Landwirtschaftliche Betriebe stehen heute vor immer komplexeren unternehmerischen Entscheidungen. Investitionen müssen finanziert, Marktchancen genutzt und Risiken begrenzt werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Betriebsführung, Dokumentation und Liquiditätssteuerung.
Die Wirtschafts- und Unternehmensberatung der Bezirksstelle Uelzen unterstützt landwirtschaftliche Unternehmerinnen und Unternehmer dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen. Dabei geht es nicht nur um die Auswertung von Zahlen, sondern vor allem darum, wirtschaftliche Zusammenhänge sichtbar zu machen und Perspektiven für den Betrieb zu entwickeln.

Der Jahresabschluss ist weit mehr als ein Rückblick auf das vergangene Wirtschaftsjahr. Richtig ausgewertet liefert er wichtige Hinweise für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.
In der Beratung werden die Buchführungsergebnisse aufbereitet und analysiert. Der Vergleich mehrerer Wirtschaftsjahre sowie der Abgleich mit ähnlichen Betrieben aus den Arbeitskreisen ermöglichen eine objektive Einordnung der eigenen Situation.
Wo liegen die Stärken des Betriebes? Welche Kostenbereiche entwickeln sich überdurchschnittlich? Wie steht es um Rentabilität, Eigenkapitalbildung oder Arbeitsproduktivität?
Die Antworten auf diese Fragen schaffen Transparenz und bilden die Grundlage für strategische Entscheidungen.
Aus der Beratungspraxis
Ein Ackerbaubetrieb stellte trotz guter Erträge fest, dass die Eigenkapitalbildung hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Analyse mehrerer Jahresabschlüsse zeigte, dass insbesondere die Maschinenkosten deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Betriebe lagen. Durch Anpassungen in der Arbeitserledigung und eine stärkere Zusammenarbeit mit Nachbarbetrieben konnten die Kosten reduziert und die Wirtschaftlichkeit verbessert werden.
Betriebszweigauswertungen: Wo wird Geld verdient?
Viele landwirtschaftliche Betriebe erwirtschaften ihre Einkünfte aus mehreren Betriebszweigen. Doch nicht jeder Bereich trägt gleichermaßen zum Unternehmenserfolg bei.
Betriebszweigauswertungen schaffen Klarheit darüber, welche Produktionsverfahren den größten Beitrag zum Betriebsergebnis leisten. Durch die Gegenüberstellung von Leistungen und Kosten wird sichtbar, wo Gewinne entstehen und wo wirtschaftliche Reserven liegen.
Dabei stehen Fragen im Mittelpunkt:
- Welcher Betriebszweig erzielt die höchsten Deckungsbeiträge?
- Wo liegen die größten Kostenblöcke?
- Welche Verfahren arbeiten besonders effizient?
- Wo bestehen Optimierungsmöglichkeiten?
Besonders hilfreich ist die Betrachtung von Deckungsbeiträgen, Vollkosten sowie Schwellen- preisen. Für viele Unternehmer ist nicht nur entscheidend, welchen Preis sie aktuell erzielen, sondern welchen Preis sie mindestens benötigen, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Gerade in spezialisierten Betrieben liefern diese Kennzahlen wichtige Grundlagen für Produktions-, Vermarktungs- und Investitionsentscheidungen. Die Kenntnis von Rentabilitätsschwellen hilft dabei, Marktpreise besser einzuordnen und Entscheidungen auf eine belastbare Grundlage zu stellen.
Aus der Beratungspraxis
Ein Betrieb mit Kartoffeln, Zwiebeln und Getreide wollte wissen, welcher Betriebszweig tatsächlich den größten Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet. Die Betriebszweigauswertung zeigte zwar hohe Umsätze im Kartoffelanbau, gleichzeitig aber auch überdurchschnittliche Lager- und Aufbereitungskosten. Die Analyse machte deutlich, dass die Zwiebelproduktion den höheren Deckungsbeitrag erzielte und damit wirtschaftlich bedeutender war als zunächst angenommen.
