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Grünlanderneuerung in Bremen

Erprobung und Wirkungsanalyse unterschiedlicher Grünlanderneuerungs- bzw. Verbesserungsverfahren ohne den Einsatz von Glyphosat

Beginn: 01.08.2022 / Ende: 31.12.2028

Einsaat auf der Fläche Kaemena 2
Umsetzung der glyphosatfreien Narbenerneuerung durch Einsaat von u.a. biodiversitätsfördernden SaatmischungenPeter Gatersleben

Ausgangslage
Im Rahmen der Grünlandnutzung kann es sowohl in intensiv genutztem Wirtschaftsgrünland zur Milchproduktion als auch in extensiv bzw. sogar geschütztem Naturschutzgrünland zur Notwendigkeit einer gewünschten Narbenveränderung bis hin zur totalen Narbenerneuerung kommen. Ursächlich hierfür können nicht beeinflussbare Faktoren wie Extremwitterungen (Dürreperioden, Schädlingskalamitäten), Bewirtschaftungsfehler oder Bewirtschaftungsauflagen sein. Der Erfolg einer Neuansaat hängt stark von der Ausdauer und der Konkurrenz der Altnarbe ab. Damit die Altnarbe sich nicht wieder durchsetzt, wurde diese bislang mit einem Totalherbizid (Glyphosat) behandelt und abgetötet. Zukünftig ist der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel, insbesondere der Einsatz von Totalherbiziden im Grünland, stark eingeschränkt: einzelne Schutzgebietsverordnungen in Bremen sowie die bundesweit geltende Pflanzenschutzanwendungsverordnung verbieten den Einsatz von Glyphosat in Wasser- oder Naturschutzgebieten.

Ziel des Projektes
Welche Möglichkeiten zur Grünlanderneuerung ohne Pflanzenschutzmitteleinsatz verbleiben bzw. zu entwickeln sind, um eine Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes auf Dauergrünlandflächen in Bremen zu erreichen, soll im Rahmen dieses Projekt geprüft werden. Darüber hinaus soll auch in besonderen Fällen aus Naturschutzgründen eine Grünlandveränderung durchgeführt werden, z.B. zur Entwicklung artenreicher Grünlandnarben durch Reaktivierung des Diasporenvorrates im Boden (Selbstbegrünung), durch Ansaat von Regiosaatgut.

Projektdurchführung
In einer ersten Projektphase (2022 – 2025) wurden auf vier Dauergrünlandflächen in Bremen verschiedene mechanische Grünlanderneuerungsverfahren (Fräsen, Pflügen, Striegeln mit anschließender Schlitz-, Scheiben- und Fräsdrille) getestet. In einer zweiten Projektphase (2026 bis 2028) werden nun zwei dieser Flächen weiter begleitet und bislang erzielte Erfolge, wie die Steigerung von Erträgen und Futterwerten durch eine Bestandesverbesserung, weiter durch gezielte Grünlandpflegemaßnahmen entwickelt.

  • Da Standard-Pflegemaßnahmen wie Schleppen und Walzen im Frühjahr, aufgrund hoher Feuchtigkeit bzw. Nässe nach Winter und/oder dem Schutz von möglichen Wiesenvogel-Gelegen ausscheiden, soll deren positive Wirkung im Sommerhalbjahr und Herbst erprobt werden.
  • Eine weitere dreijährige Datenerhebung mit Flächenmonitoring soll die Ergebnisse der verschiedenen Methoden und Ansaatbedingungen belastbar darstellen und bewerten. So können Erfolge in Ertrag und Qualität, aufgezeigt sowie Regio-Saatgutarten hinsichtlich ihres Etablierungserfolgs und der weiteren nachhaltigen Entwicklung kartiert werden.

Kontakt

Felicitas Kaemena
M.Sc. agr.
Felicitas Kaemena

Stellv. Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau

felicitas.kaemena~lwk-niedersachsen.de

Peter Gatersleben
M.Sc.
Peter Gatersleben

Grünlandwirtschaft und Rinderhaltung

peter.gatersleben~lwk-niedersachsen.de


Projekt-Partner


Praxisbetriebe