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Die ganze Welt des Herdenschutzes

Webcode: 01045511
Stand: 10.06.2026

Wolf in Niedersachsen: 2. Echemer Zauntag der Landwirtschaftskammer zeigt Innovationen, praktische Lösungen und fördert Dialog zwischen Weidetierhalter/-innen und Politik

Fahrzeug zum (De-)Installieren von mobilen Weidezäunen beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Kammerpräsident Gerhard Schwetje eröffnet den 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Kammerpräsident Gerhard Schwetje eröffnet den 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. LWK-Schafzuchtexperte Klaus Gerdes beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Jennifer Kraushaar, bei der LWK zuständig für die Betreuung und Koordination der Rissbegutachtung im Rahmen der Richtlinie Wolf, beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Jennifer Kraushaar, bei der LWK zuständig für die Betreuung und Koordination der Rissbegutachtung im Rahmen der Richtlinie Wolf, beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Per Video-Schalte berichtet der Schweizer Jan Boner beim 2. Echemer Zauntag über den Herdenschutz im Kanton Graubünden. Per Video-Schalte berichtet der Schweizer Jan Boner beim 2. Echemer Zauntag über den Herdenschutz im Kanton Graubünden. Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers als Moderator beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Edelgard von Houwald aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat referiert beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Edelgard von Houwald aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat referiert beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Edelgard von Houwald aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat referiert beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Edelgard von Houwald aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat referiert beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Melvin Raabe aus dem niedersächsischen Umweltministerium spricht auf dem 2. Echemer Zauntag im Kreis Lüneburg. Melvin Raabe aus dem niedersächsischen Umweltministerium spricht auf dem 2. Echemer Zauntag im Kreis Lüneburg. Marcus Polaschegg aus dem niedersächsischen Agrarministerium spricht beim 2. Echemer Zauntag im Kreis Lüneburg. Marcus Polaschegg aus dem niedersächsischen Agrarministerium spricht beim 2. Echemer Zauntag im Kreis Lüneburg. 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Marcus Polaschegg aus dem niedersächsischen Agrarministerium spricht beim 2. Echemer Zauntag im Kreis Lüneburg. Marcus Polaschegg aus dem niedersächsischen Agrarministerium spricht beim 2. Echemer Zauntag im Kreis Lüneburg. Podiumsdiskussion beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Marcus Polaschegg (l.) aus dem niedersächsischen Agrarministerium spricht beim 2. Echemer Zauntag im Kreis Lüneburg. Edelgard von Houwald (BMLEH, 2.v.l.) spricht beim 2. Echemer Zauntag im Kreis Lüneburg. Landvolk-Vizepräsident und Zauntag-Moderator Jörn Ehlers (2.v.r.) befragt Melvin Raabe aus dem Umweltministerium. Landvolk-Vizepräsident und Zauntag-Moderator Jörn Ehlers (M.) während der Podiumsdiskussion. Podiumsdiskussion beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Podiumsdiskussion zum Wolfsmanagement beim 2. Echemer Zauntag mit (v.l.) Marcus Polaschegg (Agrarministerium), Edelgard von Houwald (BMLEH), Moderator Jörn Ehlers und Melvin Raabe (Umweltministerium). Podiumsdiskussion beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Gerät zum Freischneiden eines Weidezauns beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Gerät zum Freischneiden eines Weidezauns beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Gerät zum (De-)Installieren eines mobilen Weidezauns beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Gerät zum (De-)Installieren eines mobilen Weidezauns speziell in Hanglagen beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. LWK-Herdenschutzkoordinatorin