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Bilanzierung der Nährstoffausscheidungen in einem "Beter Leven"- Hähnchenmastbetrieb

Die Höhe der Nährstoffausscheidungen von Masthähnchen hat eine große Bedeutung für den qualifizierten  Flächennachweis und den Nährstoffvergleich. Wie viele Nährstoffe Masthähnchen ausscheiden, die nach Kriterien des „Beter-Leven“-Labels gemästet werden, hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in einem Projekt ermittelt.

Vorgehensweise

In dem untersuchten niedersächsischen Betrieb werden Hähnchen der Genetik Hubbard  JA 757  gemästet, die unter dem Label „Beter Leven“ der niederländischen Tierschutzorganisation Dierenbescherming vermarktet werden. Allgemein erreichen die Tiere dieses Tierwohl-Programms durchschnittliche Tageszunahmen von etwa 45 g, die Mastdauer beträgt ca. 56 Tage bei einem Zielgewicht von 2.600 g.

In dem kontrollierten Durchgang wurden 7.657 Tiere eingestallt. Bei einer Stallfläche von 690 m² ergibt sich eine Besatz­dichte von 11 Tieren je m² Nutzfläche. Die Hähnchen wurden in einem Offenstall gemästet, in dem als Strukturelemente Sitzstangen und 25 Strohballen zur Verfügung standen.

Durch die Bestimmung der gesamten In- und Outputfaktoren wird die Menge aller in der Hähnchenmast anfallenden Nährstoffe ermittelt. Die größte Menge an Input befindet sich im Futter. Die Hähnchen nehmen die Nährstoffe aus dem Futter auf und speichern einen Teil davon in Form von Fleisch, Federn und Knochen, was als Zuwachs bezeichnet wird. Dieser Zuwachs verlässt am Ende der Mast in Form von Schlachttieren als Output den Stall. Auch die Verluste werden zum Zuwachs gezählt.  Über die ein- und ausgestallten sowie verendeten Tiere lässt sich der Zuwachs berechnen. Werden die Nährstoffmengen des Zuwachses von denen des Futters abgezogen, ergeben sich die Nährstoffausscheidungen.

Ein großer Teil der durch das Futter aufgenommenen Nährstoffe wird nicht im Zuwachs gespeichert, sondern landet im Mist. Anhand von Mistanalysen und der gewogenen Mistmenge  kann eine Plausibilitätsprüfung erfolgen, ob die prognostizierten Nährstoffausscheidungen im Mist wiedergefunden werden.

Die Mistmenge wurde direkt nach der Ausstallung ermittelt, um Fehler und Ungenauigkeiten durch die zunehmende Umsetzung des Mistes zu vermeiden. Die Mistproben wurden nach einem von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen entwickelten Standard-Probeverfahren gezogen, um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten. Dabei wurde im Stall sofort nach der Ausstallung im vorderen, mittleren und hinteren Drittel eine Mistrinne bis zur Betonplatte geschaufelt. Alle 50 cm wurde eine Mistprobe von der Bruchkante von unten nach oben entnommen und gründlich im Probebeutel durchmischt. Dabei wurden bei einer Stallbreite von 20 m je Probenbeutel ca. 40 Mistproben gepoolt, jeweils drei Probenbeutel je Stallrinne. Somit wurden in einem Standardstall neun gepoolte Probebeutel von je ca. 2 kg Mist entnommen und der N-, P- und K-Gehalt von der LUFA untersucht.

Um die Menge an Nährstoffen bestimmen zu können, die den Stall über die Tiere wieder verlässt, war die Bestimmung des N-, P- und K-Gehaltes des Tierkörpers durch Ganzkörperanalysen erforderlich.

Ergebnisse

Anhand der  Futtermengen und der Deklarationen wird der Nährstoffeintrag (Input) über das Futter berechnet (Tabelle 1). Dabei wird K2O nicht berücksichtigt, da im niederländischen Futter der Kaliumgehalt nicht angegeben war. Futtermittelrechtlich ist diese Deklaration nicht erforderlich.  Auffällig waren die sehr niedrigen Phosphorgehalte.

Den vollständigen Bericht entnehmen Sie bitte der anliegenden PDF-Datei.

 


Kontakt:
Dr. Peter Hiller
Tierzucht, Tierhaltung
Telefon: 0441 801-696
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:
Andrea Meyer
Fachreferentin Fütterung von Rindern und Schweinen, Futtermittelrecht, Futterberatungsdienst e.V., Versuchswesen Tier
Telefon: 0511 3665-4479
Telefax: 0511 3665-4521
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Stand: 21.10.2013