Hauptjob auf einem Biobetrieb, eigene 65 Hektar nebenbei: Moritz Meinecke aus dem Landkreis Celle jongliert täglich mit Menschen, Tieren und Flächen. Im b|u|s-Kurs hat er gelernt, was dabei wirklich zählt: die Menschen zu verstehen, die vor einem stehen. Wie das geht und warum die Gruppe dabei alles ist erzählt er im Interview.
Wer bist du, was machst du, wie sind deine Betriebsstruktur und dein Background? Und wie sieht ein ganz typischer Arbeitstag bei dir aus?
Ich bin 30 Jahre alt und komme aus Bergen im Landkreis Celle. Mein Hauptjob ist eine Anstellung mit 32 Stunden bei einem Biobetrieb, ich habe dort eine Vier-Tage-Woche und bin für den Ackerbau verantwortlich.
Daneben bewirtschafte ich meinen eigenen Betrieb, aktuell noch gemeinsam mit meinem Vater in einer GbR. 2027 steht die Übergabe an. Das ist ein 65-Hektar-Betrieb mit Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben, und wir halten 25 Mutterkühe.
Wenn der Tag morgens losgeht, fängt es zuhause mit der Tierkontrolle an. Einmal durch die Ställe, über die Weiden, je nachdem, wo die Tiere gerade sind. Dann geht's zum Hauptjob, und wenn ich wieder zuhause bin, erledige ich alles, was noch anfällt.
Was ich wirklich liebe ist das Kartoffelroden! Die Kartoffel hat es mir angetan. Das war schon in der Lehre so, und das erfüllt mich bis heute. Zu meinem Hintergrund: Ich habe zwei Ausbildungen gemacht. Zuerst eine zum Landmaschinenmechaniker, daher auch mein Faible für John Deere. Aber schon während der Lehre war klar, dass ich den Betrieb zuhause weitermachen möchte. Also habe ich direkt eine landwirtschaftliche Ausbildung hinterhergeschoben. Ich hatte zwei großartige Lehrbetriebe und eine wirklich super Lehrzeit. Danach habe ich noch die Fachschule in Celle besucht.
Wie bist du auf den b|u|s-Kurs aufmerksam geworden, was hat dich angesprochen?
Aufmerksam geworden bin ich über unsere Landberatung, mit der wir betrieblich sehr gut zusammenarbeiten. Es gab mal einen Infoabend in Scharnhorst, zu dem viele angehende Betriebsleiter hingefahren sind. Da war ich auch dabei. Aber eigentlich geht das noch weiter zurück. Während meiner landwirtschaftlichen Ausbildung hat einer meiner Lehrherren selbst am b|u|s-Kurs teilgenommen, und er hat immer sehr, sehr positiv davon berichtet. Er hat uns auch immer mitgegeben, dass regelmäßige Weiterbildung wichtig ist, und das habe ich nie vergessen. Und nun bin ich tatsächlich dabei, zusammen mit meinem besten Kumpel Siggi. Das macht die Sache natürlich noch besser.
Mit welchen Erwartungen bist du gestartet? Und wie hast du den Kurs dann tatsächlich erlebt: Was war anders, als du gedacht hast?
Ehrlich gesagt hatte ich keine großen Erwartungen. Ich wollte mich mal ein bisschen berieseln lassen und schauen, was der Kurs mir so geben kann. Offen reingehen, gucken was kommt. Ich bin generell immer offen für Neues. Und dann war es wirklich wesentlich besser als erwartet. Der Mehrwert ist sehr hoch, vor allem weil das Zusammenspiel in der Gruppe einfach super ist. Und man sitzt eben nicht stumpf auf einem Stuhl. So macht Lernen Spaß. Diese Kombi zwischen Trainer, Gruppe und Stoff hat mich wirklich sehr positiv überrascht.
Welches Modul hat den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen und warum?
An allererster Stelle steht für mich ganz klar das erste Modul „Erfolg durch Persönlichkeit“. Ich habe mit vielen Menschen Kontakt: Bei der Arbeit, mit anderen Landwirten, beim Landhandel, aber auch privat. Und ich fand es unglaublich interessant zu verstehen, wie man Menschen in verschiedene Typen einteilen kann und was das für den Umgang miteinander bedeutet. Diese unterschiedlichen Persönlichkeitstypen sind bei mir wirklich hängen geblieben. Damit konnte ich sehr viel anfangen. Ich glaube, viele im Kurs haben gar nicht damit gerechnet, dass wir über solche Themen sprechen. Mich hat mich selbst überrascht. Und es hat wirklich viel in mir ausgerichtet, denn das hatte ich vorher nie gelernt. Zahlen kann dir jeder erklären. Aber wie der Umgang zwischen Menschen auf Augenhöhe funktioniert, darauf kommt es doch eigentlich an.
Hat sich dein Umgang mit anderen Menschen (zum Beispiel mit Mitarbeitenden, Familie oder Geschäftspartnern) verändert, und wenn ja, woran merkt man das?
Ich kenne meine Typen und Charaktere jetzt besser, also die Menschen, die vor mir stehen. Wenn jemand schnell laut wird, weiß ich: Ich muss das Gespräch entschleunigen. Bei besonders gewissenhaften Personen muss ich anders vorgehen, mehr Rücksicht nehmen. Ich reagiere einfach anders auf die Leute als früher, meine Menschenkenntnis ist ein Stück besser geworden. Das meine ich zumindest.
