Eine nachhaltige Waldwirtschaft richtet sich nach der Gesamtheit der an einem Wuchsort auf Pflanzen einwirkenden Umweltbedingungen aus, die ein Standort hergibt. Welche Umweltbedingungen wirken jedoch genau auf solch ein Standort ein und wie können die Daten erhoben werden, aus denen generationsübergreifend erfolgreiche waldbauliche Entscheidungen abgeleitet werden?
Die Antwort liegt in der forstlichen Standortkartierung, die eine wesentliche Grundlage der waldbaulichen Planung darstellt. Sie erfasst alle für das Waldwachstum wichtigen natürlichen Kriterien wie Wasserverhältnisse, Nährstoffversorgung und geologische Schichtung/ Substratverteilung.
BodenschuerfeStephan ZanderDie gemessenen Kriterien bilden die Basis für eine standortkundlich abgesicherte und begründete Empfehlung von Baumarten und Baumartenmischungen, um den Waldeigentümern eine wichtige Grundlage für die Waldbewirtschaftung zur Verfügung zu stellen. Zudem bilden die Standortkartierungsergebnisse die Grundlage für
die Beantragung von Fördergeldern (z.B. Waldbau, Wegebau),
für betriebliche und regionale Zertifizierungen, für Waldbodenbewertungs- und Entschädigungsverfahren und
für Diskussionen im Umwelt- und Naturschutz.
Die dazu erforderlichen Bodenuntersuchungen werden mittels Handbohrungen, der Feinkartierung, und der Bodenschürfe mit Hilfe eines Baggers, der Grobkartierung, vorgenommen. Die Bodenprofile werden nach der Datenaufnahme wieder verfüllt.
PodsolStephan ZanderDie flächige Standortkartierung im Nichtstaatswald wird vom Land Niedersachsen finanziert. Für die rechtlichen Belange in der Standortkartierung ist das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zuständig. Als Vereinbarungsaufgabe wurde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Gesamtleitung, Planung, Steuerung und Durchführung der flächendeckenden Erfassung der Standortkartierung im Nichtstaatswald übertragen. Die Zuständigkeit für die fachliche Betreuung, Erweiterung, und Umsetzung des Kartierverfahrens sowie die jeweils fachlich notwendigen Änderungen im geländeökologischen Rahmenschema unterliegt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dem Niedersächsischen Forstplanungsamt sowie dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Hannover.
Standortkartierung auf Kalamitätsflächen - FeinkartierungStephan Zander
Ausgangslage
Der Sturm Friederike im Januar 2018 und die anschließenden Hitze-/Dürre- und Käferschäden des Waldsterbens 2.0 haben dem Privatwald in weiten Teilen Niedersachsens stark zugesetzt. Als Folge sind auch heute immer …
Ausgangslage
Die Notwendigkeit zur Digitalisierung wird durch die zunehmende Komplexität der Waldökosysteme hervorgerufen. Diese verlangt ein Inventurverfahren, welche diese Strukturen fehlerfrei und allumfassend aufnehmen kann. Dieses …
Ausgangslage
Der Kohlenstoffmarkt wird in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen, um das Treibhausgasminderungsziel der Bundesregierung zu erreichen. Der damit verbundene internationale Emissionshandel ist der Handel mit Rechten zum Aussto…
Ausgangslage
Die wichtigste Datenquelle zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Forstwirtschaft in Deutschland ist das Testbetriebsnetz Forst (TBN Forst) des BMEL. Dessen Ergebnisse werden jährlich vom BMEL veröffentlicht. …
Ausgangslage
Bei der Erfassung von Waldstrukturdaten im Klein- und Kleinstprivatwald sowie bei der Inventur ganzer Forstbetriebe arbeiten klassische Inventurverfahren mit einem Stichtagsbezug, was dazu führt, dass Daten und die daraus …
Ausgangslage
Reine Kiefernwälder auf grundwasserfernen, sandigen und nährstoffarmen Standorten Niedersachsens werden vermehrt in Mischwaldbestände mit u.a. Buche, Eiche und Douglasie überführt. Der Waldumbau hin zu …