Unser aktueller Sortenbericht auf Grundlage der Öko-Landessortenversuche 2026 informiert über die Ertrags- und Qualitätsleistungen der geprüften Winterweizensorten. Neben aktuellen Sortenempfehlungen werden relevante Sorteneigenschaften sowie wichtige Kriterien für Anbau und Sortenwahl im Ökolandbau vorgestellt.
Einfluss der Witterung in 2026
Gute Aussaatbedingungen und eine milde Witterung im Herbst 2025 sorgten für eine gute Vorwinterentwicklung des Getreides. Der Winter war durch mäßige Niederschlagsmengen, wiederkehrenden Bodenfrösten und zeitweiligen Schneeauflagen geprägt. Auswinterungsschäden traten aber nur vereinzelt auf. Das Frühjahr war durch anhaltend kühle Temperaturen mit geringen Niederschlagsmengen gekennzeichnet. Das führte zur verzögerten Entwicklung des Getreides aufgrund eingeschränkter Stickstoffmineralisierung im Boden. Ab Mai nahmen die Niederschläge deutlich zu. Für das Wintergetreide kam der Regen noch rechtzeitig, wodurch sich die Bestände gut entwickelten. Blattkrankheiten spielten eine geringe Rolle. Beim Winterweizen trat auf einigen Standorten sortenspezifisch deutlicher Gelbrostbefall auf. Der Juni war von wiederkehrenden Hitzeperioden mit bis zu 40 °C geprägt. Entsprechend groß waren im Frühsommer die Befürchtungen, dass die Erträge des Getreides deutlich unter den Erwartungen bleiben könnten. Das bestätigte sich allerdings nicht – es wurden überwiegend gute Erträge eingefahren. Es gab beim Winterweizen auch unbefriedigende Erntemengen, besonders auf Standorten mit späteren Novemberaussaaten. Offensichtlich haben die Hitzephasen den später entwickelten Beständen stärker zugesetzt.
Bei Winterweizen ist nur noch Saatgut aus ökologischer Erzeugung zulässig!
Der Winterweizen ist seit dem 1. April 2021 beim Saatgutbezug der Kategorie I zugeordnet. Das bedeutet: Für Arten bzw. Sortengruppen, die in die Kategorie I eingestuft sind, gilt grundsätzlich, dass keine Einzelgenehmigung zur Verwendung von konventionell, erzeugtem ungebeizten Saatgut, gem. Anhang II Teil I Nr. 1.8.5.1 der VO (EU) 2018/848 oder allgemeine Genehmigung gem. Anhang II Teil I Nr. 1.8.5.7 der VO (EU) 2018/848 erteilt werden kann. Eine aktuelle Übersicht im Handel erhältlicher biologisch erzeugter Saatgutpartien ist unter www.organicXseeds.de zu entnehmen.
Steinbrand in Winterweizen
Der Weizensteinbrand ist im Ökolandbau die wichtigste Ährenkrankheit. Das Steinbrandrisiko hat in der Praxis zugenommen. Ein Befall kann zu deutlichen Ertrags- und Vermarktungsverlusten führen. Mit ackerbaulichen Maßnahmen und durch die Verwendung von untersuchtem, sowie zertifiziertem Öko-Saatgut kann das Risiko deutlich verringert werden. Ein wiederholter Nachbau kann dagegen das Befallsrisiko deutlich erhöhen. Bei eigenem Nachbau muss deshalb zwingend eine Sporenanalyse durchgeführt werden. Die LWK Niedersachsen führt entsprechende Analysen durch. Infos zur Probeneinsendung finden Sie unter www.lwk-niedersachsen.de (Webcode: 01037383).
Das Pflanzenschutzamt der LWK Niedersachsen hat Versuche durchgeführt, bei denen die Steinbrandanfälligkeit zahlreicher Winterweizensorten überprüft wurde. Die Auswertung der vierjährigen Versuchsserie finden Sie unter www.lwk-niedersachsen.de (Webcode: 01044708). Die Einstufungen der geprüften Sorten sind auch im vorliegenden Sortenbericht enthalten.
Fazit zu den Öko-Landessortenversuchen Winterweizen im Anbaujahr 2026
- Für den Backweizenanbau gehören Roderik, Grannosos, Castado, Montalbano und Wendelin in die engere Wahl. Für den Probeanbau als Backweizen ist Vinzenz überlegenswert.
- Als ertragsbetonte Futterweizensorte kommt RGT Dello in Frage. Für den Probeanbau ist SU Tammo interessant.
- Aus der abgeschlossenen LSV-Prüfung können weiterhin KWS Keitum und Informer für den Futteranbau gewählt werden.
- Für den Anbau von rohproteinbetonteren Weizensorten für die Fütterung eignen sich KWS Espinum, Exsal und Ambientus.
Der aktuelle Sortenbericht mit den Ergebnissen der Öko-Landessortenversuche Winterweizen steht als PDF-Download zur Verfügung.
Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter: ISIP.












