Bezirksstelle Northeim

Warum sollten Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr abgekocht werden?

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Beeren sind sehr gesund und werden gern für Smoothies, Desserts, Müslis und Backwaren verwendet. Eine beliebte Alternative zu frischen Früchten sind Tiefkühlbeeren. Doch wie die aktuellen Produktrückrufe zeigen, ist ein hygienischer Umgang mit Ihnen sehr wichtig: immer wieder werden Noroviren und Hepatitis-A-Viren nachgewiesen.

Tiefkühlbeeren
TiefkühlbeerenBeate Adolphi
Wie kommen die Viren in die Tiefkühlbeeren?
Die Viren können z.B. über verunreinigtes Wasser beim Anbau, der Ernte oder während der Verarbeitung beim Produzenten auf die Früchte gelangen. Das Tiefgefrieren sorgt nicht für das Abtöten der krankmachenden Keime, sie gehen in die Ruhephase. Beim Auftauen werden sie wieder aktiv und können sich bei Zimmertemperatur rasant vermehren.

Wie kann ich eine Infektion verhindern?
Das LAVES rät, die Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr zu erhitzen: mindestens 100 °C für 5 Minuten. Wenn man sie zum Backen verwendet, reicht das Mitbacken. Besonders bei Personengruppen wie Schwangeren, Kleinkindern, Älteren Menschen und Immungeschwächten sollte man immer darauf achten.
Auch wenn beim Erhitzen ein Teil der Vitamine verloren gehen, überwiegt der Sicherheitsgewinn.

Beim Umgang mit aufgetauten Beeren sollten dieselben Hygieneregeln gelten wie bei anderen potenziell belasteten Lebensmitteln:
•    Hände nach dem Kontakt gründlich waschen.
•    Arbeitsflächen reinigen.
•    Küchenutensilien unmittelbar säubern.
•    Auftauwasser nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt bringen.
Dadurch wird verhindert, dass mögliche Krankheitserreger auf verzehrfertige Lebensmittel übertragen werden (Kreuzkontamination).

Alternative: Selbst Früchte einfrieren
Gut gewaschene, abgetropfte, selbst eingefrorene Beeren aus dem eigenen Garten oder der Region bergen in der Regel kein Risiko. Wo Sie in Ihrer Nähe einen Anbieter finden, erfahren sie hier unter https://www.service-vom-hof.de/.

Gesundheitsrisiken
Hepatitis A
Eine Infektion kann zunächst unspezifische Beschwerden verursachen: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber, Müdigkeit. Später können Gelbsucht, dunkler Urin und heller Stuhl auftreten. Besonders ältere Menschen, Personen mit Lebererkrankungen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können schwerer erkranken. 
Da die Inkubationszeit 15-50 Tage beträgt, ist die Rückverfolgung schwierig. Eine Impfung ist möglich, die Diagnose wird über Antikörper im Blut gestellt.

Noroviren
Noroviren verursachen meist ein plötzlich einsetzendes Erbrechen, Durchfall, Übelkeit und Bauchkrämpfe. Die Symptome klingen nach ca. drei Tagen ab. Besonders Kleinkinder und ältere Menschen können durch den Flüssigkeitsverlust gefährdet sein. Hier ist die Inkubationszeit mit 10-50 Stunden kürzer.


Fazit: Tiefkühlbeeren erst erhitzen dann verzehren
Die aktuellen Rückrufe von Tiefkühlbeeren zeigen, dass virale Verunreinigungen auch bei gefrorenen Lebensmitteln vorkommen können. Das Risiko für Verbraucher lässt sich jedoch durch einfache Hygienemaßnahmen erheblich reduzieren. Die wichtigste Regel lautet: Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr ausreichend erhitzen, insbesondere wenn sie in Smoothies, Desserts oder anderen kalten Speisen verwendet werden. So bleibt der Genuss gesund und sicher. Das Gleiche gilt für TK-Gemüse und TK-Kräuter, auch diese sollten vor dem Verzehr immer erhitzt werden.

TIPP für Cocktails mit Tiefkühlbeeren
Beeren erhitzen, abkühlen lassen und in Eiswürfelformen gefrieren lassen – dann ist der Cocktail sicher.

Weitere Hinweise und Alltagstipps geben die Referentinnen der LWK in den regelmäßig stattfindenden Hygieneschulungen.