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Schwalben auf dem Hof – mit einfachen Maßnahmen Lebensräume schaffen

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Wenn im Frühjahr die ersten Schwalben über die Höfe fliegen, ist das für viele ein vertrautes Bild. Doch dieses Bild wird immer seltener. In Niedersachsen und Bremen sind die Rauch- und Mehlschwalben auf der Roten Liste der Kategorie 3 zuzuordnen und gelten somit als gefährdet. Auf landwirtschaftlichen Betrieben finden sie immer weniger Brutplätze und Nahrungsquellen, da sich die Bauweise von modernen Gebäuden verändert hat. Dabei bieten Höfe das Potenzial ein sehr guter Lebensraum für Schwalben zu sein: offene Gebäude, Insektenreichtum und kurze Wege zwischen Nistplatz und Nahrungshabitat. Wie also können landwirtschaftliche Betriebe diese Flugkünstler durch wenige und kostengünstige Maßnahmen unterstützen?

Warum Schwalben auf landwirtschaftliche Betriebe angewiesen sind?

Seit Jahrhunderten gehören Schwalben zu dem gewohnten Bild eines Bauernhofes. Besonders Rauch- und Mehlschwalben haben sich an die dortigen Bedingungen und den Menschen angepasst. Offene Ställe, Scheunen und Dachüberstände bieten dabei einen geeigneten Brutplatz, wobei die Umgebung häufig reichlich Nahrung bereitstellt.

Rauchschwalbe im Nest
Rauchschwalbe im NestNora Kretzschmar

Die Rauchschwalbe brütet bevorzugt in Innenräumen von Ställen und Scheunen. Dafür benötigt sie offene Einflugschneisen. Sie toleriert menschliche Nähe sehr gut. Besonders attraktiv sind für sie Viehställe, da dort viele Insekten sind.

Die Mehlschwalbe dagegen baut ihr Nest an Dachüberständen oder geschützten Fassaden. Dabei ist sie auf strukturreiche Außenwände und Vorsprünge angewiesen. Glatte und moderne Fassaden sind ein Hindernis für den Nestbau.

Mit einfachen Maßnahmen Schwalben helfen

Schwalbenschutz muss weder teuer noch aufwändig sein. Bereits mit wenigen Maßnahmen kann geholfen werden.

Das Anbringen von Kunstnestern ist eine besonders effektive Maßnahme. Diese werden von Schwalben gut angenommen und ersetzen fehlende natürliche Nistmöglichkeiten. Wichtig dabei ist es einen vor Wetter geschützten Ort auszuwählen.

Für Rauchschwalben ist es wichtig, dass Gebäude zugänglich bleiben. Einflugöffnungen oder permanent geöffnete Fenster reichen meist schon aus, damit Tiere ein- und ausfliegen können. Bei der Maßnahme sollten Hühnerställe aufgrund von Vogelgrippegefahr ausgenommen werden. Besonders geeignet sind Rinder- und Pferdeställe, Schweineställe angesichts von Salmonellengefahr nur bedingt.

Besonders bewährt haben sich sogenannte „Kotbretter“. Diese verhindern große Verschmutzungen mit Vogelkot. Sie sind kostengünstig, leicht zu montieren und lösen vermutlich den größten Konflikt zwischen Mensch und Schwalbe.

Zusätzlich benötigen Schwalben Lehm. Durch die voranschreitende Versiegelung werden kleine Wasserstellen immer weniger. Kleine feuchte Stellen, etwa Pfützen oder sogar bewusst angelegte Lehmflächen sind eine große Hilfe für Schwalben in der Nestbauzeit.

Vorteile für den Betrieb

Schwalben ernähren sich ausschließlich von Insekten, vor allem von Mücken und Fliegen. Sie sorgen so für besser Bedingungen in den Ställen der Nutztiere. Eine Schwalbenfamilie frisst pro Brutsaison ungefähr ein Kilogramm Insekten.

Außerdem leisten Betriebe mit der Förderung von Schwalben aktiv einen erkennbaren Beitrag zum Artenschutz. Solche sichtbaren Engagements wirken sich immer positiv auf das Image der Landwirtschaft aus.