Dinkel – auch Spelzweizen genannt – ist im Ökolandbau eine etablierte Kultur im Anbau und Verarbeitung. Dinkel hat geringere Ansprüche an Bodengüte und Nährstoffversorgung als der Winterweizen. Er eignet sich deshalb auch gut für Standorte, wo der Weizenanbau an seine Grenzen kommt. Die Erträge und Qualitäten fallen trotz der zeitweiligen Hitzephasen im Frühsommer in diesem Jahr überwiegend sehr erfreulich aus.
Anbau mit Handel abstimmen
In den zurückliegenden Jahren gab es immer wieder Phasen, wo die Dinkelerlöse nicht unerheblichen Schwankungen unterworfen waren. Es sind in erster Linie Schwankungen in den Angebotsmengen die den Preis beeinflussten. In den Anbaujahren 2022 und 2023 führte ein erhebliches Überangebot und eine abnehmende Nachfrage seitens der Verarbeiter zum deutlichen Einbruch des Dinkelmarktes und der Erzeugerpreise. Daraus folgte zwangsläufig eine deutliche Reduktion der Anbaufläche. Zeitweise stiegen zahlreiche Öko-Betriebe vorübergehend aus dem Dinkelanbau aus. Durch einen kontinuierlichen Abbau der Dinkel-Übermengen und eine an die Nachfrage angepasste Anbaufläche, entspannte sich ab dem Jahr 2024 allmählich der Dinkelmarkt, das flankierend mit einer langsamen Erholung der Erzeugerpreise einherging. Gegenwärtig liegen gute Vermarktungsbedingungen vor. Veränderungen am Markt sind aber weiterhin im Blick zu behalten. Eine Ausdehnung der Anbaufläche sollte behutsam erfolgen. Um eine Überlastung des Marktes vorzubeugen, sollte der Anbauumfang mit der aufnehmenden Hand abgestimmt werden und ggf. über Kontrakte abgesichert werden.
Zusammenfassung und Sortenempfehlung
- Um den Dinkelmarkt mengenmäßig nicht zu überlasten, sollte der Anbauumfang nicht überzogen und mit der aufnehmenden Hand im Vorfeld abgestimmt werden.
- Zollernspelz, und Gletscher sind bewährte Sorten mit soliden Erträgen und überdurchschnittlichen Feuchtkleberwerten und Fallzahlen.
- Die Sorte Asturin ist für den Probeanbau überlegenswert.
- Die ausführlichen Ergebnisse der Öko-Dinkelversuche
Die Qualitäten und Erträge der Landessortenversuche Öko-Dinkel 2026 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.
Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter: ISIP
Saatgut aus ökologischer Erzeugung verwenden
Grundsätzlich ist nur ökologisch vermehrtes Saat- und Pflanzgut zu verwenden. Einen guten Überblick über das bundesdeutsche Gesamtangebot erhält man schnell und tagesaktuell im Internet. Unter http://www.organicxseeds.de/ sind alle ökologisch erzeugten, vertriebsberechtigten Saatgutpartien sortenspezifisch aufgelistet. Nur noch bei bestimmten Kulturen (z.B. Dinkel), die nicht in der sogenannten Kategorie I gelistet sind, kann bei nichtverfügbarkeit einer gewünschten Sorte nach Antrag bei der Kontrollstelle auch konventionell erzeugtes, ungebeiztes Saatgut zum Einsatz kommen.











