Seit sechs Jahren führt der Fachbereich Ökologischer Landbau der LWK Niedersachsen Anbauversuche mit Winterhafer durch. Hintergrund sind die deutlich spürbaren Klimaveränderungen. In der Landwirtschaft nehmen durch die Klimaveränderungen die Anbaurisiken weiter deutlich zu. In der pflanzlichen Erzeugung müssen Lösungswege zur Klimaanpassung gefunden werden. Das beinhaltet auch bisher wenig bekannte Kulturen sowie resilientere Anbausysteme zu prüfen und zu etablieren. Beim Sommerhafer ist das Anbaurisiko durch die Wetterextreme zweifellos gestiegen. Die Qualitäten und Erträge haben in den zurückliegenden Jahren besonders durch Trockenheit und Hitze gelitten.

Winterhafer zunehmend gefragt
Gegenüber dem Vorjahr 2025 ist erneut ein deutlicher Anstieg der Öko-Anbaufläche zu verzeichnen. Auf Grundlage der vorläufigen Zahlen der Agrarsammelanträge 2026 (INVEKOS) beträgt die niedersächsische Öko-Anbaufläche beim Winterhafer mittlerweile rund 900 ha. Flankierend hat sich die Verfügbarkeit von Öko-Saatgut verbessert, da Vermehrungsorganisationen stärker in die Öko-Saatgutvermehrung eingestiegen sind. Zudem berichtet die aufnehmende Hand überwiegend positiv von den angelieferten Qualitäten des Winterhafers.
Ergebnisse der Öko-Sortenversuche Winterhafer
In mehrjährigen Feldversuchen der LWK Niedersachsen wird untersucht, ob unter den zunehmenden Wetterextremen der Winterhafer eine rentable Anbaualternative zur Absicherung von Qualitäten und Erträgen im Ökolandbau bieten kann. In den Parzellenversuchen wurden bislang vier Winterhafersorten hinsichtlich Ertragsniveau, Winterhärte und Qualitätsparametern auf langjährig umgestellten Öko-Versuchsstandorten geprüft.
Flankierend sind der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) und die LWK Schleswig-Holstein mit abgestimmten Öko-Sortenversuchen zum Winterhafer eingestiegen. Somit decken die Versuche der drei Bundesländer ein breites Spektrum an Boden-Klima-Räumen ab.
Alle Ergebnisse zu Erträgen und Qualitäten der Sortenversuche Öko-Winterhafer 2026 sowie hilfreiche Tipps für die Praxis sind in unserem Sortenbericht veröffentlicht.
Fazit für das Anbaujahr 2026
- Winterhafer kann zur Absicherung von Qualitäten, Ertrag und zur Klimaanpassung, sowie Fruchtfolgeerweiterung beitragen. Aufgrund des Auswinterungsrisikos passt der Winterhafer jedoch nicht in alle Anbaulagen. Sorten- und Standortwahl, sowie ackerbauliche Maßnah-men tragen zur Minderung des Auswinterungsrisikos bei.
- Bei der Verfügbarkeit von Öko-Saatgut sind derzeit keine Engpässe zu erwarten.
- Von der langsamen Jugendentwicklung im Herbst und Frühjahr darf man sich nicht beunruhigen lassen. Hafer verfügt aufgrund seines Pflanzenhabitus und durch allelopathische Wurzelausscheidungen über ein gutes Unterdrückungsvermögen von Beikräutern.
- Hafer verfügt über einen guten Vorfruchtwert und gilt als Gesundungsfrucht, da er für Halmbruch und Schwarzbeinigkeit keine Wirtspflanze ist.
- Die Anbauerfahrungen aus der Praxis fallen in Bezug auf Qualitäten und Ertrag überwiegt positiv aus. Auch der Handel bestätigt häufig gute bis sehr gute Qualitäten bei angelieferten Partien.
- Der Winterhafer ist bereits ein bis zwei Wochen nach der Wintergerste druschreif. Durch die frühe Abreife und Ernte ist eine höhere Ertrags-, Qualitäts- und Erntesicherheit bei Frühsommertrockenheiten, aber auch bei unbeständigen Witterungen im Erntezeitraum zu erwarten.
- Die zeitige Ernte ermöglicht eine gründliche Stoppelbearbeitung, Wurzelunkräuterregulierung, oder eine rechtzeitige Aussaat von Kleegras und Zwischenfrüchten.
- Die frühe Saat und Ernte können Arbeitsspitzen im Betrieb reduzieren.
- Für die kommende Herbstaussaat könnten voraussichtlich neue Sorten die Öko-LSV bereichern.
Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter: ISIP
Eine Übersicht zu den verfügbaren ökologisch vermehrten Sorten finden Sie unter: www.organicxseeds.de











