Philipp Momeyer führt einen Familienbetrieb im Landkreis Uelzen, mit 3.500 Schweinen, 200 Hektar Ackerbau und einem Master in Agrarökonomie im Gepäck. Im Interview erzählt er, warum er den b|u|s-Kurs nicht bereut hat, was ihn am meisten überrascht hat und warum er ihn jedem Betriebsleiter empfiehlt.
Ich bin 40 Jahre alt, verheiratet, habe drei Kinder, und wir führen einen Familienbetrieb im Landkreis Uelzen, genauer gesagt in der Gemeinde Wrestedt. Mein Vater arbeitet noch etwas mit, mein Bruder ist voll dabei, und meine Mutter kümmert sich um die Buchhaltung. Also wirklich ein klassischer Familienbetrieb.
Wir halten 3.500 Schweine in der Haltungsform 2 und bewirtschaften dazu rund 200 Hektar Ackerbau mit vielen Agrarumweltmaßnahmen, Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln, Biogasmais und auch Popcornmais. Ich habe in Kiel studiert und seit 2011 einen Master in Agrarökonomie.
Was meinen Arbeitstag angeht: Der ist eigentlich sehr strukturiert. Morgens geht's als erstes in den Stall. Tierkontrolle hat absolute Priorität. Wenn dann alles passt, schaffe ich es manchmal sogar noch, vormittags ins Büro zu gehen. Nachmittags ist dann alles andere dran: Feldarbeiten, vielleicht nochmal Büro, je nachdem, was ansteht.
Am liebsten bin ich ehrlich gesagt im Stall. Das ist für mich eine sehr berechenbare Arbeit, man weiß, worauf man sich einlässt. Aber ich streue auch gerne Dünger, weil man dabei schnell einen guten Überblick über alle Flächen bekommt. Und Mähdrescher fahren, da habe ich wirklich ein Faible dafür.
Wie bist du auf den b|u|s-Kurs aufmerksam geworden, was hat dich angesprochen?
Aufmerksam geworden bin ich auf den b|u|s-Kurs eigentlich schon vor etwa acht Jahren. Damals habe ich den Studienkurs Niedersachsen besucht. Das ist eine gute Weiterbildung, die einen aufs Ehrenamt vorbereitet. Einige Mitglieder aus dem Arbeitskreis Junger Landwirte Uelzen, die auch erst den Studienkurs absolviert haben, hatten anschließend den b|u|s-Kurs gemacht und mir davon erzählt. Ich habe nur Positives gehört und hab mir gedacht: Das sollte ich auch mal machen.
Und ich habe es nicht bereut. Was mich angesprochen hat: Der b|u|s-Kurs hat zwar einen klaren landwirtschaftlichen Bezug, aber er kümmert sich eben auch um die Persönlichkeitsentwicklung. Das ist für mich eine ziemlich besondere Kombination. Die Infoveranstaltung hier in Uelzen war dann sehr motivierend, und das war letztendlich auch der ausschlaggebende Punkt, warum ich mich angemeldet habe.
Mit welchen Erwartungen bist du gestartet? Und wie hast du den Kurs dann tatsächlich erlebt: Was war anders, als du gedacht hast?
Ich war vor allem gespannt auf die Themenvielfalt, das war so ein bisschen meine Haupterwartung. Und die wurde wirklich erfüllt, der Fächer an Themen war gut.
Natürlich war nicht jeder Block sofort mein Ding. Es gab schon Themen, bei denen ich mich nicht gleich so richtig zuhause gefühlt habe. Aber rückblickend kann ich sagen: Aus jedem einzelnen Modul habe ich trotzdem etwas mitgenommen. Das finde ich das Bemerkenswerte daran.
Welches Modul hat den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen und warum?
Das erste Modul (Erfolg durch Persönlichkeit) hat mich direkt von Anfang an gepackt. Wir haben verschiedene Persönlichkeitstypen kennengelernt, und ich habe dabei gelernt, mich selbst besser einzuschätzen: Warum reagiere ich in bestimmten Situationen so, wie ich reagiere? Und das hilft mir auch, andere Menschen besser zu verstehen. Wie ticken sie, wie gehen sie mit Veränderungen um? Wenn man das weiß, wird der Umgang miteinander einfach leichter.
Und dann war da noch b|u|s 2 (Betriebe in komplexen Zeiten). Das fand ich ebenfalls sehr wertvoll. Da hat jeder seinen eigenen Betrieb aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und Entwicklungsmöglichkeiten unter die Lupe genommen. Mir ist dadurch bewusster geworden, wo unser Betrieb aktuell steht und wo er in Zukunft stehen könnte. Welcher Betriebszweig entwickelt sich gut, wo sollte man vorsichtiger sein, was ist stabil, was hat wenig Potenzial? Diese Fragen habe ich mir zwar vorher auch schon gestellt, aber durch den Kurs habe ich da eine ganz andere Struktur reinbekommen. Das hat mir viel gebracht.
Hat sich dein Umgang mit anderen Menschen (zum Beispiel mit Mitarbeitenden, Familie oder Geschäftspartnern) verändert, und wenn ja, woran merkt man das?
