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Grünlandreifeprüfung 6. Mitteilung - Wetterbedingungen sind entscheidender Faktor

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Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtet im ersten Aufwuchs wöchentlich den aktuellen Entwicklungsstand von ausgewählten Ackergras- und Grünlandstandorten, bekannt als `Grünland-Reifeprüfung´.

GRP Standorte 2026 aktuell
GRP Standorte 2026 aktuellGerd Lange
Allgemeine Bedingungen
Der Mai war bisher kühl und nass, das bringt bekanntlich eine gute Ernte in der Scheune. Die Erntebedingungen für die Grünlandaufwüchse waren auf Grund der regelmäßigen Niederschläge weniger günstig, so dass vielfach abgewartet werden musste, um gute Befahrbarkeit zu gewährleisten und Verschmutzungen des Grundfutters durch den Fahrbetrieb (Traktion der Räder) zu vermeiden. Mit den sehr kühlen Temperaturen haben sich die Untergräser nur zögerlich entwickelt, so dass weiterhin akzeptable Grundfutterqualitäten möglich sind; ein guter Kompromiss von Energiedichte und Ertrag ist insbesondere in dem von Untergräsern (Deutsches Weidelgras, Rispenarten) dominierten Dauergrünland in der 21. KW noch möglich. 


Tabelle 1: Fortschreibung der Prognose aus den Regionen (siehe Dateianhang).

Die Dauergrünlandflächen in Niedersachsen erreichten in der 20. KW mit > 22 bis 24 % XF i.TM die späte Siloreife. Insgesamt kann noch mit guten Siloqualitäten aus der aktuellen Ernte des ersten Grünlandaufwuchs gerechnet werden. 
Günstige Erntebedingungen erlauben auch in der 21. Woche noch eine Siloernte zur Gewinnung qualitativ hochwertigen Grobfutters für die Milchviehhaltung. 
Die Trockenmasseerträge erreichen nach ausgiebigen Niederschlägen nun deutlich >40 dt TM/ha. Dabei nimmt der Rohfasergehalt rasch zu, womit das Rohprotein in der Trockenmasse auf geringe Werte um 10% XP i.TM absinkt (vgl. Abb. 1). Auch bei den Energiegehalten (6,0 – 6,2 MJ NEL/kg TM) müssen Abstriche gemacht werden. Zum Abschluss der 21. Kalenderwoche wird bei Erträgen über 45 bis 50 dt TM/ha (46,6; vgl. Abb. 1) bereits die frühe Heureife mit > 25 % XF i.TM erreicht sein. 


Der Verlauf der Entwicklung in den Regionen wird in Tabelle 2 und die Entwicklung der Grünlandbestände in Niedersachsen in Abbildung 1 (siehe Dateilanhang) dargestellt. 


Wir beenden damit unseren Hinweisdienst für Milchviehbetriebe zur Entwicklung der Grünlandbestände, auch wenn einzelne Standorte aufgrund spezifischer Umstände (z.B. Gänsefraß, Nässe) noch keine Ernte durchführen konnten.