Wir bieten Lösungen - regional & praxisnah!

MuD IPB-FG

Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenbau im Bereich Freilandgemüsebau, Modellregion Niedersachsen

Beginn: 01.05.2026 / Ende: 30.04.2031

Werkzeuge und ein Eimer stehen in einem großen Salatfeld unter bewölktem Himmel.
Neue und noch nicht ausreichend in der Praxis etablierte Verfahren zur Verbesserung im Freilandgemüsebau sollen in Praxisbetrieben umgesetzt und demonstriert werden.Friederike Wellhausen

Ausgangslage
Der Anbau von Gemüse findet in Niedersachsen überwiegend im Freiland statt. Die Gemüseerzeugung steht mit Blick auf Fragen der Düngung und des Pflanzenschutzes vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig sind substantielle Anpassungen notwendig, um sich auf die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels einzustellen. Zusätzlich fordern die Verbraucher/-innen und der Handel eine Gemüseproduktion, bei der die Aspekte Klimaschutz und Umweltschutz einen hohen Stellenwert haben, bei gleichzeitig hohen Qualitätsstandards und einer kontinuierlichen Lieferfähigkeit. Für die Betriebe sind die Herausforderungen in der Umsetzung neuer, nachhaltiger Maßnahmen und Produktionsverfahren aus personeller Sicht und mit Blick auf die finanziellen Ressourcen häufig größer. Oft ist die Betriebsleitung schon voll ausgelastet, zusätzliche Aufgaben sind zeitlich schwierig zu integrieren.

Ziel des Projektes
Auf Praxisbetrieben werden innovative und noch nicht etablierte Ansätze zur integrierten Produktion von Gemüse demonstriert und Möglichkeiten einer Implementierung über den Einzelbetrieb hinaus erarbeitet. Das Projekt bearbeitet konkret die Bereiche Fruchtfolge, Bewässerung, Pflanzenschutz, Pflanzenernährung und Biodiversität in einer integrierten Art und Weise und unterstützt so einen Transformationsprozess des Freilandgemüsebaus, der die Belange der Umwelt und der Gesellschaft hin zu einer nachhaltigeren Produktionsweise berücksichtigt. Ausgehend von betriebsspezifischen Fruchtfolgen wird der Status quo aller fünf Bereiche erfasst und darauf aufbauend werden geeignete Maßnahmen zur Optimierung der integrierten Produktion abgeleitet. Durch die Auswahl der Betriebe mit unterschiedlichen Anbau- und Vermarktungsstrukturen werden dabei unterschiedliche Boden-Klima-Räume und  Kulturen einbezogen sowie die mit den spezifischen Vermarktungswegen verbundenen Anforderungen berücksichtigt.

Projektdurchführung
Das Projekt ist Teil eines Verbundprojektes unter der Gesamtkoordination des Julius Kühn-Institutes. Niedersachsen ist eine Modellregion. Arbeitsschritte und Meilensteine sind:

  • die Bildung eines Netzwerkes ausgehend von am Projekt teilnehmenden Betrieben
  • Erfassung des Status quo auf den Betrieben
  • Maßnahmenauswahl und -umsetzung zur Etablierung bzw. Verbesserung der integrierten Produktion
  • Auswertung umgesetzter Maßnahmen anhand zu bestimmender Indikatoren
  • Wissenstransfer in die Praxis

Kontakt

Dr. Hendrik Führs
Dipl.-Ing. agr.
Dr. Hendrik Führs

Leiter Fachbereich Beratung und Qualitätsmanagement im Gartenbau

hendrik.fuehrs~lwk-niedersachsen.de


Hanna Wildenhues

Hanna Wildenhues

Leiterin Sachgebiet Prozessqualität im Gartenbau

hanna.wildenhues~lwk-niedersachsen.de

Friederike Wellhausen

Friederike Wellhausen

Beraterin Gemüse/Spargel und Regionalkoordination MuD Integrierter Pflanzenbau Freilandgemüse

friederike.wellhausen~lwk-niedersachsen.de

Beiträge aus dem Projekt-Blog

13.07.2026

MuD „Integrierter Pflanzenbau im Freilandgemüsebau“ präsentiert sich interessierten Besuchern beim 2. Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau am Gartenbaukompetenzzentrum Gülzow.

