Bezirksstelle Osnabrück

Futterversorgung in Trockenjahren: Jetzt frühzeitig handeln

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Ein Ende der Trockenheit ist derzeit vielerorts nicht in Sicht. Gleichzeitig zeichnet sich in vielen Regionen bereits heute ab, dass 2026 kein einfaches Maisjahr werden wird. Zusätzlich tendieren die Futtermittelmärkte aufgrund der weltpolitischen Lage deutlich fester, wodurch Futterzukäufe zunehmend teurer werden. Umso wichtiger ist es, die eigene Futterstrategie frühzeitig zu überprüfen und mögliche Engpässe rechtzeitig abzusichern.

Herausforderungen bei anhaltender Trockenheit

Grünes Gras wächst zwischen trockenen, rissigen Erdklumpen.
Trockenperioden wirken sich auf Etrag und Futterqualität ausDr. Christine Kalzendorf
Die Auswirkungen von Trockenperioden zeigen sich nicht nur auf dem Acker, sondern entlang der gesamten Futterkette:

  • Geringere Futtererträge
  • Schwächeres Nachwachsen der Weiden
  • Schlechtere Silagequalitäten
  • Steigende Futterkosten
  • Größere Schwankungen in der Rationsgestaltung

Die Reduzierung der Erträge ist jedoch nur ein Teil des Problems. Mindestens ebenso entscheidend ist die Veränderung der Futterqualität. Minderwertige Grundfutterqualitäten können erhebliche Auswirkungen auf die Herdenleistung haben:

  • Geringere Trockenmasseaufnahme
  • Rückläufige Milchleistung
  • Höhere Risiken für die Pansengesundheit
  • Leistungseinbußen bei den Tieren
  • Sinkende Wirtschaftlichkeit des Betriebs
  • Alternative Futtermittel gezielt einsetzen

In Trockenjahren sollten frühzeitig alternative Futterquellen geprüft werden. Besonders interessant sind energiereiche Faserkomponenten, die helfen können, die Ration zu stabilisieren und gleichzeitig die Futteraufnahme zu fördern.

Geeignete Komponenten sind beispielsweise:

  • Zuckerrübenschnitzel
  • Pressschnitzel
  • Biertreber
  • Sojabohnenschalen

Diese Futtermittel können dabei helfen, Schwankungen in der Grundfutterqualität teilweise auszugleichen.

Futterzukäufe rechtzeitig planen

Gerade bei steigenden Marktpreisen sollten notwendige Futterzukäufe frühzeitig kalkuliert und abgesichert werden. Gleichzeitig empfiehlt es sich, Rationen mit ausreichenden Sicherheitsreserven zu planen, um auf schwankende Silagequalitäten flexibel reagieren zu können. Wichtige Maßnahmen sind:

  • Frühzeitige Planung von Futterzukäufen
  • Sicherheitszuschläge bei der Rationsplanung
  • Regelmäßige Silageuntersuchungen
  • Laufende Anpassung der Rationen an die tatsächlichen Futterwerte

Nur wer die aktuellen Futterqualitäten kennt, kann bedarfsgerechte und wirtschaftliche Rationen erstellen.

Tierbestand kritisch überprüfen

In Jahren mit knapper Futterversorgung sollte auch die betriebliche Tierzahl kritisch hinterfragt werden. Nicht immer ist die maximale Tierzahl automatisch die wirtschaftlichste Lösung. Eine moderate Bestandsanpassung kann in einzelnen Betrieben dazu beitragen, die Futterversorgung zu sichern und die Rentabilität zu erhalten.

Maissilage bei Trockenheit

Maisfeld mit vertrockneten Blättern unter blauem Himmel mit wenigen Wolken.
Die Dürre 2018 verursachte massive Ertragseinbußen beim MaisKarl-Gerd Harms
Besonders empfindlich reagiert Mais während der Blüte auf Wasserstress. Genau diese Situation ist in diesem Jahr vielerorts zu beobachten. Die Folge können Pflanzen sein, die bereits in der Notreife abreifen und teilweise nur geringe oder gar keine Kolben ausbilden.

Für die Silierung ergeben sich daraus einige Besonderheiten:

  • Bestände sollten gegebenenfalls früher gehäckselt werden.
  • Die Häcksellänge ist an die Bestandsverhältnisse anzupassen.
  • Zu hohe Trockenmassegehalte sollten vermieden werden, um die Verdaulichkeit sicherzustellen.
  • Kolbenarme oder kolbenlose Bestände weisen häufig deutlich andere Nährstoffgehalte auf als übliche Maissilagen.

Besondere Vorsicht ist bei der Analyse kolbenloser Maisbestände geboten. Hier sollten möglichst nasschemische Untersuchungen durchgeführt werden, da NIRS-Kalibrationen bei solchen Sonderfällen nicht immer zuverlässige Ergebnisse liefern.

Fazit

Trockenjahre stellen Milchviehbetriebe vor erhebliche Herausforderungen. Neben geringeren Erträgen sind vor allem die Veränderungen der Futterqualität ein entscheidender wirtschaftlicher Faktor. Wer frühzeitig alternative Futtermittel einplant, Futterzukäufe absichert, regelmäßig Silageanalysen durchführt und die Bestandsgröße kritisch überprüft, kann die Auswirkungen schwieriger Vegetationsbedingungen deutlich besser abfedern.