Das hilft mir täglich im Umgang mit Mitarbeitern, mit Saisonarbeitskräften, mit allen. Man muss eben mit jedem anders umgehen, und das ist mir jetzt viel bewusster. Man merkt's schon: Das Thema Persönlichkeitstypen hat es mir wirklich angetan.
Gab es im Kurs auch Themen oder Momente, die eher unbequem waren?
Unbequem war für mich eigentlich nichts. In unserer Gruppe konnten wir, glaube ich, jedes Thema offen besprechen, fachlich wie persönlich. Ich habe keine Scheu davor, aus meiner Komfortzone rauszukommen.
Aber ich möchte einen Tipp mitgeben: Ich würde nicht empfehlen, den b|u|s-Kurs mit seinen drei besten Freunden aus dem Dorf zu besuchen. Besser ist ein Kurs mit „Fremden“. Denn im Hinterkopf hat man sonst vielleicht immer: Was wird zuhause weitererzählt? Und das fällt weg, wenn man niemanden kennt. Zwei, drei Bekannte, das ist okay. Aber ansonsten: raus aus der eigenen Blase. Es wird einfach leichter, über sich zu sprechen, wenn man nicht das halbe Dorf dabei hat. Und man bekommt ganz andere Ansichten. Wir besuchen uns auch gegenseitig auf den Betrieben. Und dann schauen mal fremde Augen auf deinen Betrieb. Das ist wirklich gut gegen Betriebsblindheit.
Welche Rolle spielt die Gruppe für dich im Kurs? Was macht den Austausch so besonders?
Die Gruppe ist das A und O, mit ihr steht und fällt alles. Wir sind inzwischen sehr zusammengewachsen, und wir haben alle keine Angst, offen und ehrlich über alles zu sprechen. Die Leute haben Lust darauf, sie versetzen sich in dich rein. Ich glaube, ich hätte keine bessere Gruppe erwischen können. Aber natürlich ist man selbst auch ein Teil davon. Wenn man die ganze Zeit nur mit verschränkten Armen dasitzt, hat man selbst nichts davon. Man kann das Gruppenfeeling aktiv mitgestalten. Der Kurs und die Trainer sind das eine, aber die Gruppe ist eben das andere.
Und das richtige Lernen passiert abends beim Bier! Davon bin ich zu hundert Prozent überzeugt. Denn dann wird das, was tagsüber besprochen wurde, wirklich verarbeitet. Die Gespräche laufen einfach anders als in der Kaffeepause: tiefer, offener, ehrlicher.
Was unterscheidet die Atmosphäre im b|u|s-Kurs von anderen Weiterbildungen, die du kennst?
Ein b|u|s-Kurs wächst mit der Zeit, das ist vielleicht das Besondere daran. Wir treffen uns jetzt seit drei Jahren, immer die gleiche Gruppe, und wir wollen auch weitermachen mit b|u|s plus. Und man merkt: Man wird freier im Reden. Man gibt mehr preis als bei einer eintägigen Veranstaltung. Der b|u|s-Kurs geht einfach mehr in die Tiefe. Man spricht über Dinge, die einen wirklich beschäftigen, und es ist wichtig, dass man das kann. Dieses Intensive, diese Tiefe, das hebt sich deutlich ab von anderen Weiterbildungen, die ich kenne.
Für wen ist der b|u|s-Kurs aus deiner Sicht genau das Richtige?
Der b|u|s-Kurs ist genau das Richtige für alle, die gerne in sich selbst investieren möchten. Vom Alter her spielt das keine Rolle. Bei uns in der Gruppe sind wir auch zwischen Mitte zwanzig und Mitte fünfzig, und das funktioniert wunderbar.
Kurz gesagt: Alle, die selbst weiterkommen möchten, sind hier gut aufgehoben. Alle, die bereit sind, die eigene Komfortzone zu verlassen und über den Tellerrand zu schauen.
Wenn du den b|u|s-Kurs in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das und warum?
Freundschaften – weil es einfach Wahnsinn ist, was da entstanden ist. Echte Freundschaften, die über den Kurs hinausgehen.
Lehrreich – weil man mit jedem Modul etwas mitnimmt, das einen wirklich weiterbringt.
Spannend – weil immer eine Vorfreude da ist auf das nächste Modul. Was erwartet uns diesmal? Und ich finde es auch schön, dass man dabei jedes Mal ein anderes Seminarhaus kennenlernt.
Das Interview führte Anne Dirking am 11.6.2026.
Ein neuer b|u|s-Kurs startet im Dezember 2026:
- Umfang: 9 Module rund um Persönlichkeitsentwicklung, Unternehmensführung, Kommunikation und Zukunftsstrategien
- Zielgruppe: Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, Hofnachfolger sowie leitende Mitarbeitende mit erster Berufserfahrung
- Module 1-3: 1.+2.12.2026 (Barendorf), 12.+13.1.2027 (Lüchow), 16.+17.2.2027 (Hermannsburg)
- Module 4-6: November 27 – Februar 28
- Module 7-9: November 28 – Februar 29
Informieren Sie sich unverbindlich bei unserer b|u|s-Impulsveranstaltung!
- 21.10.2026 (19-21 Uhr)
- Bezirksstelle Uelzen der Landwirtschaftskammer, Wilhelm-Seedorf-Straße 3, 29525 Uelzen.
- Hier geht es zur Anmeldung.















