
Felicitas Kaemena
Stellv. Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau

Ausgangslage
Im Rahmen der Grünlandnutzung kann es sowohl in intensiv genutztem Wirtschaftsgrünland zur Milchproduktion als auch in extensiv bzw. sogar geschütztem Naturschutzgrünland zur Notwendigkeit einer gewünschten Narbenveränderung bis hin zur totalen Narbenerneuerung kommen. Ursächlich hierfür können nicht beeinflussbare Faktoren wie Extremwitterungen (Dürreperioden, Schädlingskalamitäten), Bewirtschaftungsfehler oder Bewirtschaftungsauflagen sein. Der Erfolg einer Neuansaat hängt stark von der Ausdauer und der Konkurrenz der Altnarbe ab. Damit die Altnarbe sich nicht wieder durchsetzt, wurde diese bislang mit einem Totalherbizid (Glyphosat) behandelt und abgetötet. Zukünftig ist der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel, insbesondere der Einsatz von Totalherbiziden im Grünland, stark eingeschränkt: einzelne Schutzgebietsverordnungen in Bremen sowie die bundesweit geltende Pflanzenschutzanwendungsverordnung verbieten den Einsatz von Glyphosat in Wasser- oder Naturschutzgebieten.
Ziel des Projektes
Welche Möglichkeiten zur Grünlanderneuerung ohne Pflanzenschutzmitteleinsatz verbleiben bzw. zu entwickeln sind, um eine Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes auf Dauergrünlandflächen in Bremen zu erreichen, soll im Rahmen dieses Projekt geprüft werden. Darüber hinaus soll auch in besonderen Fällen aus Naturschutzgründen eine Grünlandveränderung durchgeführt werden, z.B. zur Entwicklung artenreicher Grünlandnarben durch Reaktivierung des Diasporenvorrates im Boden (Selbstbegrünung), durch Ansaat von Regiosaatgut.
Projektdurchführung
In einer ersten Projektphase (2022 – 2025) wurden auf vier Dauergrünlandflächen in Bremen verschiedene mechanische Grünlanderneuerungsverfahren (Fräsen, Pflügen, Striegeln mit anschließender Schlitz-, Scheiben- und Fräsdrille) getestet. In einer zweiten Projektphase (2026 bis 2028) werden nun zwei dieser Flächen weiter begleitet und bislang erzielte Erfolge, wie die Steigerung von Erträgen und Futterwerten durch eine Bestandesverbesserung, weiter durch gezielte Grünlandpflegemaßnahmen entwickelt.

Stellv. Leiterin Fachbereich Grünland und Futterbau

Grünlandwirtschaft und Rinderhaltung