Die extensive Bewirtschaftung von Dauergrünland wird bei der Ökoregelung 5 und der Agrarumwelt- und Klimamaßnahme GN 5 ergebnisorientiert über das Vorkommen bestimmter Kennarten gefördert. Für die Beantragung der Ökoregelung 5 sind vier Kennarten und für die Agrarumwelt- und Klimamaßnahme sechs oder acht Kennarten nachzuweisen. Es zählen aber nur Arten, die auf der niedersächsischen Kennartenliste stehen.
Ende Mai kamen rund zwanzig Interessierte in den Elm, um sich mit den Kennarten vertraut zu machen und sich über die Anforderungen der Dokumentation sowie die Funktionsweise der FANi-App zu informieren.
Nach der Begrüßung stellte Frau Carlson vom Weidehof Reitling kurz den Betrieb vor. Der Pensionspferdebetrieb bietet weitläufige Weideflächen und erzeugt Heu in Bioqualität.
Die landschaftlich wunderschön gelegene Wiese, auf der die Veranstaltung stattfand, bot mit ihrer Pflanzenvielfalt die besten Bedingungen. Die Grünlandfläche wird extensiv bewirtschaftet, indem nur einmal im Jahr Heu geerntet und ausschließlich mit Pferdemist gedüngt wird.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging Martina Diehl, Beraterin zum Biotop- und Artenschutz, auf die landschaftstypischen Besonderheiten im Landschaftsschutzgebiet Elm, die Bedeutung des artenreichen Grünlands und die Eckpunkte der Förderprogramme ein.
Wirtschaftsberaterin Alexandra Menn vom Team Betrieb der Bezirksstelle Northeim erläuterte die Anforderungen an die Dokumentation und erklärte den Umgang mit der FANi-App. „Nehmen Sie die längste Diagonale und achten Sie darauf, auf welchem Abschnitt Sie sich befinden“, war ein wichtiger Hinweis. Nur so werden die Fotos direkt dem richtigen Abschnitt zugeordnet und müssen hinterher nicht zeitaufwendig neu sortiert werden.
Die Kennartenliste für Niedersachsen umfasst 32 Pflanzenarten und Artengruppen, die stellvertretend für artenreiches Grünland stehen, verschiedene Standorte abdecken und relativ leicht zu erkennen sind. „Auf der Liste sind Arten, die in Niedersachsen weit verbreitet sind und nicht zu den besonders seltenen Pflanzen zählen“, erklärte Martina Diehl. Auch die Themen Futterwert und Giftpflanzen kamen kurz zur Sprache.
Im Gänsemarsch ging es über die Wiese, um die verschiedenen Pflanzen zu identifizieren. Dabei zeigte sich der große Pflanzenreichtum deutlich: Immerhin konnten etwa 18 Arten der Liste gefunden werden. Unterwegs wurden botanische Erkennungsmerkmale sowie Verwechselungsmöglichkeiten besprochen und weitere Pflanzen mit der Pflanzenerkennungs-App „Flora Incognita“ bestimmt. Erstaunlich ist immer wieder, wie gut die Pflanzenerkennung mit technischen Hilfsmitteln bereits funktioniert. Auch die FANi-App zeigt mit hoher Zuverlässigkeit an, ob es sich bei einer Pflanze um eine Kennart handelt oder nicht.
Es war ein gelungener Vormittag und die Teilnehmenden gingen mit dem guten Gefühl, jetzt sicherer bei der Bestimmung der Kennarten zu sein, nach Hause.
















