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Raps – gelbe Farbpracht in der Landschaft

Webcode: 01045380
Stand: 15.04.2026

Blütezeit der wichtigsten heimischen Ölfrucht beginnt – Wachsende Anbaufläche und gute Vermarktungsmöglichkeiten erwartet

Rapsblüte Mai 2018
Raps ist die wichtigste heimische Ölpflanze. Aus den gelben Blüten entwickeln sich nach der Bestäubung auch durch Insekten Schoten mit etwa zwei Millimeter dicken, schwarzen Körnern. Deren Ölgehalt liegt je nach Rapssorte zwischen 42 bis 46 Prozent. Wolfgang Ehrecke
Oldenburg/Hannover – Vereinzelt sieht man bei der Fahrt durch die Landschaft schon die ersten gelben Tupfer, bald werden wieder im ganzen Land die Rapsfelder mit leuchtend gelben Blüten die Blicke auf sich ziehen. Auch in diesem Jahr blüht der Raps wieder früher als es der langjährige Durchschnitt erwarten lässt. Der Grund hierfür ist ein wie schon in den vergangenen Jahren verhältnismäßig warmer März. Das ließ die Entwicklung der Bestände nach dem Winter trotz der mitunter recht kühlen Nächte recht zügig vorangehen. 

Die niedrigen Temperaturen im Januar und Februar konnten dem Raps dank der in den meisten Fällen vorhandenen Schneedecke wenig anhaben, so dass es kaum Schäden durch Auswinterung gab. Die Pflanzen sind nun dabei, von der vegetativen Phase, in der Blätter, Stängel und Wurzeln wachsen, in die generative Phase überzugehen, in der die Anlagen für die später geernteten Körner ausgebildet werden.

Feuchtigkeit entscheidet über gute Weiterentwicklung

Neben Sonnenschein und milden Temperaturen braucht es vor allem auch genügend Feuchtigkeit, denn die Pflanzen nehmen viele Nährstoffe in Wasser gelöst über die Wurzeln aus dem Boden auf, so dass Trockenheit bei Pflanzen nicht nur zu Durst, sondern auch zu Hunger führt. Hier kommt dem Raps zugute, dass er eine stabile Pfahlwurzel bildet, die schon im Frühjahr recht tief in den Boden wächst und damit auch Wasser und Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten erreicht.

Futterquelle für Insekten - Deckung für Wildtiere

In etwa zwei Wochen kann mit der Vollblüte der Ende August, Anfang September vergangenen Jahres ausgesäten und gut entwickelten Rapsbestände gerechnet werden. Die Rapsfelder stehen dann wieder für drei bis vier Wochen in ihrer vollen, goldgelben Blütenpracht da. In dieser Zeit bieten sie eine gute Futterquelle für allerlei Insektenarten, die als Bestäuber maßgeblich zum Anbauerfolg dieser Kultur beitragen. So schätzen auch viele Imker/-innen den Raps als erste, frühe Nahrung für die Honigbiene. Die Bienen können bis zu 40 Kilogramm Honig von einem Hektar Raps sammeln. 

So sehr das Fotomotiv auch reizt: Fotografinnen und Fotografen sollten von einem Betreten der Rapsfelder absehen, da diese in vielen Gegenden die erste höhere Deckung für Wildtiere bieten, die dort ihre Kinderstube einrichten.

Kugelförmige Samen bergen wertvolles Öl

Aus den gelben Blüten der Rapspflanzen entwickeln sich nach der Blüte etwa sieben Zentimeter lange Schoten. Eine Rapspflanze bildet im Schnitt ungefähr 200 Schoten aus, die jeweils 20 bis 25 Körner enthalten. In den Schoten reifen dann bis zum Sommer kleine schwarze, kugelförmige Samen heran, die Öl enthalten. Der Ölgehalt ist sortenabhängig und liegt in der Regel zwischen 42 und 46 Prozent. 

Wenn in einem guten Jahr 40 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha) Raps geerntet werden, können bis zu 2.000 Flaschen Rapsöl von einem Hektar hergestellt werden. Dieses Öl findet Verwendung in der heimischen Küche und in der Lebensmittelindustrie als universell einsetzbares Speiseöl. Es ist aber auch ein wichtiger Rohstoff für biologisch abbaubare Schmierstoffe sowie für Biotreibstoffe. Die ausgepressten Rapskörner schließlich finden vor allem in der Rinderfütterung als Rapsextraktionsschrot als wichtige Proteinquelle Verwendung.