Ob sich wirklich doll viel verändert hat, da bin ich ehrlich gesagt gar nicht so sicher. Aber ich merke schon, dass ich eine andere Strategie habe, wenn ich jemanden von etwas überzeugen möchte. Ich schaue mehr auf die Persönlichkeit des anderen. Nicht um ihn zu manipulieren, sondern einfach um besser auf ihn eingehen zu können. Und das macht einen Unterschied, wenn man gemeinsam etwas erreichen will.
Gab es im Kurs auch Themen oder Momente, die eher unbequem waren?
Ja, es gab durchaus einen Moment, der mir etwas schwergefallen ist. Im dritten Modul (Vision und Ziele) sollten wir eine Collage erstellen und vorstellen. Und das war ehrlich gesagt nicht so mein Ding. Ich habe meine Collage schwarz-weiß gemacht, und die Trainerin war damit nicht ganz einverstanden. Die Idee dahinter finde ich grundsätzlich gut, aber das Format hat mich persönlich nicht so abgeholt. Wobei ich sagen muss: Das ist sicher auch sehr typenabhängig. Was dem einen liegt, liegt dem anderen eben weniger.
Welche Rolle spielt die Gruppe für dich im Kurs? Was macht den Austausch so besonders?
Die Gruppe ist für mich eine echte Bereicherung. Was ich besonders schätze: Wir kommen aus einem größeren Gebiet, nicht alle aus demselben Landkreis. Das bringt schon mal eine ganz andere Vielfalt mit rein. Und die Altersstruktur ist eigentlich optimal, von Mitte zwanzig bis Mitte fünfzig ist wirklich alles dabei.
Dazu kommt, dass wir sehr unterschiedliche Betriebe haben. Manche halten Tiere, manche nicht. Es gibt Betriebe mit Fremdpersonal und reine Familienbetriebe. Jeder hat andere Schwerpunkte und andere Erfahrungen, und sich da auszutauschen ist wirklich interessant. Denn nur weil jemand etwas ganz anderes macht als ich, heißt das ja nicht, dass ich mir dort keine Ideen holen kann. Im Gegenteil.
Und was ich auch sehr schätze: Wir besuchen uns gegenseitig auf den Betrieben. Die Menschen hinter ihren Betrieben zu sehen, das gibt dem Austausch noch mal eine ganz andere Tiefe.
Was unterscheidet die Atmosphäre im b|u|s-Kurs von anderen Weiterbildungen, die du kennst?
Was den b|u|s-Kurs für mich von anderen Weiterbildungen unterscheidet, ist vor allem der persönliche Austausch und wie offen der ist. Das Übernachten spielt dabei eine große Rolle. Wenn man abends noch drei, vier oder fünf Stunden zusammensitzt, entsteht einfach ein ganz anderes Gespräch als in der Kaffeepause tagsüber. Da kommen Dinge zur Sprache, die sonst vielleicht nicht zur Sprache kämen.
Und ich glaube, dass wir nicht in der Nachbarschaft wohnen, fördert diese Offenheit noch zusätzlich. Man redet einfach freier. Wir geben uns gegenseitig Ideen und Tipps, und das ist neben dem eigentlichen Kursinhalt wirklich ein ganz großer Aspekt. Jeder will für seinen Betrieb etwas erreichen, und das merkt man. Da ist eine echte Offenheit, die ich so in anderen Weiterbildungen nicht erlebt habe.
Für wen ist der b|u|s-Kurs aus deiner Sicht genau das Richtige?
Ich empfehle den b|u|s-Kurs zu hundert Prozent für Betriebsleiter und für leitende Mitarbeiter mit einem Verantwortungsbereich. Allerdings würde ich sagen: Man sollte schon ein bisschen Berufserfahrung mitbringen, ein paar Jahre gearbeitet haben und einen gewissen Erfahrungsschatz aufweisen. Man sollte schon drin sein im Thema, also nicht direkt nach der Ausbildung oder frisch vom Studium weg. Dann kann man aus dem Kurs einfach viel mehr rausziehen. Nach oben hin gibt es dagegen keine Grenze, altersmäßig ist der Kurs wirklich für jeden offen.
Wenn du den b|u|s-Kurs in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das und warum?
Intensiv – weil der Kurs wirklich fordert.
Erhellend – weil ich Dinge über mich selbst und meinen Betrieb anders gesehen habe als vorher.
Gemeinschaft – weil die Gruppe und der Zusammenhalt genauso viel wert sind wie der Kursinhalt selbst.
Das Interview führte Anne Dirking am 9. Juni 2026
Ein neuer b|u|s-Kurs startet im Dezember 2026:
- Umfang: 9 Module rund um Persönlichkeitsentwicklung, Unternehmensführung, Kommunikation und Zukunftsstrategien
- Zielgruppe: Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, Hofnachfolger sowie leitende Mitarbeitende mit erster Berufserfahrung
- Module 1-3: 1.+2.12.2026 (Barendorf), 12.+13.1.2027 (Lüchow), 16.+17.2.2027 (Hermannsburg)
- Module 4-6: November 27 – Februar 28
- Module 7-9: November 28 – Februar 29
Informieren Sie sich unverbindlich bei unserer b|u|s-Impulsveranstaltung!
- 21.10.2026 (19-21 Uhr)
- Bezirksstelle Uelzen der Landwirtschaftskammer, Wilhelm-Seedorf-Straße 3, 29525 Uelzen.
- Hier geht es zur Anmeldung.
