Ein Schweinemastbetrieb nutzte die Deckungsbeitragsrechnung, um die Auswirkungen unterschiedlicher Futterkosten und Schweinepreise zu bewerten. Mithilfe der Rentabilitätsschwelle konnte frühzeitig abgeschätzt werden, ab welchem Preisniveau die Produktion wieder kostendeckend arbeitet.
Liquiditätsplanung: Zahlungsfähigkeit aktiv sichern
Gewinne und Liquidität sind nicht immer dasselbe. Auch wirtschaftlich erfolgreiche Betriebe können zeitweise vor finanziellen Engpässen stehen.
Mit Hilfe von Liquiditätsplänen werden Ein- und Auszahlungen systematisch gegenübergestellt. Dadurch lassen sich mögliche Finanzierungslücken frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen rechtzeitig einleiten.
Die Liquiditätsplanung hilft insbesondere bei:
- größeren Investitionsvorhaben,
- schwankenden Erzeugerpreisen,
- steigenden Betriebsmittelkosten,
- betrieblichen Wachstumsprozessen,
- Finanzierungsgesprächen mit Banken.
Sie schafft Sicherheit und erhöht die Handlungsfähigkeit des Unternehmens.
Aus der Beratungspraxis
Nach zwei wirtschaftlich schwierigen Jahren plante ein Familienbetrieb die Anschaffung einer Beregnungsanlage. Die Liquiditätsplanung zeigte, dass die Finanzierung grundsätzlich tragfähig war, während in einzelnen Monaten ein vorübergehender Liquiditätsengpass entstehen könnte. Auf dieser Basis konnte gemeinsam mit der Hausbank frühzeitig eine passende Finanzierungslösung entwickelt werden.
Betriebs- und Investitionsplanung: Zukunft gestalten
Ob Stallbau, Beregnungstechnik, Lagerkapazitäten oder neue Produktionsverfahren: Investitionen wirken oft über viele Jahre und müssen deshalb sorgfältig vorbereitet werden.
Aufbauend auf der Analyse der betrieblichen Ausgangssituation werden unterschiedliche Entwicklungsvarianten durchgerechnet. Dabei entstehen konkrete Zukunftsszenarien, die Chancen und Risiken verschiedener Strategien sichtbar machen.
Zentrale Fragen lauten:
- Ist die geplante Investition wirtschaftlich tragfähig?
- Wie entwickelt sich die Liquidität?
- Welche Auswirkungen ergeben sich auf Gewinn und Arbeitswirtschaft?
- Welche Marktbedingungen müssen erfüllt sein?
Die Betriebs- und Investitionsplanung liefert damit eine belastbare Grundlage für unternehmerische Entscheidungen.
Aus der Beratungspraxis
Vor dem Bau einer Lagerhalle wurden mehrere Entwicklungsvarianten miteinander verglichen. Neben den Investitionskosten flossen auch Arbeitszeitbedarf, Lagerverluste und Vermarktungsmöglichkeiten in die Berechnungen ein. Das Ergebnis zeigte, dass eine zunächst kleinere Ausbaustufe wirtschaftlich sinnvoller war als die ursprünglich geplante Maximallösung.
Gut vorbereitet in Gespräche mit Banken und Steuerberatern
Banken, Finanzierungspartner und Steuerberater erwarten nachvollziehbare und belastbare betriebswirtschaftliche Grundlagen.
Hier unterstützt die Unternehmensberatung mit Deckungsbeitragsrechnungen und Unternehmensplanungen. Die Zahlen werden dabei nicht nur einmalig erstellt, sondern können mithilfe der laufenden Betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA) unterjährig fortgeschrieben werden.
So entsteht ein aktuelles Bild der wirtschaftlichen Entwicklung des Betriebes. Gleichzeitig verfügen Unternehmerinnen und Unternehmer über eine fundierte Datengrundlage für Finanzierungsgespräche, Investitionsentscheidungen und die strategische Weiterentwicklung ihres Unternehmens.
