Landwirtschaftskammer Niedersachsens koordiniert an der Elbe die Fischbesatzmaßnahme zugunsten der Arterhaltung und Bestandssicherung des europäischen Aals

Die Besatzaktion ist ein Baustein zur Stabilisierung und Wiederauffüllung des Bestandes des Europäischen Aals (Anguilla anguilla). Insgesamt waren es mehr als 300.000 Tiere. Die LWK koordiniert die Besatzaktion seit 20 Jahren.
Elbe ist gutes Aufwuchsgewässer
Als winzige Glasaale wurden die Tiere schonend an der französischen Atlantikküste gefangen und nach Bleckede gebracht. Angereist sind sie gekühlt in einem speziellen Fischtransport-LKW. Die Elbe gilt als gutes Aufwuchsgewässer: Entlang des West- und Ostufers der Elbe, in den Altarmen und Nebengewässern wie Jeetzel und Krainke wachsen die Jungaale auf und können später als erwachsene Blankaale die Elbe in Richtung ihres Laichgebietes Sargassosee im Atlantik wieder verlassen. Mit dem Wehr in Geesthacht existiert auf dem Weg zum Meer nur ein Absperrbauwerk ohne Wasserkraft und Turbinen, was den Tieren die Abwanderung erleichtert.
Rätselhafter Lebenszyklus
Der Europäische Aal gibt der Wissenschaft noch immer viele Rätsel auf, Forschende arbeiten weiterhin an der künstlichen Nachzucht des Aals. Auch konnte bisher niemand das Laichgeschäft der Tiere im Atlantik beobachten. Die Lebensweise der Larven während ihrer Zeit im Golfstrom zurück nach Europa ist ebenfalls noch nicht entschlüsselt.
In jedem Fall erreichen durchsichtige, weidenblattartige Larven mit dem Golfstrom nach Osten verdriftet nach etwa zwei bis drei Jahren die europäischen Küsten. Sie entwickeln sich dort zu Glasaalen. Gelingt es ihnen, die Flusssysteme hinaufzuziehen, werden die kleinen Glasaale durch Pigmentierung dunkel. Die Oberläufe der Flüsse sind ihre Aufwuchsgebiete, die sie nach ungefähr sechs bis zwölf Jahren als erwachsene Aale verlassen, um wieder über die Nordsee quer durch den Atlantik zum Laichgebiet zu wandern.

Engagement für den Aalbestand
Die Kosten der Besatzaktion 2026 liegen bei 40.000 Euro. Hiervon werden 60 Prozent vom Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) sowie vom Land Nieder-sachsen getragen. Den verbleibenden Eigenanteil von 40 Prozent erbringt der Verein für Fischerei- und Gewässerschutz im Landkreis Lüneburg (VFGL e.V.), dessen regionale Akteurinnen und Akteure sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für die fischereilichen
Belange an der Elbe engagieren.

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