Webcode: 01016600

Mindestwerte für die Wirkung des Stickstoffs in organischen Nährstoffträgern

Nach neuster Auswertung ergeben sich überarbeitete anrechenbare Mindestwerte für die Wirkung des Stickstoffs in organischen Nährstoffträgern, speziell in Gärrückständen überarbeitet. Diese Werte stellen die offizielle Empfehlung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen dar.

In organischen Nährstoffträgern liegen die Nährstoffe sowohl in organisch gebundener als auch in gelöster Form vor. Die Anteile an organisch und mineralisch gebundenem Stickstoff variieren bei den Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft in Abhängigkeit von Tier- und Wirtschaftsdüngerart. Es ist davon auszugehen, dass der in NH4-Form gebundene Stickstoff unter günstigen Anwendungsbedingungen der NH4-N-Wirkung von Mineraldüngern entspricht.

Neben den NH4-N-Gehalten wird die Wirkung der organischen Nährstoffträger durch die Umsetzung des organisch gebundenen Stickstoffs und durch die gasförmigen N-Verluste während der Ausbringung beeinflusst. Insbesondere die Umsetzung des organisch gebundenen Stickstoffs ist abhängig von der Witterung, vom Standort und der Bewirtschaftung.

Infolge der komplexen N-Umsetzungsprozesse kann die N-Wirkung lediglich in Feldversuchen ermittelt werden. Dabei werden bei einem vergleichenden Einsatz von organischen Düngern und Handelsdüngerstickstoff N-Mineraldüngeräquivalente ermittelt. Die Mineraldüngeräquivalente geben an, wie hoch die Wirkung der Nährstoffe in organischen Düngern im Vergleich zu Mineraldüngern anzusetzen ist.

Die N-Mineraldüngeräquivalente variieren in Abhängigkeit vom organischen Nährstoffträger, der Dauer der organischen Düngung auf der Fläche, den Standort- und Ausbringungsbedingungen sowie der Fruchtart. Die nachfolgenden Werte wurden anhand von Feldversuchen auf Standorten mit einer langjährigen Anwendung von organischen Düngern ermittelt. Hierbei wurden die aufgeführten Nährstoffträger im Frühjahr entsprechend den Empfehlungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit verlustarmer Technik ausgebracht. Es handelt sich somit um N-Anrechenbarkeiten, die unter optimalen Anwendungsbedingungen zu erreichen sind. Differenzierungen gegenüber den Mindestwerten gem. Düngeverordnung wurden auf der Grundlage von Feldversuchen abgeleitet und sind auf Standort- und Bewirtschaftungseinflüsse zurückzuführen.

 

Wirkung des Stickstoffs in organischen Nährstoffträgern (% von Gesamt-N) unter optimalen Bedingungen (Stand: 02.07.2017)
Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft bzw. org. Düngemittel

N-Anrechenbarkeiten
gem. Empfehlungen Landwirtschaftskammer Niedersachsen
[%] 1)

1 2 3 4
 

Mindestwerte für SchuVO, Düngeplanung und Laggerraumberechnung

(schlagbezogen)

Mindestwerte für QFN und N-Düngeoptimierer

(gesamtbetrieblich)

  Getreide, Raps, Grünland 2), Zwischenfrüchte Hackfrüchte
Mais
alle Kulturen
Gärrückstände flüssig ≤15% TS 60% 3) 70% 60%
fest >15% TS 30% 50% 40%
Klärschlamm flüssig ≤ 15% TS 30% 30% 30%
>15% TS 25% 25% 25%
Kompost 10% 10% 10%
Grünschnittkompost 3% 3% 3%
Pilzsubstrat 10% 10% 10%
Gülle Rind 60% 70% 60%
Schwein, Geflügel 70% 80% 70%
Jauche 90% 90% 90%
Mist Schwein 30% 50% 40%
Rind, Pferd, Schaf, Ziege 25% 40% 30%
Pute, Ente, Gänse 30% 50% 40%
Hähnchen 30% 60% 50%
HTK 60% 80% 70%
Weidehaltung 25% 25% 25%

1) abgeleitet aus langjährigen Versuchen auf verschiedenen Standorten in Nds.
2) auf Grünland und bei Ackergras können für die Ausbringung ab Juli die Anrechenbarkeiten um 10% reduziert werden.
3)  auf Standorten ohne langjährig organische Düngung: 50%

 


Kontakt:
Dr. Gerhard Baumgärtel
Leiter Fachbereich Pflanzenbau, Saatgut
Telefon: 0511 3665-4295
Telefax: 0511 3665-994295
E-Mail:
Dr. Matthias Benke
Leiter Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0441 801-420
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:


Stand: 05.07.2017