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Baustein II: Messkonzept Emissionen und Reduzierung von Schadgasen nach Vera-Protokoll, Transparenter Mastschweinestall

Webcode: 01037880
Stand: 07.12.2020

Aufbau des Messkonzeptes im Stall-/Tierbereich und im Abluftkamin

Die LUFA Nord-West führt in dem Transparenten Stall begleitend zu den unterschiedlichen Versuchsanordnungen Emissionsmessungen durch. Die LUFA Nord-West ist für die Emissionsmessung von Gasen, Stäuben und Geruch akkreditiert und nach §29b BImSchG anerkannte Messstelle.

Im ersten Schritt wurde das Lüftungssystem an jedes Abteil angepasst. Es bildet die Grundlage für die genaue Schadgasmessung pro Abteil. Im Abteil wurden mehrere Ammoniak-, Kohlenstoffdioxid-, Luftfeuchte- und Temperatursensoren eingebaut, siehe folgende Graphik. 

Aufbau der Sensoren im Transparenten Stall
Aufbau der Sensoren im Transparenten StallStefan Sagkob

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Sensoren und Dateninformationen aus dem Stall werden mit den Messergebnissen der Lufa Nord-West, die nach dem Vera-Protokoll im Abluftkamin erhoben worden sind, abgeglichen. Die Messsensoren konnten im Dachraum nach Vorgabe umgesetzt werden.

Durchführung der Mastversuche mit Fokus Schadgasmessung nach Vera-Protokoll

Der Gruppenstall bietet für 200 Tiere Platz und ist in fünf baugleiche Abteile untergliedert. Als Grundlage für exakte Emissionsmessungen wurde jedes Abteil mit einer separaten Abluftführung und normkonformen Messplätzen ausgestattet und in Abbildung 1 dargestellt. Wie dort zu sehen ist, weist die Messebene eine ausreichend beruhigte Ein- und Auslaufstrecke auf. Die Anforderungen an Messstrecken und Messplätze gemäß DIN EN 15259 sind gegeben. Ausreichend genormte Entnahmestutzen wurden bei der Errichtung berücksichtigt. Somit sind neben Gasmessungen auch Partikelmessungen normenkonform möglich.

Die Gasuntersuchungen finden mittels FTIR-Analysator (Fourier-Transformations-Infrarotspektroskopie) statt, welcher alle infrarotaktiven Gase messen kann. Es können bis zu 50 Komponenten wie z.B. Kohlenstoffdioxid, Ammoniak und Methan gleichzeitig analysiert werden. Durch Kombination des Messgerätes mit einem Messstellenumschalter ist es möglich, bis zu acht verschiedene Messpunkte anzusteuern. Die fünf Abteile, welche auf unterschiedliche Weise betrieben werden, können aufgrund der gleichen Bauweise miteinander verglichen werden. Darüber hinaus sind auch Zuluftschächte mit Messpunkten ausgestattet, um die entsprechenden Zuluftkonzentrationen zu erfassen.

Stall- und Messaufbau nach Vera-Protokoll
Stall- und Messaufbau nach Vera-ProtokollStefan Sagkob

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur genauen Erfassung des Abluftvolumenstromes eines Abluftkamins wurden zwei Sensoren, die den Luftdruck im Abteil und außerhalb des Stalles erfassen, verbaut. Mit Hilfe der Druckdifferenz beider Sensoren und im Labor kalibrierter Abluftkamine lässt sich die Abluftmenge genau ermitteln. Der Vorteil gegenüber Messventilatoren liegt darin, dass dieses System nahezu wartungsfrei ist und unveränderbare exakte Messdaten liefert.

Die Messung der Schadgase nach einem Vera-Protokoll in Verbindung mit den Daten aus dem Stall ergibt eine belastbare Grunddaten-Basis.
Das folgende Video zeigt einen Einblick in das Messkonzept:

 

Die ersten drei Durchgänge wurden mit einer nährstoffreduzierten Fütterungsstrategie im „Transparenten Stall“ geprüft. Die Ergebnisse liegen als Bericht unter dem Webcode 01037888 , Transparenter Mastschweinestall- Erste Ergebnisse (DG 1/2/3) Biologische Leistungen bei unterschiedlicher Proteinversorgung von Mastschweinen vor. Zu den Durchgängen werden auch die Ergebnisse der Schadgasentwicklung (Ammoniak) bei unterschiedlicher Proteinversorgung vorgestellt (Webcode 01037898).

Weitere Informationen über das Projekt