Am 12. August 2026 fand der alljährliche Kartoffelfeldtag auf der Versuchsfläche in Goldenstedt statt, organisiert von den Bezirksstellen Oldenburg-Süd und Nienburg der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Veranstaltung zog ca. 250 Fachbesucher aus der Region an – darunter Landwirte, Berater und Vertreter aus der Industrie und der Kartoffelwirtschaft.
Station 1: Versuche zur Bekämpfung der Krautfäule:
Einleitend stellte Lüder Cordes an dieser Station die Witterung und die sich daraus ergebenden Infektionsmöglichkeiten für Phytophthora infestans dar, die Trockenheit und die hohen Temperaturen haben die Ausbreitung des Krautfäuleerregers stark eingeschränkt. Ziel der vorgestellten Versuche ist es die Resistenzsituation der eingesetzten Wirkstoffe zu erfassen. Während im Vorjahr bei sehr hohem Krautfäuledruck die Wirkungsgrade der durchgehenden Behandlung mit Mandipropamid oder Oxathiapiprolin deutlich abfielen, konnten 2026 keine Unterschiede zwischen den verglichenen fungiziden Wirkstoffen erkannt werden. Es wurden zwei praxisrelevante Variante mit Wirkstoffwechsel angelegt, die verdeutlichen, dass über Wirkstoffkombinationen und über einen konsequenten Wirkstoffwechsel auch bei höherem Infektionsdruck die Kartoffeln weitgehend gesund gehalten werden können.
Station 2: Unkraut- und Durchwuchskartoffelbekämpfung
An der zweiten Station stellte Dirk Mußmann von der Bezirksstelle Nienburg Herbizidvarianten zur Unkrautbekämpfung und zur Kontrolle von Durchwuchskartoffeln in der Fruchtfolge vor. Durchwuchskartoffeln stellen ein zunehmendes Risiko im intensiven Kartoffelanbau dar, da eine ausreichende Bekämpfung durch tief eindringende Bodenfröste bei ausbleibenden Wintern immer seltener wird. Es wurde deutlich, dass gerade in einem nach Kartoffeln angebautem Mais effektive Bekämpfungsmöglichkeiten gegeben sind. Im folgenden Teil der Station wurden verschiedene Versuchsvarianten zur Bekämpfung von Unkräutern in Kartoffeln vorgestellt. Im Vordergrund stand hier die Kulturpflanzenverträglichkeit neu in Kartoffeln zugelassener Wirkstoffe.
Station 3: Sortenversuche Goldenstedt: Sortiment für die Verwertung als Pommes
Das Versuchsfeld in Goldenstedt ist Standort für die Landessortenversuche für Verarbeitungskartoffeln im Bereich Chips und Pommes und repräsentiert hier die schweren Standorte. Hinrich Rothert stellte da, dass die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen beeinflussten auch in den Sortenversuchen die Bestandesentwicklung und den Knollenansatz beeinflusten. Bei vielen Sorten waren Ansatz und Sortierung zum Zeitpunkt des Feldtages schwächer ausgeprägt als im Vorjahr. Dennoch waren bereits deutliche Unterschiede in der Entwicklung der einzelnen Sorten unter den diesjährigen Witterungsbedingungen erkennbar.
Station 4: Sortenversuche aus dem Sortiment der Chipssorten
Im LSV Chips wurden in diesem Jahr insgesamt 12 verschiedene Sorten von Tobias Jöring vorgestellt. Das Wetter mit extremer Hitze und Trockenphasen stellte auch hier eine besondere Herausforderung dar. So konnten deutliche Unterschiede hinsichtlich Abreifeverhalten, Laubstabilität und Knollenansatz zwischen den Sorten ermittelt werden. Vor allem der Knollenansatz und die Sortierung, die schlussendlich die marktfähige Ware einer Sorte festlegen, sind wichtige Parameter. Die Züchtung neuer Sorten ist hierbei von großer Bedeutung, sodass neben der Toleranz gegenüber Stressereignissen auch die Toleranz gegenüber Nematoden oder eingezüchtete Kartoffelkrebsresistenzen wichtige Merkmale neuer Sorten darstellen.
Station 5 Düngung – Kartoffeltag Goldenstedt
Die fünfte des Kartoffeltages beschäftigte sich mit einer möglichst effizienten Nährstoffausnutzung bei der Düngung. In einem mehrjährigen Stickstoffsteigerungsversuch stellten Martin Osterhage und Stephan Mählmann den Vergleich der Standardsorten Innovator und Zorba mit der Low-Input Sorte Chenoa vor. Hier zeigte die Sorte Chenoa, dass sie auch mit einem reduzierten Stickstoffangebot optimale Erträge und Qualitäten erreichen kann. Gleichzeitig zeigte der Versuch, dass frühe Sorten für eine optimale Ausnutzung auch früh mit Stickstoff versorgt werden müssen.
Im zweiten Teil der Station wurde den Teilnehmern ein Versuch zur Verbesserung der Phosphatverfügbarkeit durch Mikroorganismen vorgestellt. In dem jetzt mehrjährig durchgeführten Versuch konnte gezeigt werden, dass mit dem Einsatz des Bodenhilfsstoffs Trillus eine vergleichbare Wirkung wie mit der Düngung von leichtlöslichen Phosphaten erreicht werden konnte.
Fazit: Mit fast 250 Besuchern war der Feldtag ein voller Erfolg. Neben der Vorstellung der Versuche und der sich daraus ergebenen Diskussionen kam auch der Austausch unter den Besuchern.














