Bezirksstelle Oldenburg-Süd

Erneuter Austausch im Rahmen des „Runden Tisches Nährstoffmanagement“ im Landkreis Cloppenburg

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Am 28. Juli 2026 fand bei der Bezirksstelle Oldenburg-Süd der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Cloppenburg eine Sitzung des „Runden Tisches Nährstoffmanagement“ statt. An dem Austausch beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter der landwirtschaftlichen Praxis, darunter das Landvolk und die Kreislandwirte sowie der Beratung, der Landkreise Cloppenburg, Vechta und des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML).

Broschüre mit der Aufschrift "Nährstoffbericht für Niedersachsen 2023/2024" und Bildern eines Gebäudes und einer Landschaft.
Nährstoffbericht 2023/2024Jutta Klaukien

Anlass für das Treffen war die Veröffentlichung des Nährstoffberichts 2024/2025, der aufgrund der Viehhaltung in der Region von besonderer Bedeutung ist. Vertreter der Düngebehörde und des Fachinspektionsdienstes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen stellten die aktuellen Ergebnisse des Nährstoffberichts sowie die Kontrollen zum Fachrecht Düngung vor. Ein besonderer Fokus lag dabei auf den Auswertungen für die Landkreise Cloppenburg, Vechta und Oldenburg.

Für eine möglichst realitätsnahe Darstellung des Nährstoffanfalls aus der Tierhaltung werden verschiedene Datengrundlagen herangezogen. Neben den Daten der Tierseuchenkasse werden zunehmend auch die Meldungen aus ENNI in die Auswertungen einbezogen. Dadurch können die Tierhaltung und der daraus resultierende Nährstoffanfall differenzierter abgebildet werden. Darüber hinaus werden die Nährstoffmengen aus den örtlichen Biogasanlagen und den Nährstoff-Vermittlungsbörsen berücksichtigt.

Die Auswertungen zeigen, dass weiterhin Wirtschaftsdünger aus der Region verbracht werden müssen und dies auch entsprechend erfolgt. Positiv hervorzuheben ist, dass die Grenze von 170 kg organischem Stickstoff je Hektar in allen betrachteten Landkreisen inzwischen unterschritten wird.

Trotz dieser positiven Entwicklung der Nährstoffbilanz zeigen sich bislang kaum entsprechende Veränderungen der Nitratkonzentrationen an den Grundwassermessstellen. Es wurde deutlich, dass die Entwicklung der Nitratgehalte von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird und nicht allein von der Höhe der Düngung abhängt. Neben Fruchtfolge und Zwischenfruchtanbau spielen unter anderem auch Bodenart, Witterung, atmosphärische Stickstoffeinträge und die Mineralisierung der organischen Bodensubstanz eine Rolle. Für die Bewertung möglicher Nitratausträge ist neben der Nährstoffbilanz auch der Herbst-Nmin-Wert von besonderer Bedeutung, da er Hinweise auf das Auswaschungspotenzial über die Wintermonate geben kann. Vor diesem Hintergrund wurden auch Möglichkeiten zur Anpassung der Bodenbearbeitung diskutiert, um die Herbst-Nmin-Werte möglichst niedrig zu halten.

Im weiteren Austausch wurde diskutiert, wie die Nährstoffsituation zukünftig differenzierter bewertet werden kann. Die umfangreichen betrieblichen Daten aus ENNI könnten dabei helfen, die Bewirtschaftung der einzelnen Betriebe stärker in die Bewertung einzubeziehen. Dadurch könnten Unterschiede zwischen einzelnen Betrieben und Standorten besser berücksichtigt werden, anstatt größere Gebiete einheitlich zu betrachten.

Die Landwirtschaftskammer wird die gewonnenen Erkenntnisse und Entwicklungen weiterhin in die fachlichen Diskussionen zur Weiterentwicklung der Düngeverordnung einbringen. Ziel ist es, praxisgerechte Lösungsansätze für Landwirtschaft und Gewässerschutz fortzuentwickeln.

Autorin: Maria Jost