Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Heimische Erdbeeren überzeugen mit Qualität und wachsender Sortenvielfalt
Freilandernte startet
Derzeit stammt ein Großteil der angebotenen Erdbeeren noch aus geschütztem Anbau in Gewächshäusern und Folientunneln. Im niedersächsischen Hauptanbaugebiet rund um Vechta-Langförden hat inzwischen auch die Freilandernte auf den mit Vlies oder Folie verfrühten Flächen begonnen. Die Fachleute der LWK erwarten eine im besten Sinne normale Erdbeersaison mit guten Qualitäten.
Mehr Sorten zur Auswahl
Nach Angaben von Felix Koschnick, bei der LWK Leiter der Versuchsstation für Beerenobst in Vechta-Langförden, wächst derzeit das Sortenspektrum im heimischen Erdbeeranbau deutlich. „Es werden zunehmend neue Sorten angebaut, sodass Verbraucherinnen und Verbraucher heute eine größere Auswahl an wohlschmeckenden und qualitativ hochwertigen Erdbeeren aus regionalem Anbau finden“, erklärt Koschnick.
Tropfenbewässerung garantiert Qualität
Neben Geschmack und Frische punkten heimische Erdbeeren auch in Sachen Nachhaltigkeit. Durch kurze Transportwege entsteht im Vergleich zu Importware ein geringerer CO₂-Fußabdruck. Zudem werden bei der regionalen Produktion keine Wasserressourcen genutzt, die in direkter Konkurrenz zur Trinkwasserversorgung stehen. „Natürlich müssen auch wir – insbesondere nach dem trockenen Frühjahr – die Kulturen bewässern, um die vom Handel sowie von den Verbraucherinnen und Verbrauchern erwarteten Qualitäten zu gewährleisten“, berichtet Koschnick. Zum Einsatz komme heute überwiegend die Tropfenbewässerung. Dabei verlaufen die Leitungen direkt im Wurzelbereich der Pflanzen, sodass die Erdbeeren gezielt, wassersparend und bedarfsgerecht mit Wasser versorgt werden können. Verdunstungsverluste werden dadurch deutlich reduziert.
Trend geht zum geschützten Anbau

Wer Erdbeeren in Eigenregie ernten möchte, kann zum Beispiel im LWK-Portal „Service vom Hof“ nach direktvermarktenden Betrieben suchen, die Erdbeeren zum selbst pflücken anbieten.
Erdbeer-Anbau in Zahlen
Nach Erhebungen des Landesamts für Statistik bauten 2025 in Niedersachsen 199 Betriebe auf einer Fläche von 2554,8 Hektar (ha, 2024: 2.852 Hektar) Erdbeeren an. 187 Betriebe produzierten Erdbeeren im Freiland (insgesamt 2.004,0 ha, 2024: 2.133 ha), in 74 Betrieben wuchsen die Erdbeeren auf 250,3 ha (2024: 252 ha) in Folientunneln und Gewächshäusern (= zahlreiche Betriebe nutzen beide Anbau-Arten). Die meisten niedersächsischen Betriebe (106) bauen Erdbeeren in kleinerem Maßstab an (1 bis 10 ha), bei 46 Betrieben ist die Erdbeer-Anbaufläche sogar kleiner als 1 ha. 23 Betriebe verfügen über 30 ha und mehr Erdbeer-Anbaufläche.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 22.053,8 Tonnen (t, 2024: 24.309 t) Freiland-Erdbeeren geerntet, der Ertrag pro ha summierte sich auf 110 Dezitonnen (dt, 2024: 114 dt). Im geschützten Anbau ernteten die Betriebe 6.850,8 t (2024: 6.009 t) Erdbeeren. Den Hektar-Ertrag im geschützten Anbau beziffert die Statistik mit 273,7 dt (2024: 237,9 dt).
Auch im niedersächsischen Ökolandbau werden Erdbeeren geerntet: 2025 ernteten 20 Betriebe auf 3,7 ha rund 25,6 t der Früchte.
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