Mildes, sonnenreiches Wetter sorgt für frühen Erntestart – Erste Stangen werden schon gestochen – Voraussichtlich ausreichend Spargel zum Osterfest

Früherer Erntebeginn
Der Erntebeginn liegt somit etwas früher als im Vorjahr. Je nach Witterung werden die Erntemengen voraussichtlich kontinuierlich steigen. Für das traditionelle Spargelessen zum Osterfest werden ausreichende Mengen erwartet.
Der erste deutsche Spargel kommt aus beheizten Anlagen und wird bereits seit Anfang März gestochen – die Mengen bleiben aber überschaubar und bilden nur einen Anteil von weniger als ein Prozent der Anbaufläche. Im Laufe des Monats könnte die Ernte auch unter wärmender Doppelabdeckung in Gang kommen. Dort fehlen noch einige Sonnenstunden, um das Pflanzenwachstum in den Dämmen richtig in Gang zu bringen. Ab Anfang April dürften auch die einfach bedeckten, auf schwarz gedrehten Anlagen in die Ernte kommen.
Vorbereitung läuft seit Herbst 2025
Die Vorbereitung der Flächen für die Spargelsaison beginnt bereits im Vorjahr: Im Herbst ziehen Anbaubetriebe die Dämme, legen Folie und stecken bereits Stäbe für die spätere Tunnelfolie als zweite Abdeckung. Hintergrund dieser Vorbereitungen ist nicht ausschließlich ein früher Erntebeginn des Gemüses, sondern auch die bessere Befahrbarkeit der einzelnen Schläge.
Neben der Arbeit auf den Feldern gilt es jetzt gleichzeitig die Vermarktung vorzubereiten und das Personal zu schulen. Zur Unterstützung befinden sich bereits Saisonarbeitskräfte auf den Betrieben – zumindest da, wo die Ernte schon losgeht.
Gestiegene Kosten
Anbaufläche und Erntemenge
In Niedersachsen wurden 2025 auf 3.828 Hektar ertragsfähiger Fläche 19.654 Tonnen Spargel gestochen. Dies geht aus Erhebungen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) hervor. Die ertragsfähige Fläche verringerte sich, dem Trend der zurückliegenden Jahre entsprechend, demnach erneut um 4,8 Prozent gegenüber zum Vorjahr. Diese Entwicklung wirkte sich deutlich auf die niedersächsische Spargelernte aus, die im Vergleich zu 2024 nochmals um 13,1 Prozent niedriger ausfiel. Damit handelte es sich wohl um die niedrigste in Niedersachsen geerntete Spargelmenge seit 2006.
Der Spargelertrag pro Hektar verringerte sich 2025 auf 51,3 Dezitonnen und liegt somit deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre (55,3 Dezitonnen). Ein möglicher Grund für den Rückgang sind ungünstige Witterungsverhältnisse wie anhaltende Trockenheit oder Regenschäden. Trotz geringerer Erträge kam auch im Jahr 2025 mit 19,9 Prozent der größte Anteil des gesamten deutschen Spargels aus Niedersachsen.
In Zukunft könnte sich dies nach Einschätzung des LSN jedoch ändern, da die niedersächsische Anbaufläche seit Jahren stetig abnimmt. Gestiegen ist hingegen die noch nicht ertragsfähige Spargelfläche, die einen Zuwachs von 17,1 Prozent gegenüber 2024 verzeichnete. Flächen benötigen in der Regel zwei bis drei Jahre Vorbereitung, bis dort Spargel gestochen werden kann.
Flächenstärkste Kultur nach Zwiebeln und Zwiebelgewächsen
Ob der Zuwachs an nicht ertragsfähigen Flächen letztlich wieder eine Zunahme der ertragsfähigen Spargelanbaufläche in 2026 bedeutet, ist derzeit noch unklar. Angesichts häufig berichteter Faktoren – Mangel an Erntehelferinnen und Erntehelfern, sinkende Nachfrage, gestiegene Produktionskosten – kann ein Zuwachs der nicht ertragsfähigen Flächen auch bedeuten, dass Anbauflächen vermehrt nicht abgeerntet wurden.
Spargel ist nach Zwiebeln/Zwiebelgewächsen die flächenstärkste Kultur im niedersächsischen Gemüseanbau. Zu den Zentren des niedersächsischen Spargelanbaus gehören die Regionen rund um Hannover, Nienburg, Lüneburg, Uelzen sowie das Osnabrücker Land.
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