Einjährige Ackergras- und Kleegrasmischungen können im Rahmen von GLÖZ 7 eine weitere Kultur sein, um dem jährlich wechselnden Fruchtwechsel zu entsprechen. Sie punkten darüber hinaus mit weiteren agronomischen Vorteilen und sie liefern zusätzlich hochwertiges Grundfutter.
Was leisten einjähriges Acker- und Kleegrasmischungen?
Der einjährige Ackergrasanbau führte lange Zeit ein Schattendasein. Dabei geht es mit diesen humusmehrenden Kulturen von ertragreichen Ackergräsern und Leguminosen nicht nur um eine zusätzliche Futtergewinnung, sondern auch um die Belebung der Fruchtfolge hinsichtlich des Verdrängens von Problemunkräutern, der Anreicherung organischer Substanz und der Beseitigung von Bodenverdichtungen. Zudem lässt sich die Gülle über das Jahr durch das einjährige Ackergras gut verwerten. Es gibt also viele gute Argumente, die für die Einbindung von Ackergras- sowie Kleegrasmischungen auch für den einjährigen Anbau sprechen.
Zwei Mischungen werden hierbei speziell für das Anbaugebiet des nordwestdeutschen Raumes empfohlen: die Ackergrasmischung A2 und die Kleegrasmischung A6 (siehe Faltblatt "Qualitätsstandard Mischungen für den Ackerfutterbau 2025/26).

Die nicht winterfeste Ackergrasmischung A2 setzt sich aus zwei Grasarten zusammen, dem Einjährigen Weidelgras und dem Welschen Weidelgras (Tabelle 1 - siehe Dateianhang). Beide Ackergräser sind für ihre hohe Ertragsleistungen bei gleichmäßiger Niederschlagsverteilung über den Vegetationszeitraum bekannt.
Im Hinblick auf den Futterwert ergänzen sich die beiden Graspartner. Das Welsche Weidelgras bleibt als Obergras bei Frühjahrsaussaat ein blatt- und energiereiches Untergras, während das Einjährige Weidelgras durch die Schoss- und Ährenbildung die für Wiederkäuer wichtige Struktur liefert. Für einen raschen Aufgang und ein schnelles Gedeihen sind niederschlagsreiche Bedingungen nach der Saat von Vorteil. Die grundlegenden Hinweise für die Saatvorbereitung sind dem Kasten „Was vor der Saat für die Entwicklung guter Bestände zu beachten ist“ zu entnehmen. Unter guten Wachstumsbedingungen im Vegetationszeitraum sind mindesten 3 bis 4 Schnitte möglich.
Das Einjährige Weidelgras kann aber auch im Hauptfruchtbau als alleinige Kultur entweder mit nur einer Sorte oder als Sortenmischung angebaut werden. Wichtig ist, dass die Sortenmischung so zusammengesetzt ist, dass die Sorten in ihrem Entwicklungsverlauf zueinander passen. Achten Sie deshalb bei dem Saatgutkauf gleichfalls auf die regional empfohlenen Sorten. In Tabelle 2 (siehe Dateianhang) sind diese benannt und um wichtige Angaben zum Ertragsverhalten ergänzt.
Unter wüchsigen Bedingungen ist ein erster Schnitt bereits nach etwa 45 bis 60 Vegetationstagen möglich. Grundlage für eine optimale Anfangsentwicklung des Bestandes ist neben einer guten Saatbettbereitung auch eine hinreichende Grundnährstoffversorgung des Bodens und eine Stickstoffstartgabe nach Aufgang der Saat von 80 bis 100 kg N/ha.
Kleegrasmischungen
Auch die einjährige und gleichfalls nicht winterfeste Kleegrasmischung mit der Bezeichnung A6 wird vorzugsweise zur Mahdproduktion mit circa 3 Schnitten genutzt. Die A2-Mischung mit Einjährigem und Welschem Weidelgras ist hier die Basis der Ackergräser, jedoch ergänzt um Perser- oder Alexandrinerklee (Tabelle 1 - siehe Dateianhang).
Alexandrinerklee
Die Mischung mit Alexandrinerklee setzt sich aus jeweils 25 % des Einjährigen und Welschen Weidelgrases sowie 50 % des Alexandrinerklees zusammen. Es wird eine Aussaatstärke von 30 kg je Hektar empfohlen.
Perserklee
Etwas andere Gras- und Kleeanteile sind in der Mischung mit Perserklee enthalten. Das Einjährige- und Welsche Weidelgras machen jeweils 30 % der Mischung aus, der Rest ist mit 40 % dem Perserklee zuzuordnen. Mit 32 kg je Hektar ist die Saatstärke für diese Mischung etwas höher im Vergleich zur Mischung mit Alexandrinerklee zu wählen.
Beide Kleearten sind frostanfällig und nur zur Schnittnutzung geeignet. Die Saat sollte vor diesem Hintergrund bevorzugt in der zweiten Aprilhälfte erfolgen.
Der N-Düngebedarf steht im engen Bezug zu den Leguminosenanteilen. Wir berichteten darüber bereits in der Ausgabe 13-2026.
Sowohl in der A6- als auch in der A2-Mischung sind beim Einjährigen Weidelgras nur die im Hauptfruchtanbau bewährten mehrschnittigen Sorten des Einjährigen Weidelgrases empfohlen (Tabelle 2 - siehe Dateihang).
Siliertipps Kleegras
Bei der Silierung von Kleegras ist auf die allgemeinen Silierregeln achtzugeben, also kurze Feldliegezeiten, effizientes Anwelken (optimal >30 bis 40 % TM), gute Verdichtung und unverzügliche Abdeckung. Während der Anwelkperiode sollte das Kleegras so schonend wie möglich mechanisch behandelt werden, da sonst mit erheblichen Bröckelverlusten zu rechnen ist.
Fazit
Neben dem mehrjährigem Ackerfutterbau bekommt auch der Anbau einjähriger Acker- und Kleegrasmischungen Aufwind.
Die Mehrschnittnutzung trägt zur Absicherung der Grundfutterproduktion bei.
Der Mehrwert dieser Kulturen ist auch in der Auflockerung der Fruchtfolge zu sehen.
Achten Sie beim Kauf der Mischungen auf empfohlene Ware sowie den regional empfohlenen Sorten.
Was vor der Saat für die Entwicklung guter Bestände zu beachten ist
- Ackergras gedeiht auf allen ackerfähigen Standorten
- gute Wasserversorgung ist von Vorteil für sichere Ertragsleistungen im Vegetationsverlauf
- ungeeignet sind Moorflächen und zur Vernässung neigende Böden
- bei der Auswahl der Mischung auf die im nordwestdeutschen Raum empfohlenen Sorten oder gezielt auf das rote bzw. magentafarbene Kontrollsiegel zur „Freiwilligen Mischungskontrolle“ achten
- ein gut abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett herrichten
- die Feinsämereien nur flach ablegen mit einem Walzgang nach der Saat für den kapillaren Anschluss sorgen















