Bezirksstelle Osnabrück

Runder Tisch Nährstoffe im Landkreis Osnabrück am 20.08.2026

Webcode: 01045709

Zum 10. Runden Tisch Nährstoffe im Landkreis Osnabrück kamen Vertreter aus Landwirtschaft, Verwaltung, Handel und Fachbehörden zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen im Bereich Nährstoffmanagement und Gewässerschutz auszutauschen.

Teilnehmer Runder Tisch Nährstoffe Osnabrück August 2026
Teilnehmer Runder Tisch Nährstoffe Osnabrück August 2026Lea Ewoldt / Landvolk Osnabrück
Kreislandwirt Johannes Schürbrock begrüßte die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung des regelmäßigen Dialogs zwischen landwirtschaftlicher Praxis und den zuständigen Institutionen. Die regelmäßige Arbeit des Runden Tisches habe den Anstoß für viele weitere Gesprächsrunden und Beratungsleistungen gegeben. Von einem Nährstoffüberschuss im Landkreis Osnabrück im Jahr 2016 von über 4.000 t Stickstoff konnte man über die Steigerung der N-Effizienz und Erhöhung der Verbringung eine Trendumkehr hin zu einem negativen Nährstoffsaldo erreichen.

Georg Kühling vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) stellte aktuelle Informationen zur Grundwassergüte vor. Hier sind positive Tendenzen in den Grundwassermesserstellen erkennbar, aber dennoch bliebe noch viel zu tun.  Deutlich wurde, dass die Verbesserung der Wasserqualität weiterhin eine Gemeinschaftsaufgabe von Landwirtschaft, Behörden und Wasserversorgern bleibt. Die Überarbeitung der Roten Gebiete unter Berücksichtigung der N2-Argon-Methode wurde hierbei intensiv und zum Teil kritisch diskutiert.

Anschließend präsentierte Heinz-Hermann Wilkens von der Düngebehörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen den Nährstoffbericht mit besonderem Blick auf den Landkreis Osnabrück. Die Auswertung zeigte die aktuelle Nährstoffsituation in der Region und verdeutlichte die positive Entwicklung in den Nährstoffbilanzen. Sowohl beim Stickstoff als auch beim Phosphor sind auf Landkreisebene mittlerweile negative Düngesalden zu verzeichnen. Wertvolle Daten liefern hier die ENNI-Meldungen der ldw. Betriebe auch im Hinblick auf politische Entscheidungen. Die ENNI-Meldungen sind in dieser Form bundesweit einzigartig und belegen die positive Arbeit der Landwirte in Osnabrück und Niedersachsen.

Über die Kontrollen im Fachrecht Düngung informierte Julia Wellinghoff. Im Fokus stand Teil B des Niedersächsischen Nährstoffberichtes 2024. Vorgestellt wurden Umfang und Ergebnisse der behördlichen Kontrollen sowie häufig festgestellte Mängel. Gleichzeitig wurde auf die Verantwortung der Betriebe hingewiesen, die Dokumentations- und Meldepflichten sorgfältig zu erfüllen.

Einen praxisnahen Einblick bot Reno Furmanek mit der Kurzvorstellung eines Feldversuchs zum Düngerecht und Wasserschutz in Schwüblingsen. Die Versuchsfläche wurde bewusst in einem Roten Gebiet angelegt. Ziel des Projektes ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie die Anforderungen des Düngerechts mit einem wirksamen Gewässerschutz in Einklang gebracht werden können. Die Ergebnisse sollen künftig als Grundlage für Beratung und Praxis dienen.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ wurden aktuelle Anliegen und Fragen der Teilnehmenden diskutiert. Der Runde Tisch machte erneut deutlich, wie wichtig der fachliche Austausch für die Weiterentwicklung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Landwirtschaft im Landkreis Osnabrück ist. Weiterhin wurde angeregt einen Runden Tisch Pflanzenschutzmittel analog zum Runden Tisch Nährstoffe zu bilden.