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Heli bringt vitalisierenden Kalksegen

Mit einer Waldschutzkalkung kann der Bodenversauerung entgegengewirkt werden – eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich die Böden langsam erholen und die Vitalität der Baumbestände zunimmt. Je nach Topographie wird der Kalk per Helikopter (Heli) mit einer angehängten Streuvorrichtung ausgebracht – so auch im südniedersächsischen Bergland. Bezirksförster Dieter Scholz erläuterte in der Land & Forst 37/12, was dabei zu beachten ist.

Entsprechend den Empfehlungen der Kalkungsrichtlinie werden drei Tonnen erdfeuchter Magnesium-Naturkalk je Hektar ausgebracht.

Die Vorbereitungen

  • Wichtig ist eine Bündelung der ausgewählten Flächen zu Einheiten von mindestens 50 ha Größe, weil dies der Flächenleistung des Heli pro Einsatztag entspricht.
  • Zu Leitungen, Windrädern, Straßen, Bebauung, Bahnen, Schutzgebieten etc. müssen ausreichende Abstände eingehalten werden, um mögliche Gefahrenpunkte zu entschärfen, denn es ist mit Staub- und Lärmbeeinträchtigungen zu rechnen.
  • Landeplätze und Betankungsmöglichkeiten sind vorzuhalten, möglichst auch ein sicherer Abstellplatz für die Nacht. In unmittelbarer Nähe (max. 500 m) zu der zu kalkenden Fläche müssen LKW-feste Abladestationen für den anzuliefernden Kalk vorgehalten werden, denn jede Flugminute kostet viel Geld. Diese Umschlagplätze können auch in der Fläche z.B. auf Wegekreuzungen sein, denn die Beladung des Streubehälters erfolgt mittels Radlader, während der Heli in der Luft bleibt. Lediglich das Lichtraumprofil muss so frei sein, dass der Pilot ausreichend Sicht hat. Idealerweise befinden sich diese Plätze im Bergland möglichst immer im Bereich des Oberhanges; sonst muss der Heli nach der Beladung zunächst „spritfressend“ aus der Tallage aufsteigen.
  • Die Maßnahme sollte vorab bei Gemeinde, Polizei, Feuerwehr (Staubentwicklung und mögliche Falschalarme) und Presse angekündigt sein, genauso wie die Sperrung der Wege.
  • Ab dem Start der Befliegung ist der Heli nahezu pausenlos in der Luft. Nur zur Betankung wird etwa jede Stunde ein kurzer Stopp eingelegt (mehr zu tanken kostet zuviel Gewicht). Der Turnus von Kalkaufnahme, Verteilung und Rückkehr zur Ladestelle ist meist nicht länger als eine Minute!

Die Maßnahme

  • Der Kalk wird zweckmäßigerweise erst unmittelbar vor Start angeliefert. Dabei sollte man daran denken, dass es sich oft um reine Straßen-LKW ohne Allrad handelt – daher vorher die Wegeverhältnisse und Wendemöglichkeiten prüfen!
  • Um die Waldbesuchenden vor dem herabfallenden erdfeuchten Kalkmaterial und der Staubentwicklung zu schützen, müssen die Wege durch Schilder, Trassierband etc. gesperrt werden.
  • Die vorgeschriebene Beprobung des Kalkmaterials (i.d.R. mittels Prüfrohr aus den abgekippten Haufen nach vorgegebenem Schema) obliegt dem Verantwortlichen der Maßnahme ebenso, wie das Sammeln und Überwachen der LKW-Ladungen und -Lieferscheine.
  • Bevor die Wege oder Plätze wieder freigegeben werden, müssen die Verladestationen gesäubert werden.
  • Weil die Hubschrauberkalkung hochprofessionell durch Fachfirmen durchgeführt wird, herrscht ein enges Zeitkorsett, darauf sollte man sich einstellen! Eine präzise Terminierung ist allerdings allein schon aus Witterungsgründen (Regen, Wind) schwierig.
  • Unsere Hinweise für die Praxis beinhalten nicht die Vorgehensweise bei der Beantragung von Fördermitteln. Wenden Sie sich dafür an Ihren betreuenden Förster oder Ihre betreuenden Försterin zur Beratung.

Kontakt:
Dieter Scholz
Bezirksförster
Telefax: 05565 911249
E-Mail:


Stand: 31.08.2021