Am 21. und 22. Mai 2026 fand in Stapelfeld die jährliche Schulung der Beratungskräfte für Schweinehaltung statt. Organisiert wird diese Tagung von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Zusammenarbeit mit den Beratungsringen und dem VzF sowie der Unterstützung des Projektes Netzwerk Fokus Tierwohl. Auch in diesem Jahr erwartete die 55 Teilnehmenden, erstmals auch aus Schleswig-Holstein, ein abwechslungsreiches Programm aus Fachvorträgen und praxisorientierten Workshops.
Den Auftakt des ersten Veranstaltungstages gestaltete Dr. Laura Geiping vom Schweinegesundheitsdienst der LUFA Nord‑West. Sie beleuchtete aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Bereich der Tiergesundheit und hob insbesondere präventive Maßnahmen hervor, darunter die frühzeitige Eisengabe an Saugferkel ab dem zweiten bzw. dritten Lebenstag. Zudem könne eine bestandsspezifische Impfung gegen das Influenzavirus A sinnvoll sein, deren Wirtschaftlichkeit jedoch stets individuell zu prüfen sei.

Der Nachmittag stand traditionell im Zeichen des intensiven Austauschs der teilnehmenden Beratungskräfte untereinander: In zwei aufeinanderfolgenden Workshoprunden diskutierten die Teilnehmenden Themen wie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Beratungsalltag, die regelkonforme Gestaltung von Deckzentrum und Abferkelbuchten, Aspekte der Betriebsteilung und Unternehmensstrukturierung sowie Erfahrungen mit den Haltungsformen 3 bis 5. Bei angenehmem Wetter klang der Tag in geselliger Runde bei einem Grillbuffet aus.
Der zweite Veranstaltungstag begann mit einem Vortrag von Dirk Lüvolding (LWK Niedersachsen) zur Mitarbeitergewinnung und -bindung – ein Thema, das viele landwirtschaftliche Betriebe aufgrund des hohen Bedarfs an Facharbeitskräften aktuell stark beschäftigt. Lüvolding gab praxisnahe Hinweise für ein gutes Personalmanagement und empfahl unter anderem, bereits in Stellenanzeigen Aufgabenbereiche und Vergütung klar zu benennen.
Anschließend informierte Dr. Karl-Heinz Tölle (ISN Projekt GmbH) über den aktuellen Stand zu Haltungskennzeichnung, Initiative Tierwohl und Nämlichkeit.
Da viele Beratende aufgrund der wirtschaftlich angespannten Lage zunehmend mit emotional belastenden Situationen auf den Betrieben konfrontiert sind, gab Anne‑Marie Glowienka (hochForm) wertvolle Impulse zum empathischen Umgang und zur Stärkung der eigenen inneren Stabilität.
Im Bereich Fütterung stellte Dr. Cornelia Schwennen (Tierärztliche Hochschule Hannover) die Bedeutung einer bedarfsgerechten und hygienisch einwandfreien Fütterung heraus und erläuterte typische Mangelsymptome sowie Vergiftungserscheinungen bei Schweinen.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Vortrag von Matthias Eckhoff (Hof Eckhoff) zum Thema „Künstliche Intelligenz im landwirtschaftlichen Unternehmeralltag“. Anhand anschaulicher Praxisbeispiele zeigte er, wie KI bereits erfolgreich im Betriebsmanagement eingesetzt werden kann und ermutigte die Teilnehmenden, entsprechende Technologien auch in der Beratungspraxis zu nutzen.



