Am 08.07.2026 fand der 2. Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau am Gartenbaukompetenzzentrum der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern statt. Im Rahmen der Norddeutschen Kooperation war auch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit dem MuD IBP-FG auf dem Feldtag vertreten.

Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow
Maßnahmen des integrierten Pflanzenbaus im Freilandgemüsebau - Welche Maßnahmen sind wirksam und wie gut lassen sie sich im Betrieb umsetzen?Hanna Wildenhues
Mitmachaktion für Betriebe zum Thema Integrierter Pflanzenbau

„Integrierter Anbau in der Praxis – Was wirkt und was ist wirklich praxistauglich?“ Unter diesem Motto waren BesucherInnen des Feldtags dazu aufgerufen, verschiedene Maßnahmen des integrierten Pflanzenbaus in einem Raster anzuordnen. Im Fachgespräch wurden die Hintergründe näher beleuchtet:

„Warum schätzen Sie diese Maßnahme als wenig wirksam ein?“

„Wo sehen Sie Probleme in der praktischen Umsetzung?“

„Welche dieser Maßnahmen setzen Sie bereits in Ihrem Betrieb um und welche würden Sie gerne einmal ausprobieren?“

Spielerisch konnten so im entspannten Gespräch erste Eindrücke und der Blick aus der Praxis zum Thema Integrierter Pflanzenbau im Gemüsebau eingefangen werden – wichtige Impulse für die Startphase des Projekts.

Zitate Teilnehmer:

„Technik wie der Spot-Sprayer und der Laser macht man nicht nebenbei. Da braucht man jemanden der dafür brennt, der Bock darauf hat und sich intensiv damit beschäftigt.“ (Betriebsleiter)

„Jeder Betrieb kann und sollte Zwischenfrüchte anbauen. Auch wenn es für den Gemüsebau nicht die „Top-Mischung“ gibt, es ist eine wichtige Maßnahme und die Durchführung ist nicht komplex.“ (Betriebsleiter)

„Ich bin erstaunt, wie sicher und kompetent die Praktiker die Maßnahmen einordnen können. Da ist ganz viel Wissen und Erfahrung vorhanden.“ (Wissenschaftler)

Der Branchentreff bot zudem eine gute Vernetzungsmöglichkeit mit weiteren Akteuren des Projektkonsortiums aus anderen Bundesländern: Das Julius Kühn-Institut, die Regionalkoordination der Kammer NRW sowie Vertreter des Leibniz-Institut für Gartenbauwissenschaften (IGZ) waren ebenfalls vor Ort.

Gruppenfoto MuD IPB FG beim Branchentreff & Feldtag Freilandgemüsebau in Gülzow
Auch für die Projektpartner bot der Feldtag Austauschmöglichkeiten: V.l.n.r.: Fabian Facco (IGZ), Friederike Wellhausen (LWK Niedersachsen), Dr. Burkhard Golla (JKI Institut SF), Dr. Ute Vogler (JKI-Institut G), Hanna Wildenhues (LWK Niedersachsen), Dr. André Sradnick (IGZ), Jan-Bernd Schulze-Lutum (LWK Nordrhein-Westfalen).Dr. Sandra Münzel / Institut für Gartenbauwissenschaften (IGZ)

Und natürlich der Feldtag selbst bot jede Menge fachlichen Input für das MuD. Viele Themen und Fragestellungen des integrierten Anbaus wurden und werden bereits am GKZ bearbeitet.

Highlight und Besuchermagnet war die Technikvorstellung. Moderne, teils autonome Techniken zur Unkrautbekämpfung mittels Spot-Sprayer, Laser, Hacke, Striegel oder Strom zeigten den zunehmenden Einzug von Hightech im Gemüsebau, aber auch die Herausforderungen des Einsatzes von Sensorik und KI-Technologien.

