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Zuckerrübenaussaat: Betriebe nutzen optimale Bodenbedingungen

Webcode: 01045347
Stand: 01.04.2026

Auf günstigen Standorten Arbeiten im März weit vorangeschritten – Landesweite Anbaufläche bleibt wegen Marktentwicklung auf durchschnittlichem Niveau

Zahlreiche Ackerbaubetriebe in Niedersachsen haben in den zurückliegenden Tagen erfolgreich Zuckerrüben ausgedrillt. Die vielerorts nassen Böden hatten in den zurückliegenden Wochen für Verzögerungen bei der Frühjahrsbestellung gesorgt.
Zahlreiche Ackerbaubetriebe in Niedersachsen haben in den zurückliegenden Tagen bereits Zuckerrüben ausgedrillt. Bei anhaltend wärmeren Temperaturen werden auch die übrigen Zuckerrübenflächen bald bestellt sein. Gerald Burgdorf
Hannover/Oldenburg – In vielen Fällen optimale Bodenbedingungen und eine niederschlagsarme Phase führen im Frühjahr 2026 dazu, dass auf günstigen Standorten ein Großteil der Zuckerrüben bereits im März ausgesät wurde. Einzig Temperaturen, die in den Morgenstunden um den Gefrierpunkt liegen und Flächen, die doch noch zu nass sind, lassen manche Landwirtinnen und Landwirte zögern, ihre Rüben an den Start zu bringen.

Frühe Aussaat hat Vor- und Nachteile

Auf gut befahrbaren Flächen wurden die vielversprechenden Bedingungen allerdings genutzt, um die Vorteile einer frühen Saat umzusetzen, berichtet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK). Somit verlängert sich die Wachstumszeit der Zuckerrüben und eine gute Grundlage für die Ertragsbildung ist geschaffen. Zudem können diese Bestände eine frühe Konkurrenzkraft gegenüber Unkräutern erreichen. Die zeitige Aussaat birgt jedoch auch Risiken: Aufgrund der derzeit niedrigen Bodentemperaturen laufen die Zuckerrüben langsamer auf. So sind sie länger dem Risiko unterworfen, dass die Rübensaat von Mäusen geknackt wird, als wenn sie unter wärmeren Bedingungen ausgesät würden. Zudem können gerade aufgelaufene Pflanzen durch Frost geschädigt werden. 

Wo die Böden noch zu kalt und zu feucht für eine Aussaat sind, sind die Zuckerrüben anbauenden Betriebe gut beraten, mit der Aussaat zu warten, bis der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Das Vorhandensein guter Bodenbedingungen bestimmt den Aussaattermin.

Auf Hochdruckphase folgen Kälte und Regen

Bereits im vergangenen Jahr haben ein niederschlagsarmer Februar und März zu einer frühen Aussaat geführt. Die Situation auf den Flächen ist in diesem Jahr allerdings eine gänzlich andere, da es nach der warmen Hochdruckphase Anfang März einen starken Temperaturrückgang gab und es auch immer wieder geregnet hat. Allerdings sind die Niederschlagsmengen eher gering und die Flächen sind besonders im Unterboden weit davon entfernt, eine gute Wasserversorgung aufzuweisen.

Beliebte Nahrung für Mäuse und Insekten

Allein aus der frühen Aussaat kann noch keine Ertragsprognose abgeleitet werden. Sind die Zuckerrüben aufgelaufen, stellen sie eine beliebte Nahrung für Springschwänze, Moosknopfkäfer und andere Schädlinge dar, gegen die sie jedoch durch eine Behandlung des Saatgutes weitestgehend geschützt sind. Durch diese Ummantelung des Saatgutes – die technisch auch dafür sorgt, dass die Aussaat in exaktem Abstand erfolgen kann – entstehen die sogenannten Rübenpillen. Auch Mäuse freuen sich über die zusätzliche Nahrungsquelle und werden zu wahren Pillenknackern. Im weiteren Verlauf wecken die Pflanzen das Interesse von Blattläusen, die leider auch ertragsmindernde Viruskrankheiten auf die Rüben übertragen und von Pflanze zu Pflanze weiterverbreiten.

Nützlinge helfen beim Pflanzenschutz

Erst wenn der Blattlausbefall den sogenannten Bekämpfungsrichtwert überschreitet und dadurch Ernteverluste drohen, leiten Landwirtinnen und Landwirte Bekämpfungsmaßnahmen ein. Häufig aber beseitigen Nützlinge wie Marienkäfer die Blattläuse schon, ehe der Mensch tätig werden muss.

Rübenproduktion orientiert sich am Markt

Während die Rübenfläche in Niedersachsen im Jahr 2024 aufgrund sehr guter Marktbedingungen von durchschnittlich 100.000 Hektar in den Vorjahren um rund zehn Prozent ausgeweitet worden war, wird sie im Jahr 2026 ebenso wie bereits im Vorjahr wieder auf durchschnittlichem Niveau liegen. Die Rübenproduktion orientiert sich am Markt. Aufgrund eines sehr hohen, die Nachfrage übersteigenden Angebotes bewegen sich die Zuckerpreise am Weltmarkt auf einem niedrigen Niveau. Die Anbaufläche ergibt sich aus den Anbau- und Lieferverträgen, die die zuckerverarbeitenden Unternehmen mit den Landwirtinnen und Landwirten abschließen. Hinzu kommen Flächen, deren Erntegut in Biogasanlagen verwertet wird.

Der Grundstein für eine gute Zuckerrübenernte wird mit der Aussaat gelegt, die weitere Witterung und das darauf aufbauende Bestandesmanagement werden entscheidenden Einfluss auf das Ernteergebnis haben. Über eine nachhaltige Erwärmung, wie sie ab Ostern in Aussicht ist, werden sich Natur und Zuckerrüben wie Landwirtinnen und Landwirte gleichermaßen freuen.


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