Anbaufläche überschreitet 100.000-Hektar-Grenze

Im Jahr 2025 wurde nach Angaben des Landesamts für Statistik (LSN) in Niedersachsen auf 97.400 ha Raps angebaut. Damit wurden ungefähr fünf Prozent der Ackerfläche mit dieser Ölfrucht bestellt. Das ist etwas mehr als im Jahr 2024, als nach dem nassen Winter 2023/24 viele Bestände umgebrochen werden mussten, allerdings auch noch deutlich weniger als 2023, als der Rapsanbau nach Spitzenerträgen im Jahr davor für viele Landwirtinnen und Landwirte wieder attraktiver wurde. Der landesweite Durchschnittsertrag lag im vergangenen Jahr mit 40,5 dt/ha auf einem guten Niveau und deutlich über dem sechsjährigen Mittel (36,1 dt/ha). Insgesamt wurden in Niedersachsen im vergangenen Jahr 394.200 Tonnen Raps geerntet und damit wieder knapp 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Die vorläufige Schätzung des LSN für die Rapsanbaufläche 2026 geht von 111.400 ha in Niedersachsen aus.

Bedingungen bei der Aussaat teils nicht ideal

Die Aussaatbedingungen im Herbst 2025 waren teilweise nicht optimal, da die Trockenheit eine gute Saatbettbereitung schwierig bis unmöglich machte und auch Maßnahmen zur Unkrautbekämpfung im Herbst dadurch mancherorts nicht durchgeführt werden konnten. Dennoch entwickelten sich die Bestände bis zum Winter, auch nach anfänglich verzögertem Aufgang, recht gut. Besonders schon sehr früh in die Streckung übergegangene Bestände weisen allerdings darauf hin, dass hier bereits Wasser und Nährstoffe knapp wurden.

Bei ausreichend Wasser gute Erträge erwartet

Die aktuellen Witterungsbedingungen lassen zwar noch keine endgültige Aussage zur Ertragserwartung zu. Die Bildung der Seitentriebe und damit die Entwicklung des Schotenpakets hängt in nächster Zeit maßgeblich von der Wasserversorgung ab und es wird wahrscheinlich auch in diesem Jahr nicht für Spitzenerträge ausreichen. Dennoch kann immer noch mit einem guten Ernteergebnis gerechnet werden, wenn die Bestände nun nicht allzu sehr unter Wasser- und Nährstoffmangel leiden und keine Spätfröste die Schotenbildung beeinträchtigen. Mit regionalen und sogar schlagspezifischen Unterschieden ist aber auch in diesem Jahr zu rechnen – je nachdem, wie die Bedingungen für den Raps bisher waren und wie sich die Niederschläge in den kommenden Wochen verteilen.

Wichtige Kultur mit pflanzenbaulichen Vorteilen

Der Raps ist und bleibt in Niedersachsen eine wichtige Kultur für die Landwirtinnen und Landwirte und hat in vielen Fruchtfolgen seinen festen Platz. Neben den ökonomischen Vorteilen (mehr dazu weiter unten) zeichnet sich der Raps durch viele positive pflanzenbauliche Effekte aus. So durchbricht der Raps mit seiner Pfahlwurzel auch leichtere Verdichtungen im Boden und kann nach einer tieferen Bodenlockerung nach der Getreideernte dazu beitragen, das Bodengefüge über Winter wieder zu stabilisieren. Außerdem können im Raps viele Ungräser wirksam bekämpft werden, was besonders in Fruchtfolgen mit hohem Wintergetreideanteil nicht zu unterschätzen ist. Auch die Vorfruchtwirkung des Rapses durch die Nährstofffreisetzung aus den Erntereste für die Folgekultur trägt dazu bei, dass der Raps sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut.

Marktpreis: Raps gegenüber Getreide deutlich im Vorteil

Neben diesen schwierig monetär zu bewertenden Aspekten spielt insbesondere der Vermarktungspreis für die Anbauentscheidung eine wichtige Rolle. Und da ist der Raps derzeit deutlich im Vorteil gegenüber den Getreidekulturen. Zwar liegt der Rapspreis in diesem Jahr etwas unter dem Niveau vom Frühjahr 2025, bei der aktuellen geopolitischen Lage ist aber dennoch davon auszugehen, dass die Vermarktungschancen für Raps auch in diesem Jahr gut sind und die ökonomische Betrachtung des Rapsanbaus somit für viele Betriebe positiv ausfallen dürfte.


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