Ein Ende der Trockenheit ist derzeit vielerorts nicht in Sicht. Gleichzeitig zeichnet sich in vielen Regionen bereits heute ab, dass 2026 kein einfaches Maisjahr werden wird. Zusätzlich tendieren die Futtermittelmärkte aufgrund der weltpolitischen Lage deutlich fester, wodurch Futterzukäufe zunehmend teurer werden. Umso wichtiger ist es, die eigene Futterstrategie frühzeitig zu überprüfen und mögliche Engpässe rechtzeitig abzusichern.
Herausforderungen bei anhaltender Trockenheit
- Geringere Futtererträge
- Schwächeres Nachwachsen der Weiden
- Schlechtere Silagequalitäten
- Steigende Futterkosten
- Größere Schwankungen in der Rationsgestaltung
Die Reduzierung der Erträge ist jedoch nur ein Teil des Problems. Mindestens ebenso entscheidend ist die Veränderung der Futterqualität. Minderwertige Grundfutterqualitäten können erhebliche Auswirkungen auf die Herdenleistung haben:
- Geringere Trockenmasseaufnahme
- Rückläufige Milchleistung
- Höhere Risiken für die Pansengesundheit
- Leistungseinbußen bei den Tieren
- Sinkende Wirtschaftlichkeit des Betriebs
- Alternative Futtermittel gezielt einsetzen
In Trockenjahren sollten frühzeitig alternative Futterquellen geprüft werden. Besonders interessant sind energiereiche Faserkomponenten, die helfen können, die Ration zu stabilisieren und gleichzeitig die Futteraufnahme zu fördern.
Geeignete Komponenten sind beispielsweise:
- Zuckerrübenschnitzel
- Pressschnitzel
- Biertreber
- Sojabohnenschalen
Diese Futtermittel können dabei helfen, Schwankungen in der Grundfutterqualität teilweise auszugleichen.
Futterzukäufe rechtzeitig planen
Gerade bei steigenden Marktpreisen sollten notwendige Futterzukäufe frühzeitig kalkuliert und abgesichert werden. Gleichzeitig empfiehlt es sich, Rationen mit ausreichenden Sicherheitsreserven zu planen, um auf schwankende Silagequalitäten flexibel reagieren zu können. Wichtige Maßnahmen sind:
- Frühzeitige Planung von Futterzukäufen
- Sicherheitszuschläge bei der Rationsplanung
- Regelmäßige Silageuntersuchungen
- Laufende Anpassung der Rationen an die tatsächlichen Futterwerte
Nur wer die aktuellen Futterqualitäten kennt, kann bedarfsgerechte und wirtschaftliche Rationen erstellen.
Tierbestand kritisch überprüfen
In Jahren mit knapper Futterversorgung sollte auch die betriebliche Tierzahl kritisch hinterfragt werden. Nicht immer ist die maximale Tierzahl automatisch die wirtschaftlichste Lösung. Eine moderate Bestandsanpassung kann in einzelnen Betrieben dazu beitragen, die Futterversorgung zu sichern und die Rentabilität zu erhalten.
Maissilage bei Trockenheit
Für die Silierung ergeben sich daraus einige Besonderheiten:
- Bestände sollten gegebenenfalls früher gehäckselt werden.
- Die Häcksellänge ist an die Bestandsverhältnisse anzupassen.
- Zu hohe Trockenmassegehalte sollten vermieden werden, um die Verdaulichkeit sicherzustellen.
- Kolbenarme oder kolbenlose Bestände weisen häufig deutlich andere Nährstoffgehalte auf als übliche Maissilagen.
Besondere Vorsicht ist bei der Analyse kolbenloser Maisbestände geboten. Hier sollten möglichst nasschemische Untersuchungen durchgeführt werden, da NIRS-Kalibrationen bei solchen Sonderfällen nicht immer zuverlässige Ergebnisse liefern.
Fazit
Trockenjahre stellen Milchviehbetriebe vor erhebliche Herausforderungen. Neben geringeren Erträgen sind vor allem die Veränderungen der Futterqualität ein entscheidender wirtschaftlicher Faktor. Wer frühzeitig alternative Futtermittel einplant, Futterzukäufe absichert, regelmäßig Silageanalysen durchführt und die Bestandsgröße kritisch überprüft, kann die Auswirkungen schwieriger Vegetationsbedingungen deutlich besser abfedern.










