Kurz gesagt: Das Team Pflanze macht Beratung, Fortbildungen und Versuche rund um die Themen, Pflanzenschutz und Pflanzenbau in landwirtschaftliche Kulturen sowie Saatenanerkennung und ökologischer Landbau. Aber auch der Haus- und Kleingarten kommt nicht zu kurz. Das Betätigungsfeld ist damit sehr breit aufgestellt.
Neben Getreide, Zuckerrüben, Mais und Raps nimmt insbesondere die Kartoffel und die Zwiebel einen hohen Stellenwert ein. Unserer Zwiebel- und Kartoffelspezialberatung ist ausschließlich für die tolle Knolle da und kümmert sich intensiv um sie. Grundsätzlich also: „Wir sind Pflanze!“
„Gesichter der Bezirksstelle“
Das Team Pflanze besteht aktuell aus 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ein Highlight ist unsere alljährliche Pflanzenschutztagung im Theater an der Ilmenau in Uelzen, aber auch online und an Locations in anderen Landkreisen unseres Dienstgebietes. Bei den Pflanzenschutztagungen stellen wir die neuesten Ergebnisse unserer Versuche vor, genauso wie neue rechtliche Regelungen und Vorschriften und Empfehlungen für die kommende Saison. Die Teilnehmer erhalten damit ihren Fortbildungsnachweis, damit sie befähigt sind, Pflanzenschutzmittel anwenden zu dürfen.

„4 Fragen – 4 Antworten“
Was fragt ein Landwirt im Pflanzenschutz und was antwortet ihr?
Am Telefon und in Arbeitskreistreffen auf dem Feld werden wir nach dem aktuellen Schaderregeraufkommen und den daraus folgenden Bekämpfungsstrategien gefragt. Da wir täglich im gesamten Dienstgebiet (Landkreise Uelzen, Celle, Heidekreis, Harburg, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg) das Aufkommen pilzlicher, tierischer und auch pflanzlicher Schaderreger beobachten und durch unser Fachwissen sowie der Versuchstätigkeit deren Schadwirkung beurteilen können, sind wir in der Lage, fundierte Empfehlungen zu geben. Unter Zuhilfenahme des sogenannten Schadschwellenprinzips lautet unsere Devise: „…so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich“. Unterhalb der Schadschwelle ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht erforderlich. Hierdurch leistet unsere Arbeit einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz und schont nebenbei auch noch den Geldbeutel des Landwirtes und der Landwirtin. Durch Veröffentlichung und Bewertung unserer Beobachtungen im Hinweisdienst oder in Fachzeitschriften tragen wir unser Wissen in die Breite.
Müssen Pflanzen gedüngt werden?
Ja, um einen optimalen Ertrag mit guter Qualität zu erzeugen, müssen die Pflanzen gedüngt werden. Wieviel? Das hängt von der Kultur ab und welches Qualitäts- und Ertragsziel realistisch verfolgt wird. Dazu gibt es die Düngebedarfsermittlung als Grundlage. Für einen optimalen Einsatz der Düngemittel beobachten wir die aktuellen Wachstumsbedingungen und leiten daraus den besten Termin und die ideale Menge eines geeigneten Düngers ab.
Woher wisst ihr so viel?
Allwissend sind wir natürlich nicht. Wir erarbeiten uns die Erkenntnisse aus Feldversuchen, die wir in etlichen Kulturen und mit verschiedensten Fragestellungen anlegen. Wir probieren unterschiedliche Varianten aus und schauen dann, welche die beste war und ob eine Behandlung unter den gegebenen Umständen überhaupt nötig gewesen wäre. Das machen wir jedes Jahr. Dadurch entsteht viel Wissen aber auch Erfahrung, die wir an die Landwirtinnen und Landwirte weitergeben können.

