Erfolgreicher Siliermitteleinsatz will geplant sein. Das gilt sowohl für die Produktwahl als auch für die Applikation. Bei extremen Silierbedingungen, wie den Oberflächen- und Randbereichen, haben chemische Silierzusätze die sicherste Wirksamkeit. Über Wirkungen, Verlustsenkung und Wirtschaftlichkeit lesen Sie nachfolgend.
Die diesjährige Maissilierung steht bald bevor. Die Erträge und Futterqualitäten werden sich im Jahr 2026 ganz unterschiedlich gestalten, je nachdem wie sich die Trockenheit ausgewirkt hat.
Daher stellt sich auch die Frage, ob und welche Siliermittel speziell für Dürre geschädigten Mais geeignet sind, Verluste zu minimieren und Silageverderb während der Fütterungsphase gering zu halten.

Um diese Frage beantworten zu können, soll an dieser Stelle ein kurzer Rückblick auf das Jahr 2018 gegeben werden. Die Hitze und Trockenheit hatte niedersachsenweit die Entwicklung aller Kulturen stark beeinträchtigt. Kolbenloser Mais und Noternten waren auch in den besseren Anbauregionen Niedersachsens keine Seltenheit. Es verwundert daher nicht, dass die Stärke- und Energiegehalte auf einem sehr niedrigen Niveau waren, wie aus Abbildung 1 (siehe Dateianhang) hervorgeht. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Hefekeimzahlen der Silagen aus dem Mais-Silagewettbewerb gerade in dem Jahr 2018 so gering waren, wie in keinem anderen Untersuchungsjahr. Die Erklärung dieses Phänomen ist einfach zu erklären: für den stark dürregeschädigten Mais wurden im Jahr 2018 anteilmäßig mehr Siliermittel eingesetzt als sonst üblich. Die Untersuchungen aus der Praxis verdeutlichen damit, dass die gewünschten Effekte durchaus erreicht werden können. Es kommt jedoch darauf an, nicht nur die Mittelwahl, sondern auch die Applikation im Voraus zu planen. Denn eine Voraussetzung für die gewünschte Wirkung von Silierzusätzen ist, dass sie in empfohlener Menge und homogen in dem Futter verteilt sind.
Schwerpunkt Nacherwärmung
Unabhängig des aktuellen Zustandes von Mais auf den Flächen ist eine Buttersäuregärung bei der Silierung in aller Regel nicht zu erwarten. Die Eigenschaft der leichten Vergärbarkeit von Silomais bleibt erhalten. Das größte Problem für die Maissilagequalität stellt die Nacherwärmung des Futters während der Verfütterungsphase dar. Das gilt es auch bei der Auswahl des Siliermittels zu bedenken. Besonders empfehlenswert sind Siliermittel zur Verbesserung der aeroben Stabilität. Diese Produkte erkennt man an dem DLG-Gütezeichen der Wirkungsrichtung 2.
Grundlegendes zur Wirkungsweise
Zur Auswahl stehen dafür sowohl biologische als auch chemische Siliermittel.
Nutzen Sie zur konkreten Mittelwahl auch gern den nachfolgend aufgeführten Link auf der DLG-Homepage (DLG Siliermittel). Damit haben Sie eine sehr konkrete Entscheidungshilfe zur Siliermittelanwendung.
Die biologischen Produkte sollten für den Einsatzzweck beim Silomais entweder ausschließlich heterofermentative Milchsäurebakterien (MSB) enthalten oder mit homofermentativen Milchsäurebakterien kombiniert sein. Das Ziel besteht darin, eine Essigsäure betonte Gärung zu erreichen. Essigsäure unterdrückt bekanntlich die Aktivität der Hefen. Damit der Prozess der Essigsäurebildung bei Einsatz heterofermentativer MSB in vollem Umfang ablaufen kann, sind Verschlusszeiten des Silos von mindestens sechs Wochen zu empfehlen. Wird das Silo zu früh geöffnet, sind die Gärprozesse noch nicht abgeschlossen und die volle Wirksamkeit des biologischen Produktes kann nicht ausgeschöpft werden.