Elke Steinbach führt beim 2. Echemer Zauntag ein speziell für Hanglagen konstruiertes Gerät zum (De-)Installieren eines mobilen Weidezauns vor. LWK-Herdenschutzkoordinatorin Elke Steinbach führt beim 2. Echemer Zauntag ein speziell für Hanglagen konstruiertes Gerät zum (De-)Installieren eines mobilen Weidezauns vor. LWK-Herdenschutzkoordinatorin Elke Steinbach (2.v.r.) erläutert beim 2. Echemer Zauntag die Funktion einer Photovoltaikanlage, die für die Installation an Weidezäunen geeignet ist. Balkenmähwerk zum Freischneiden von Weidezäunen beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Balkenmähwerk zum Freischneiden von Weidezäunen beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. LWK-Herdenschutzkoordinatorin Elke Steinbach erläutert beim 2. Echemer Zauntag die Funktionen eines Fahrzeugs zum (De-)Installieren mobiler Weidezäune. 2. Echemer Zauntag: Fahrzeug zum (De-)Installieren mobiler Weidezäune. LWK-Herdenschutzkoordinatorin Elke Steinbach (r.) erläutert beim 2. Echemer Zauntag neue Lösungen zur wolfsabweisenden Absicherung von Gräben. LWK-Herdenschutzkoordinatorin Elke Steinbach (r.) erläutert beim 2. Echemer Zauntag neue Lösungen zur wolfsabweisenden Absicherung von Gräben. LWK-Herdenschutzkoordinatorin Elke Steinbach (r.) erläutert beim 2. Echemer Zauntag neue Versuche mit Untersaaten, die den Pflegeaufwand an den Weidezäunen reduzieren sollen. LWK-Herdenschutzkoordinatorin Elke Steinbach erläutert beim 2. Echemer Zauntag Projekte für eine Verbesserung des Herdenschutzes am Deich. LWK-Binnenfischerei-Experte Steffen Göckemeyer (2.v.r.) erläutert beim 2. Echemer Zauntag den Otterschutz für Fischteiche. LWK-Binnenfischerei-Experte Steffen Göckemeyer (3.v.r.) erläutert beim 2. Echemer Zauntag den Otterschutz für Fischteiche. LWK-Herdenschutzkoordinatorin Elke Steinbach erläutert beim 2. Echemer Zauntag Projekte für eine Verbesserung des Herdenschutzes am Deich. LWK-Herdenschutzkoordinatorin Elke Steinbach (r.) erläutert beim 2. Echemer Zauntag Projekte für eine Verbesserung des Herdenschutzes am Deich. 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Anlässlich des 2. Echemer Zauntags am 04.06.2026 wurde die Musterzaunanlage der LWK um neue Lösungen zur wolfsabweisenden Absicherung von Gräben erweitert. 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Anbaugerät zum Rammen von Weidezaun-Pfählen beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Fahrzeug zum (De-)Installieren mobiler Herdenschutzzäune beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Gerät zum Freischneiden von Weidezäunen beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Gerät zum (De-)Installieren mobiler Herdenschutzzäune beim 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Anlässlich des 2. Echemer Zauntages am 04.06.2026 erweiterte Musterzaunanlage (Untersaaten mit reduziertem Pflegebedarf). 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. Anlässlich des 2. Echemer Zauntags am 04.06.2026 wurde die Musterzaunanlage der LWK um Versuche mit Untersaaten erweitert, die den Pflegeaufwand an den Weidezäunen reduzieren sollen. Erweiterte Musterzaunanlage in Echem: Versuche mit Untersaaten, die den Pflegeaufwand an den Zäunen reduzieren sollen. 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026. 2. Echemer Zauntag am 04.06.2026.
Echem – Mehr als 200 Besucherinnen und Besucher sind beim 2. Echemer Zauntag der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) im Kreis Lüneburg zusammengekommen. Auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums (LBZ) der LWK standen am Donnerstag (04.06.2026) aktuelle Entwicklungen, praxisnahe Lösungen und der Austausch zum Thema Herdenschutz im Mittelpunkt. Bereits zur Premiere im Jahr 2024 hatte die Veranstaltung großes Interesse geweckt. Auch die zweite Auflage bot den Besucherinnen und Besuchern eine umfassende Plattform, um sich über moderne Zauntechnologien, bewährte Verfahren und zukünftige Trends im Herdenschutz zu informieren.

