit die Wälder widerstandsfähiger werden, mehr Kohlenstoff speichern und darüber hinaus mehr Holz als bisher regional als Baustoff und Energieträger Verwendung findet. „Durch den Klimawandel verändern sich die Wuchsbedingungen“, erläuterte CO-2-OPT-Projektleiter Hillmann. „Die Niederschläge und Temperaturen werden sich verändern und mit ihnen das Baumwachstum – extreme Wetterereignisse werden wahrscheinlich zunehmen.“

Gut ein Drittel des Landkreises Harburg (34.500 Hektar) ist von Wald bedeckt. Fast die Hälfte der Fläche nehmen Kiefern ein (46,6 Prozent), gefolgt von Fichten (20 Prozent) und Weichlaub wie Birke, Linde und Erle (10 Prozent). „Der Wald im Kreis Harburg speichert pro Jahr 253.700 Tonnen Kohlenstoffdioxid – das entspricht der Menge an Treibhausgasen, die 22.254 Bundesbürger ausstoßen“, rechnete Hillmann vor. „Die Klimaschutzleistung der Wälder setzt sich unter anderem aus dem in Bäumen gespeicherten Kohlenstoff und den daraus hergestellten Holzprodukten zusammen.“ Hinzu kämen Einspareffekte durch den Ersatz konkurrierender Werk- und Brennstoffe, die eine ungünstigere Klimabilanz aufwiesen als Holz. Hillmann: „Der verstärkte Einsatz von Holz aus der Region zum Beispiel für den Aus- und Umbau von Häusern ist ein Beitrag zum Klimaschutz.“

Um den Klimaschutzeffekt zu verbessern, werden bei der künftigen Waldbewirtschaftung Arten wie etwa die Douglasie interessant. „Dieses Nadelgehölz wächst stark, kommt relativ gut mit Trockenheit zurecht und bindet mehr Kohlenstoff als andere Baumarten“, berichtete LWK-Projektmitarbeiter Torben Hansen. Zugleich aber müssten ebenso Laubbäume gepflanzt und großflächige Reinbestände vermieden werden, um mit einer möglichst passgenauen Mischung weitere positive Effekte zu erzielen: „Die Waldbewirtschaftung kann dazu beitragen, dass sich das Wasserangebot verbessert und stabilisiert.“

Im Zuge des Projekts CO-2-OPT haben die beteiligten Forstexperten gemeinsam ihr digitales Kartenmaterial weiterentwickelt: „Wir liefern detaillierte Daten, mit deren Hilfe Waldbesitzer entscheiden können, wo der Bestand geerntet und verjüngt werden sollte, welche Baumarten an dem Standort künftig das geringste Anbaurisiko haben und wo zum Beispiel Laubbäume angepflanzt werden sollten, um den Wasserhaushalt zu optimieren“, sagte Hansen.

Neben der Landwirtschaftskammer waren die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (Göttingen), das 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe e. V. (Göttingen) sowie die Forstwirtschaftliche Vereinigung Nordheide-Harburg (Undeloh) an CO-2-OPT beteiligt. Bei ihrer Arbeit wurden die Forstfachleute von einem Beirat unterstützt, in dem unter anderem Vertreter aus Holzwirtschaft, Naturschutzverbänden, Politik und Tourismus sitzen. Denn der Wald ist aufgrund seiner vielfältigen Funktionen für die Öffentlichkeit von besonderem Interesse: Er ist nicht nur Klimaschützer, sondern auch Arbeitsplatz und Einkommensquelle, Rohstofflieferant, Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, Wasserschützer und Erholungsort.

Das Projekt CO-2-OPT wurde aus Mitteln des Waldklimafonds gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).


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Stand: 23.02.2018