Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtet in der Grünlandreifeprüfung wöchentlich den aktuellen Entwicklungsstand von ausgewählten Grünlandstandorten für Ackergras und für das Dauergrünland.
Erst in der zweiten Aprilhälfte wird mit zunehmenden Tages- und Nachttemperaturen auch eine deutliche Erwärmung der Böden einsetzen und einen Wachstumsschub von Gräsern und Leguminosen begünstigen. Allerdings können geringe oder ausbleibende Niederschläge Wassermangel und Wachstumsdefizite auslösen.
Allgemeine Bedingungen
Der Vegetationsbeginn im niedersächsischen Grünland wurde bei einer korrigierten Temperatursumme schon Mitte März erreicht. Frühlingsboten wie Forsythie und Japanische Kirsche konnten daraufhin in den Gärten und Parks bestaunt werden. Wenige Wochen (31 bis 34 Tage) nach diesem frühen Vegetationsbeginn werden bereits 400 Grad Temperatursumme in den sechs Klimaregionen von Niedersachsen erreicht (Tabelle 1 im Dateianhang). Seither haben niedrige mittlere Tagestemperaturen um 6 °C sowie kalte Nächte und geringer Niederschlag die Grünlandvegetation deutlich verzögert. Erst in der zweiten Aprilhälfte wird mit zunehmenden Tages- und Nachttemperaturen auch eine deutliche Erwärmung der Böden einsetzen und einen Wachstumsschub von Gräsern und Leguminosen begünstigen. Allerdings können geringe oder ausbleibende Niederschläge Wassermangel und Wachstumsdefizite auslösen.
Die Niederschläge erreichten in der vegetationsfreien Zeit ab November landesweit oft weniger als 300 mm (vgl. Abbildung 2 im Dateianhang; DWD vom 10. April 2026) und waren für die Grundwasserbildung unzureichend. Die vom Deutschen Wetterdienst berichteten aktuellen Bodenfeuchten (vgl. Abbildung 3 im Dateianhang, DWD vom 10. April 2026) lassen auch nur geringe Wachstumsreserven vermuten. Die nutzbare Feldkapazität liegt landesweit bei nur < 5 % und wirkt sich je nach Standort und Nähe zum Grundwasser besonders kritisch auf die Frühjahrsvegetation aus.

Stand der Entwicklung
Das Ackergras zeigt sich in diesem April deutlich wuchsfreudiger als Dauergrünland.

NIRS-Ergebnisse aus der Frischmasse:
Rohfasergehalte zwischen 16,3 bis 18,7 % i.d.TM (Mittelwert: 17,5 % XF i.d.TM) lassen ebenfalls noch keine allgemeine Siloernte vom Zwischenfrucht-Feldgras (Welsches Weidelgras) erwarten.
Die gemessenen Eiweißgehalte (17,9 bis 19,9 % XP i.d.TM) sind in einem sehr günstigen Bereich, jedoch für die physiologisch noch sehr jungen Pflanzenbestände auch als gering einzustufen. Offensichtlich wurden aufgrund der allgenmeinen Trockenheit und Wärme bisher nicht genügend Stickstoffmengen aus der Bodenlösung aufgenommen. Es bleibt zu hoffen, dass aktuelle Niederschläge und Temperaturanstieg die Situation ändern und genügend Stickstoff für das weitere Wachstum aus der Bodenlösung zur Verfügung steht.
Geringe XF- bzw. XP-Gehalte begünstigen hohe Mineralstoffgehalte in der Pflanze. Die in Tabelle 1 dokumentierten Rohaschegehalte von über 10,5 % i.d.TM (Mittelwert) sind daher in jungem Weidelgras aufgrund hohen Mineralstoffbedarfs, insbesondere für das Kalium in der Pflanze, durchaus üblich. Erst mit zunehmendem Rohfasergehalt sinkt auch der Mineralstoffgehalt auf < 8% XA i.d.TM., allerdings kommt es damit auch zu weiteren Verdünnungseffekten und reduzierten Rohproteingehalten in der Pflanze.
In dieser Woche (16. KW) werden wir insgesamt sechs Testflächen in drei Klimaregionen beproben und über die Entwicklung der Feldgrasbestände berichten. Ab Kalenderwoche 17 (20. bis 26. April) folgen die Ergebnisse und Prognosen zum Dauergrünland.














