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Agrarreform: Greeningrechner schafft Klarheit

Erfüllen Sie die Bedingungen der Anbaudiversifizierung? Halten Sie ausreichend ökologische Vorrangfläche vor? Ermitteln Sie mit Hilfe des Greeningsrechners Ihre optimale Anbauplanung in Bezug auf die Bestimmungen der neuen Agrarreform – betriebsindividuell und schnell.

Seit dem 01. Januar 2015 müssen die Bedingungen des Greenings verpflichtend erfüllt werden. Das Greening setzt sich dabei aus den drei Komponenten Dauergrünlanderhalt, Anbaudiversifizierung und dem Vorhalten der ökologischen Vorrangfläche zusammen.

Mit Hilfe des von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen entwickelten „Greeningrechners“, hinter der sich eine einfach zu bedienende Excelanwendung verbirgt, können schnell die prozentualen Anbauverhältnisse und die damit einhergehenden Anforderungen an die Anbaudiversifizierung ermittelt werden. Geben Sie dafür in der Excel-Tabelle Ihr Anbauverhältnis ein. Als Hauptkulturen gelten die Früchte, die im Sommer, also in der Hauptvegetationszeit, auf dem Feld stehen. Die bisher übliche Stichtagsregelung zum 15. Mai eines jeden Jahres entfällt! Als Hauptvegetationszeit gilt der Zeitraum 01.06. bis 15.07.. Des Weiteren zeigt die Anwendung die als gesichert anzusehenden Möglichkeiten zur Schaffung von ökologischer Vorrangfläche auf.

Strategisch kann hier immer der folgende Weg gewählt werden:

  1. Geben Sie dazu zunächst die Größe Ihrer Landschaftselemente an, die an die bewirtschafteten Ackerflächen angrenzen und über die Sie die Verfügungsgewalt besitzen. Diese können bei den Hecken und Baumreihen mit dem Anrechnungsfaktor 2, bei Feldgehölzen mit dem Faktor 1,5 und bei sonstigen Landschaftselementen, wie z.B. Feuchtbiotopen, mit dem Faktor 1 in die Berechnung der ökologischen Vorrangflächen eingehen.
     
  2. Im nächsten Schritt kann überlegt werden, ob stickstoffbindende Pflanzen nach der anliegenden Artenliste Leguminosen in die Fruchtfolge aufgenommen werden sollen (1 ha entspricht 0,7 ha ökologische Vorrangfläche), auch die Brache könnte in Betracht kommen. Die „normalen“ Bracheflächen werden mit dem Faktor 1 gewertet; handelt sich um Feldränder (bis 20m Breite) oder um die Unterart Pufferstreifen entlang von Wasserläufen (bis 20 m Breite) bzw. Waldrandstreifen (bis 10m Breite) kann sogar ein Faktor von 1,5 angewendet werden.
     
  3. Ist nach diesen Berechnungsschritten die notwendige Größe für die ökologische Vorrangfläche noch nicht erreicht, könnte die restliche vorzuhaltende ökologische Vorrangfläche  durch den Anbau von Zwischenfrüchten vorgehalten werden, wobei ein Hektar Zwischenfrüchte 0,30 ha ökologische Vorrangfläche bringt. Der Anbau der Zwischenfrucht ist für das Greening erst im Sommer/ Herbst 2016 (spätester Aussaattermin 01.10.2016) erforderlich. Hinsichtlich Kulturen muss es sich um eine Mischung aus zwei Kulturen nach dem anliegenden Artenkatalog für den Anbau von Zwischenfrüchen handeln. Der Anbau winterharter Zwischenfrüchte ist diesbezüglich möglich. Bis zum 20. Oktober des betreffenden Antragsjahres muss bei dem Anbau von Zwischenfrüchten eine Mindestbodenbedeckung durch die Zwischenfrucht von min. 40% erreicht sein.

 

Greeningrechner 2017

Aufgrund der zum Antragsjahr 2017 in Kraft tretenden Bestimmungen zu den Kürzungs- und Sanktionsregelungen beim Greening ist der von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zur Verfügung gestellte Greeningrechner überarbeitet worden. Mit Hilfe des Greeningrechners 2017 können die voraussichtlichen Kürzungen und Sanktionen bei Verstößen gegen die Anbaudiversifizierung, gegen die Verpflichtungen zur Bereitstellung ökologischer Vorrangflächen und gegen die Dauergrünlanderhaltungsbestimmungen berechnet werden. Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um eine vorläufige Kalkulation handelt, die sich durch anderweitige Auslegungen der EU-Kommission oder den bundesdeutschen Ministerien noch ändern können.

Bei der Kalkulation ist wie folgt vorzugehen:

  1. Tragen Sie im Tabellenblatt `Voraussetzungen´ die Flächenbewirtschaftung für das Erntejahr 2017 mit den Angaben zu den ökologischen Vorrangflächen ein (s.o.).
  2. Im Tabellenblatt `Kürzungsregelungen nach EU-VO´ sind zunächst die Fragen, ob zum einen die Bestimmungen zur Anbaudiversifizierung und zum anderen die Regelungen zu den ökologischen Vorrangfläche in den Jahren 2015 und 2016 verletzt wurden, mit ja oder nein zu beantworten.  Des Weiteren ist in diesem Karteireiter anzugeben, ob Dauergrünland umgebrochen oder umweltsensibles Dauergrünland gepflügt (wendende Bodenbearbeitung) wurde.
  3. Im Tabellenblatt `Verwaltungssanktionen ab 2017´ tragen Sie abschließend die Höhe der zum 15.05.2017 zur Verfügung stehenden Zahlungsansprüche ein. Hier finden Sie ebenso im unteren Teil des Tabellenblatts eine Zusammefassung aller relevanten Daten.

Weitere Informationen zur Umsetzung der neuen Agrarreform finden Sie in folgenden Artikeln:


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Kontakt:
Franz-Josef Schoo
Förderung, Betriebswirtschaft, Milchquotenregelung
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Telefax: 05439 9407-39
E-Mail:
Anna-Lena Niehoff
Betriebswirtschaft, Unternehmensberatung
Telefon: 0441 801-426
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:


Stand: 06.10.2016



PDF: 360/D9E5A435-9964-2A23-300562DA2813C9DD.pdf - 549.940429688 KB   Details zum Greening 27.02.2015   - 550 KB  
PDF: 360/092F4AE4-94AD-2817-59787CAE2AF0A87F.pdf - 55.9541015625 KB   Kulturcodeliste 2016   - 56 KB  
XLS: 360/EBBD8A37-D7D8-E0C3-2504262D2E68A63E.xls - 295 KB   Greeningrechner 26.05.2016   - 295 KB