Niedersächsische Gartenakademie

Einen schönen dichtgrünen Rasen

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Wer will das nicht! Was kann ich jetzt im Frühjahr dafür tun?

Nach jedem Winter ist der Rasen geschwächt. Kurze Tage, Krankheiten, Schnee, Nässe und Wechselfröste haben ihm zugesetzt. Dazu ist er mit Laub, Zapfen oder Äste und eventuell mit Maulwurfshaufen und den Ausscheidungen der Regenwürmer bedeckt. Alles zusammen stört das nun beginnende Graswachstum massiv.

Frühjahrskur:

Bereits jetzt im Frühjahr ist es wichtig den Rasen zu pflegen und mit einer Startdüngung zu stärken. Am besten kann der Rasen mit einem schweren Eisenrechen abgeharkt werden, um Äste, Laub und abgestorbene Grasblätter zu entfernen. Sie sind oft Träger von Krankheitskeimen. Maulwurfshaufen und Regenwurmhäufchen werden eingeebnet. Das Gras bekommt wieder Luft und kann die ersten Sonnenstrahlen gut zum Wachsen nutzen.

Schöne Rasenflächen durch regelmäßiges Mähen
Schöne Rasenflächen durch regelmäßiges MähenRudy and Peter Skitterians / pixabay.com

Startdüngung:

Eine Startdüngung gleich nach dieser Frühjahrskur hilft dem Rasen schneller zu wachsen und grün zu werden. Schäden oder Lücken werden geschlossen, bevor sich andere Moose und andere Wildkräuter ansiedeln können. Es ist ratsam einen Dünger zu verwenden, der den Stickstoff in einer sofort pflanzenverfügbaren Form (Ammonium oder Nitrat) enthält.

Wichtig für die Rasengräser sind insbesondere die Hauptnährstoffe Stickstoff (N), fördert die Zellteilung und damit das Wachstum, Phosphor (P), regt die Wurzelbildung an, und Kalium (K), stärkt die Zellwände, reguliert den Wasserhaushalt in der Pflanze und fördert die Winterhärte, sowie Magnesium (Mg) und Eisen (Fe) für die Photosynthese und damit die Energiegewinnung.

Spezielle Rasendünger bieten diese Nährstoffe in dem für die Gräser optimalen 1 : 0,3 : 0,8 (N:P:K) Verhältnis an. Für die auszubringende Menge ist der Stickstoff der Leitnährstoff. Eine Gebrauchsrasenfläche sollte 20 – 25 g N / qm / Jahr erhalten. Aufgeteilt auf 3 – 5 Gaben über das Jahr verteilt. Merksatz: 5 x 5 = 5 x jährlich 5 g N! Langsam fließende N-Komponenten, besonders in guten Rasen- oder organischen Düngern, tragen zwar zu einer längeren Nachlieferung von Nährstoffen bei, dennoch ist es auch für diese sinnvoll die Gesamtmenge auf die beschriebenen 5 Gaben zu verteilen.

Jetzt für das Frühjahr bedeutet das:

  • Ende Februar / Anfang März mit der stickstoffbetonten Startdüngung beginnen
  • Im Mai die Hauptdüngung mit allen Nährstoffen

Vertikutieren:
Das Vertikutieren ist eine wichtige Pflegemaßnahme für Rasenflächen und kann jährlich durchgeführt werden. Achtung - neu angesäter Rasen darf im ersten Jahr noch nicht vertikutiert werden!

Beim Vertikutiervorgang fahren vertikal arbeitende Messer durch die Grasnarbe und die Rasenfilzschicht. Aber nicht durch den Boden. Ein Vertikutierer ist keine Fräse! Ein Fehler den man leider sehr häufig sieht. – „Viel hilft viel!“ – Mit fatalen Folgen. Denn unter der Bodenoberfläche liegenden Unkrautsamen. Es fehlt nur ein Licht- und Sauerstoffimpuls, um die Keimung einzuleiten. Ein solcher wird bei zu tiefem Vertikutieren gegeben und Unkräuter wachsen mehr als vorher!

Vertikutiergeräte sind daher immer so einzustellen, dass die Messer den Boden gerade eben berühren. Der beste Zeitpunkt für diese Maßnahme ist, wenn die Wetterverhältnisse es zulassen, der Mai. In den letzten Jahren war es im Mai häufig zu heiß und zu trocken. Ist das der Fall, sollte das Vertikutieren auf den September verlegt werden. Mai und September haben den Vorteil, dass Schäden schnell verwachsen werden. Im September ist es meist nicht mehr zu heiß und es fallen häufig wieder regelmäßig Niederschläge.

Um die Gräser vorzubereiten, sollte etwa 14 Tage vorher der Rasen gedüngt werden. Dadurch sind die Gräser bereits im Wachstum und können Lücken schneller schließen. Dennoch ist eine Nachsaat nach dem Vertikutieren sinnvoll, da der Konkurrenzdruck vom Altbestand nicht so stark ist und die jungen, kleinen Keimlinge eine gute Chance zur Entwicklung und Etablierung haben. Vor dem Vertikutieren wird der Rasen auf ca. 3 cm heruntergemäht. Das Vertikutiergut muss unbedingt von der Fläche entfernt werden.

Schnitt

Wann soll ein Rasen geschnitten werden? Dafür gibt es die einfache aber bewährte „Drittel-Regel“: Sie besagt, dass ein Rasen immer dann zu schneiden ist, wenn ein Drittel seiner Schnitthöhe hinzu gewachsen ist. Bei einer Schnitthöhe von 4 cm, wäre das beispielsweise bei einem Aufwuchs von knapp 1,5 cm oder 5,5 cm Rasenhöhe. So genau wird kaum jemand messen, aber beim Zuwachs der halben Schnitthöhe, in unserem Beispiel 2 cm oder 6 cm Wuchshöhe, ist der Rasen wieder zu schneiden.

„Natürlich kann das im Frühjahr, bei guten Wachstumsbedingungen, viele Schnitte notwendig machen. Aber Sie werden rasch feststellen, dass es sich leichter mäht, schneller geht und der Rasen es dankt.“, sagt Prof. Martin Bocksch.