Aus der Beratungspraxis
Für die Finanzierung einer Investition benötigte ein Betrieb belastbare Unterlagen für das Bankgespräch. Auf Basis von Deckungsbeitragsrechnungen, Liquiditätsplanungen und einer fortgeschriebenen BWA konnte die wirtschaftliche Entwicklung transparent dargestellt werden. Dadurch verfügten sowohl Betriebsleiter als auch Finanzierungspartner über eine belastbare Entscheidungsgrundlage.
Arbeitskreise: Lernen von den Besten
Eine besondere Stärke der Wirtschaftsberatung sind die Arbeitskreise.
Hier werden anonymisierte Kennzahlen vergleichbarer Betriebe ausgewertet und diskutiert. Die Teilnehmer erhalten die Möglichkeit, ihre eigenen Ergebnisse einzuordnen und von den Erfahrungen anderer Unternehmer zu profitieren.
Oft zeigt sich, dass wirtschaftliche Unterschiede nicht allein durch Erlöse entstehen. Arbeitsorganisation, Kostenstrukturen, Produktionsverfahren oder Investitionsentscheidungen spielen häufig eine ebenso große Rolle. Der Vergleich hilft dabei, Erfolgsfaktoren sichtbar zu machen und betriebliche Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen. Die Arbeitskreise schaffen damit einen geschützten Rahmen für Austausch, Diskussion und gemeinsames Lernen.
Aus der Beratungspraxis
Ein Kartoffelbaubetrieb stellte im Arbeitskreis fest, dass seine Erzeugungskosten deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Betriebe lagen. Durch die gemeinsame Analyse wurde deutlich, dass insbesondere Lagerkosten und Arbeitsabläufe die Wirtschaftlichkeit belasteten. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Teilnehmern lieferte konkrete Ansätze zur Verbesserung.
Unterstützung der sozioökonomischen Beratung
Nicht jede betriebliche Herausforderung ist ausschließlich eine wirtschaftliche Frage. Hofübergaben, betriebliche Veränderungen oder schwierige wirtschaftliche Situationen betreffen häufig auch die Familie und die persönliche Lebensplanung.
Deshalb arbeitet die Unternehmensberatung eng mit der sozioökonomischen Beratung zusammen. Betriebswirtschaftliche Analysen und Planungen liefern wichtige Grundlagen für Beratungsprozesse und helfen dabei, tragfähige Perspektiven für Betrieb und Familie zu entwickeln.
Insbesondere bei Hofübergaben, Betriebsentwicklungen und Veränderungsprozessen trägt die Zusammenarbeit dazu bei, wirtschaftliche und persönliche Fragestellungen gemeinsam zu betrachten und langfristige Lösungen zu erarbeiten.
Aus der Beratungspraxis
Bei einer geplanten Hofübergabe bestand Unsicherheit darüber, ob der Betrieb künftig zwei Generationen ernähren kann. Mithilfe betriebswirtschaftlicher Analysen wurden unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten berechnet und deren Auswirkungen auf Einkommen, Liquidität und Investitionsbedarf dargestellt. Diese Ergebnisse bildeten die Grundlage für die weiteren Gespräche innerhalb der Familie und mit der sozioökonomischen Beratung.
Mehr als nur Zahlen
Betriebswirtschaftliche Beratung bedeutet heute weit mehr als die Analyse eines Jahresabschlusses. Sie schafft Transparenz über die wirtschaftliche Situation des Betriebes, macht Entwicklungen sichtbar und liefert die Grundlage für zukunftsorientierte Entscheidungen.
Ob Jahresabschlussanalyse, Betriebszweigauswertung, Liquiditätsplanung, Investitionsvorhaben, Arbeitskreise oder die Vorbereitung auf Gespräche mit Banken und Steuerberatern: Ziel ist es, Unternehmerinnen und Unternehmer dabei zu unterstützen, ihren Betrieb wirtschaftlich erfolgreich, nachhaltig und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Ihre Ansprechpartner für die Unternehmensberatung der Bezirksstelle Uelzen
Beratungsschwerpunkte
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- Betriebszweigabrechnungen
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