Macht ihr auch Öko?
Klar, das Thema ist bei uns auch dabei. Die Kollegin Linde Meyer kümmert sich ausschließlich als Ökoberaterin um dieses Thema. Ihr spezielles Steckenpferd – natürlich die Kartoffel. Bei ihr sind alle richtig, die Ökolandwirt*in sind oder auch werden wollen. Linde hilft nämlich auch bei der Umstellung.

„Das machen wir auch!“ – Unbekannte Leistungen
Viele wissen gar nicht, dass das Team Pflanze auch die Verantwortung für viele Exportwaren trägt. So müssen wir beurteilen, ob Holz, Gewürze, Kartoffeln, Speisestärke, Zierpflanzen und vieles mehr frei von Schaderregern sind, die hier bei uns normal, aber in anderen Ländern der Welt wie z. B. China, England oder Indien nicht erwünscht sind. Nur dann kann die Ware exportiert werden. So sind unsere Unterschriften in vielen Ecken auf unserem Globus zu finden 😉. Sogar im Disneyland stehen Bäume aus unserer Region, die wir dafür freigegeben haben. Für rund 5000 solcher Exportvorhaben stellen wir die sogenannten PGZs (Phytosanitäres Gesundheitszeugnis) im Jahr aus.
Darüber hinaus führen wir auch ganzjährig phytosanitäre Kontrollen, Beratung, Probenahmen und Untersuchungen in Betrieben durch, die zur Ausstellung von Pflanzenpässen und zur Herstellung von Verpackungsholz im internationalen Güterverkehr ermächtigt sind. Dazu gehören u. a. Baumschulen, Gärtnereien, Sägewerke, Tischlereien und weitere Betriebe jeglicher Sektoren, die mit Waren handeln, die phytosanitär kritisch sind. Hinzu kommt die Überwachung der Einwanderung von Quarantäneschadorganismen, wie z. B. dem ALB (Asiatischer Laubholzbockkäfer), dem Japankäfer, Citrusbockkäfer oder Eschenprachtkäfer. Zum Monitoring kommen Pheromonfallen zum Einsatz, die mit artspezifischen Lockstoffen versehen und während der potenziellen Flugzeit der Insekten regelmäßig kontrolliert werden.
„Was macht eigentlich die Saatenanerkennung?“
Die Saatenanerkennungsstelle prüft und zertifiziert Saatgut landwirtschaftlicher Nutzpflanzen. Ihr Ziel ist es, die Qualität, Reinheit und Gesundheit des Saatguts sicherzustellen, bevor es in den Handel gelangt. Der Prozess garantiert hohe Keimfähigkeit und Sortenechtheit. Auf den Feldern können solche Vermehrungsvorhaben leicht erkannt werden, denn es sind Schilder mit der Sorte und dem Vermehrungsunternehmen im Bestand zu finden. Damit dann das Getreide oder die Kartoffel tatsächlich für die nächste Saat bzw. Pflanzung verwendet werden darf, wird an mehreren Terminen eine Feldbestandsprüfung durchgeführt: Experten kontrollieren die angebauten Vermehrungsflächen direkt vor Ort. Dabei wird sichergestellt, dass die Bestände sortenrein sind und keine Krankheiten oder Unkräuter enthalten. Nach der Ernte wird das zukünftige Saatgut einer Beschaffenheitsprüfung unterzogen. Im Labor wird dabei untersucht, ob Keimfähigkeit, Reinheit, Feuchtigkeit in Ordnung sind und kein Schädlingsbefall vorliegt. Das schaffen die Kolleginnen und Kollegen aber nicht immer alleine. Freiwillige Feldanerkenner helfen dabei. Damit jedoch alles einheitlich bewertet wird werden sie vorher intensiv geschult, um z. B. Viruserkrankungen in Kartoffelvermehrungen richtig anzusprechen und zu bewerten. Übrigens: neue Feldanerkenner werden immer gesucht – wer also Lust dazu hat, meldet sich gerne bei uns!

















