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Erdbeerernte in Niedersachsen startet mit guten Aussichten

Webcode: 01045459
Stand: 13.05.2026

Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Heimische Erdbeeren überzeugen mit Qualität und wachsender Sortenvielfalt

Erdbeeren
In Hofläden und an Marktständen hat die Zeit für die heimischen Erdbeeren begonnen: Immer öfter stehen in diesen Tagen die roten, saftigen Früchte aus niedersächsischer Produktion zum Verkauf.Filip Filipovic / pixabay.com
Oldenburg/Langförden – Die Erdbeersaison in Niedersachsen nimmt Fahrt auf: In Hofläden und an Marktständen sind zunehmend frische, heimische Erdbeeren erhältlich. Begünstigt durch gute Witterungsbedingungen im Frühjahr schreitet der Reifeprozess der Früchte trotz der aktuell kühlen Eisheiligen zügig voran. Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) mitteilt, konnten die Betriebe in diesem Jahr alle wichtigen Kulturmaßnahmen termingerecht durchführen. Dank gut befahrbarer Böden verlief die Vorbereitung der Anlagen reibungslos – eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Saison.

Freilandernte startet

Derzeit stammt ein Großteil der angebotenen Erdbeeren noch aus geschütztem Anbau in Gewächshäusern und Folientunneln. Im niedersächsischen Hauptanbaugebiet rund um Vechta-Langförden hat inzwischen auch die Freilandernte auf den mit Vlies oder Folie verfrühten Flächen begonnen. Die Fachleute der LWK erwarten eine im besten Sinne normale Erdbeersaison mit guten Qualitäten.

Mehr Sorten zur Auswahl

Nach Angaben von Felix Koschnick, bei der LWK Leiter der Versuchsstation für Beerenobst in Vechta-Langförden, wächst derzeit das Sortenspektrum im heimischen Erdbeeranbau deutlich. „Es werden zunehmend neue Sorten angebaut, sodass Verbraucherinnen und Verbraucher heute eine größere Auswahl an wohlschmeckenden und qualitativ hochwertigen Erdbeeren aus regionalem Anbau finden“, erklärt Koschnick.

Tropfenbewässerung garantiert Qualität

Neben Geschmack und Frische punkten heimische Erdbeeren auch in Sachen Nachhaltigkeit. Durch kurze Transportwege entsteht im Vergleich zu Importware ein geringerer CO₂-Fußabdruck. Zudem werden bei der regionalen Produktion keine Wasserressourcen genutzt, die in direkter Konkurrenz zur Trinkwasserversorgung stehen. „Natürlich müssen auch wir – insbesondere nach dem trockenen Frühjahr – die Kulturen bewässern, um die vom Handel sowie von den Verbraucherinnen und Verbrauchern erwarteten Qualitäten zu gewährleisten“, berichtet Koschnick. Zum Einsatz komme heute überwiegend die Tropfenbewässerung. Dabei verlaufen die Leitungen direkt im Wurzelbereich der Pflanzen, sodass die Erdbeeren gezielt, wassersparend und bedarfsgerecht mit Wasser versorgt werden können. Verdunstungsverluste werden dadurch deutlich reduziert.

Trend geht zum geschützten Anbau

Unabhängiger von Witterungseinflüssen: Im Folientunnel eines Anbaubetriebes in der Region Hannover wachsen Erdbeeren heran.
Unabhängiger von Witterungseinflüssen: Im Folientunnel eines Anbaubetriebes in der Region Hannover wachsen Erdbeeren heran.Wolfgang Ehrecke
Um sich stärker von Witterungseinflüssen unabhängig zu machen und zugleich die Fruchtqualität weiter zu verbessern, investieren viele Betriebe zunehmend in den geschützten Anbau unter Folientunneln. Der klassische Freilandanbau wird dagegen in einigen Regionen leicht zurückgefahren. Auch aus arbeitswirtschaftlicher Sicht gewinnt der geschützte Anbau an Bedeutung. Tilman Keller, Leiter des Beratungsteams Beerenobst beim Obstbauversuchsring des Alten Landes, bestätigt entsprechende Entwicklungen aus den Betrieben: „Die Arbeitskräfte pflücken bevorzugt die hohen Qualitäten aus der geschützten Produktion. Gute Arbeitsbedingungen und eine bessere Pflückbarkeit der Erdbeerpflanzen spielen bei der Weiterentwicklung der Erdbeerbetriebe eine zentrale Rolle.“

Wer Erdbeeren in Eigenregie ernten möchte, kann zum Beispiel im LWK-Portal „Service vom Hof“ nach direktvermarktenden Betrieben suchen, die Erdbeeren zum selbst pflücken anbieten.

Erdbeer-Anbau in Zahlen

Nach Erhebungen des Landesamts für Statistik bauten 2025 in Niedersachsen 199 Betriebe auf einer Fläche von 2554,8 Hektar (ha, 2024: 2.852 Hektar) Erdbeeren an. 187 Betriebe produzierten Erdbeeren im Freiland (insgesamt 2.004,0 ha, 2024: 2.133 ha), in 74 Betrieben wuchsen die Erdbeeren auf 250,3 ha (2024: 252 ha) in Folientunneln und Gewächshäusern (= zahlreiche Betriebe nutzen beide Anbau-Arten). Die meisten niedersächsischen Betriebe (106) bauen Erdbeeren in kleinerem Maßstab an (1 bis 10 ha), bei 46 Betrieben ist die Erdbeer-Anbaufläche sogar kleiner als 1 ha. 23 Betriebe verfügen über 30 ha und mehr Erdbeer-Anbaufläche.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 22.053,8 Tonnen (t, 2024: 24.309 t) Freiland-Erdbeeren geerntet, der Ertrag pro ha summierte sich auf 110 Dezitonnen (dt, 2024: 114 dt). Im geschützten Anbau ernteten die Betriebe 6.850,8 t (2024: 6.009 t) Erdbeeren. Den Hektar-Ertrag im geschützten Anbau beziffert die Statistik mit 273,7 dt (2024: 237,9 dt).

Auch im niedersächsischen Ökolandbau werden Erdbeeren geerntet: 2025 ernteten 20 Betriebe auf 3,7 ha rund 25,6 t der Früchte.


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