Vorgestellt wurden außerdem (Öko-)Sortenversuche bei Zwiebeln, Knollensellerie und Artischocken sowie Untersuchungen zum Einfluss der Anzuchtmethode auf die Wurzelentwicklung bei Eissalat (Projekt ToSuGa). Darüber hinaus konnten sich die Besucherinnen und Besucher über Mulchfolien und Multiklimanetz zur Reduzierung von Verdunstungsverlusten, verschiedene Zwischenfrüchte sowie mechanische Unkrautregulierung informieren. Ein Bodenprofil, vorgestellt von Dr. Christel Baum (Professorin an der Universität Rostock), verdeutlichte zudem den Einfluss der Standortbedingungen auf Anbauplanung und Kulturführung, insbesondere im Hinblick auf das Thema Zwischenfrüchte.

Insgesamt ein spannender Tag mit viel fachlichem Input, modernster Technik und zahlreichen Möglichkeiten des Austauschs mit Praxis, Wissenschaft und Beratung.

Weitere Infos zum Feldtag gibt es unter: 2. Branchentreff und Feldtag Gemüsebau

Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow Branchentreff und Feldtag Freilandgemüsebau Gülzow

27.05.2026

Das MuD „Integrierter Pflanzenbau im Freilandgemüsebau“ möchte gemeinsam mit Gemüsebaubetrieben innovative Maßnahmen des integrierten Pflanzenbaus in der Praxis testen und etablieren.

Interesse? Dann bewerben Sie sich und werden Demonstrationsbetrieb!

Handlungsfelder des integrierten Anbaus
Die Handlungsfelder des Integrierten Pflanzenbaus umfassen viele verschiedene Maßnahmen - Welche für Ihren Betrieb passt, untersuchen wir im Projekt.Friederike Wellhausen

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) sucht im Zuge des Modell- und Demonstrationsvorhabens „Integrierter Pflanzenbau im Freilandgemüsebau“ (MuD IPB FG) nach motivierten Gemüsebaubetrieben in Niedersachsen, die Interesse haben verschiedene Maßnahmen des integrierten Pflanzenbaus in der Praxis zu erproben, weiterzuentwickeln und für BerufskollegInnen zu demonstrieren.

Rahmenbedingungen:

  • Sie bewirtschaften einen Gemüsebaubetrieb in Niedersachsen (idealerweise 100 km Umkreis Hannover) und haben Interesse, innovative Maßnahmen des integrierten Pflanzenbaus auf Ihrem Betrieb zu testen und Ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen
  • Wir erarbeiten mit Ihnen gemeinsam die für Ihren Betrieb passenden Maßnahmen und begleiten Sie von der Planung über die Umsetzung bis zur Auswertung
  • Wir erarbeiten die Vor- und Nachteile der jeweiligen Maßnahmen und prüfen, welche Synergien aber auch Zielkonflikte sich bei der Kombination von Maßnahmen ergeben
  • Innerhalb der teilnehmenden Betriebe wird ein enges Netzwerk zum Erfahrungsaustausch aufgebaut
  • Über Veranstaltungen wie Feldtage, Seminare o.ä. werden die Praxiserfahrungen über das Netzwerk hinaus an andere interessierte BetriebsleiterInnen weitergegeben
  • Für teilnehmende Demonstrationsbetriebe ist eine anteilige Förderung vorhabenbezogener Investitionskosten möglich
    InRow-Hacke in Kohlrabi
    Alternative Unkrautbekämpfung mittels Inrow Hacke als eine mögliche Maßnahme, die im Projekt getestet wirdSvenja Waldmann-Mahilrasah

Bei Interesse melden Sie sich bei Friederike Wellhausen (Regionalkoordination Modellregion Niedersachsen).

Bis zum 31.08.2026 muss die formlose Interessensbekundung bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eingereicht werden.

Das Modell- und Demonstrationsvorhaben wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert und läuft von Mai 2026 bis April 2031. Die LWK betreut im Rahmen des Projektes eine von vier Modellregionen in Deutschland. Die Gesamtprojektkoordination obliegt dem Julius Kühn-Institut, Institut für Pflanzenschutz in Gartenbau und urbanem Grün.