Chemische Silierzusätze zur Verbesserung der aeroben Stabilität enthalten spezielle Hemmstoffe wie beispielsweise Sorbat oder Benzoat, die nicht nur die Hefen, sondern auch Schimmelpilze hemmen. Das Wirkungsspektrum der chemischen Siliermittel ist demzufolge breiter und effizienter, aber auch kostenintensiver. Ihr Einsatz lohnt jedoch für schwierige Situationen (siehe auch Tabelle 1 im Dateianhang). Dazu zählt z.B. die Silageentnahme in der warmen Jahreszeit sowie allgemein die obere Futterschicht auf dem Silo.
Homogen Dosieren
Um die oben beschriebenen Effekte von Siliermitteln bei der Maissilierung so gut wie möglich unter Praxisbedingungen zu erreichen, bedarf es sowohl einer gleichmäßigen Verteilung des Produktes im Futterstapel als auch der Einhaltung der empfohlenen Anwendungsmenge.
Je nachdem, ob vorzugsweise flüssige oder streufähige Siliermittel zur Anwendung kommen, stehen unterschiedliche Dosierungstechniken zur Verfügung.
Am Feldhäcksler kann das Siliermittel über Düsen direkt vor dem Einzug in die Häckseltrommel oder am Auswurfkrümmer appliziert werden. Da biologische Siliermittel keine hohen Temperaturen vertragen, ist darauf zu achten, dass sich die gebrauchsfertigen Siliermittelsuspensionen nicht durch maschinelle Abwärme erhitzen.
Es ist zudem vorab die Frage zu klären, ob mit dem Dosiergerät ausschließlich nur Milchsäurebakterien oder nur chemische Siliermittel oder beide Produktgruppen appliziert werden sollen.
Das Beimpfen des Futters mit Milchsäurebakterien erfolgt mit geringen Aufwandmengen in der Spannbreite von weniger als 1 bis maximal 2 Liter je Tonne.
Hingegen werden für den sachgerechten Einsatz von chemischen Siliermitteln deutlich höhere Dosierungen von bis zu 6 Liter je Tonne (bzw. kg / Tonne FM) benötigt. Demzufolge muss die Pumpleistung des Dosiergerätes entsprechend variabel sein, wenn beide Produktgruppen zum Einsatz kommen sollen.
Siliermittel rechnen sich
Der Tabelle 1 (siehe Dateianhang) ist ein Beispiel zu entnehmen, welche Auswirkungen die Verluste von Nacherwärmungen haben können. Bei sehr guter Einhaltung der Silierregeln, wie in dem Szenario 1 aufgeführt, liegen die durch die Gärung unvermeidbaren TM-Verluste im Maissilo bei etwa 6 %. Hingegen sind mit den Szenarien 2 und 3 höhere Verluste durch Nacherwärmungen in Randbereichen zugrunde gelegt. Das Energiedefizit ist durch Zukauf, hier am Beispiel von Körnermais auszugleichen. Die Kosten für den Futterzukauf können dabei den Siliermitteleinsatz deutlich überschreiten, je nach Ausprägungsgrad der durch die Nacherwärmung entstandenen Verluste. Es lohnt sich demzufolge, dem hohen Verlustniveau der Randbereiche und Oberflächenschichten durch einen geeigneten Siliermitteleinsatz entgegenzuwirken.
Wir fassen zusammen
Für die Silierung von Silomais sind chemische oder biologische Präparate der Wirkungsrichtung 2 zu empfehlen.
Ihr Wirkspektrum ist auf die Hemmung von Hefen und ggf. von Schimmelpilzen ausgerichtet.
Achten Sie bei dem Kauf auf DLG-geprüfte Produkte, da ihr Wirkungen von unabhängiger Stelle geprüft wurden.