„Niedersachsen zählt mittlerweile 64 bestätigte Wolfsterritorien und ist in der Rissstatistik eines der am stärksten betroffenen Bundesländer“, sagte Kammerpräsident Gerhard Schwetje. „Vor diesem Hintergrund ist es uns ein Anliegen, beim Echemer Zauntag die umfassende Thematik zu bündeln, alle Akteurinnen und Akteure intensiv zu vernetzen und voneinander lernen zu lassen. Diese bundesweit ausstrahlende Veranstaltung spiegelt den Grundgedanken unserer Arbeit wider: Nur gemeinsam können wir Wissen und Erfahrungen bündeln und über Landesgrenzen hinaus eine Einheit bilden, um unseren Weidetierhalterinnen und -haltern den Rücken zu stärken.“

Fachvorträge und Diskussionen zum Wolfsmanagement

Den aus mehreren Bundesländern angereisten Gästen die Zuständigkeiten für den Wolf in Niedersachsen zu erläutern, übernahm Jennifer Kraushaar, bei der LWK verantwortlich für die Betreuung und Koordination der Rissbegutachtung im Rahmen der Richtlinie Wolf. Diese Richtline sowie die Richtlinie für die Schaf- und Ziegenweidehaltung für Naturschutzzwecke (SchaNa) regeln unter anderem,

  • wer in welchem Maße von der Förderung für Herdenschutz-Maßnahmen (Herdenschutzzäune und Herdenschutzhunde) profitiert und wie der Mehraufwand für die Haltung kleiner Wiederkäuer hinter wolfsabweisenden Zäunungen auf Dauer honoriert wird;
  • auf welche Weise Wolfsübergriffe auf Weidetiere festgestellt werden;
  • in welchen Fällen Billigkeitsleistungen (= freiwillige Zahlungen des Landes) bewilligt werden, um Schäden durch Wolfsübergriffe auszugleichen.

Kraushaar ging außerdem auf die Arbeit der Herdenschutzberaterinnen und -berater der LWK ein, die auf Anfrage vor Ort sowie bei überregionalen Herdenschutz-Infoterminen im Detail erläutern, wie sich Weidetiere bestmöglich vor dem Wolf schützen lassen.

Blick ins alpine Nachbarland

Ein internationaler Impuls kam per Video-Schalte durch einen Experten aus der Schweiz, der den Umgang mit dem Wolf im Rahmen des dortigen Bestandsmanagements erläuterte. Jan Boner, erfahrener Schafhalter sowie Berater und Lehrer für Herdenschutz am landwirtschaftlichen Bildungszentrum Plantahof im Kanton Graubünden, stellte insbesondere das Zusammenspiel von Herdenschutzmaßnahmen, Tourismus und Einsatz von Herdenschutzhunden dar.

„Wo Prädatoren Nahrung und Lebensraum finden, vermehren sie sich – es lohnt sich, vor allem Wölfen den Zugang zu Weidetieren zu erschweren, was mit erheblichem Mehraufwand verbunden ist“, stellte Boner klar. Damit der Schutz von Herden wirksam sei, brauche es ineinandergreifende präventive und akute Maßnahmen, betonte der Herdenschutz-Fachmann aus der Schweiz. Für ihn zählen dazu

  • die Aus- und Weiterbildung für Weidetierhalter/-innen;
  • der Schutz der Weidetiere mit Herdenschutzhunden und/oder elektrifizierten Zäunen;
  • eine finanzielle Förderung der wirksamen Herdenschutzmassnahmen (Hundezucht, Zauntechnik, Mehraufwand Arbeit);
  • die rein qualitative, aber unmittelbar nach dem Schaden einsetzende Regulation von Prädatoren an Ort und Stelle.

Wolfsmanagement in Niedersachsen

Während in Graubünden das Bejagen ganzer Wolfsrudel möglich ist, wenn die Zahl der Weidetier-Risse ein gewisses Maß überschreitet, ist der rechtliche Rahmen in Niedersachsen eher auf das Entnehmen einzelner Tiere ausgerichtet. Befragt von Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers, stellten Wolfs-Fachleute aus Bund und Land den aktuellen Stand der Dinge dar: Edelgard von Houwald aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat fasste den Status des Wolfs im novellierten Bundesjagdgesetz zusammen. Marcus Polaschegg aus dem niedersächsischen Agrarministerium und Melvin Raabe aus dem Umweltministerium berichteten von den Möglichkeiten, Wölfe zu bejagen, die Herdenschutzzäune überwunden haben.

In der ausführlichen Diskussion wurde unter anderem deutlich, dass sich Weidetierhalterinnen und -halter möglichst klare und eindeutige Begriffe und Regeln wünschen. Die sollen ihnen dabei helfen, den Herdenschutz zu optimieren und der Weidetierhaltung insgesamt eine langfristige Entwicklungsperspektive bieten. Durch klare Regeln und Zuständigkeiten erhoffen sich die Betroffenen außerdem, dass das aktive Wolfsmanagement des Landes verlässlich in Gang kommt. Die Weichen hierfür, das betonten die Fachleute aus den Ministerien, seien bereits gestellt.

Große Fachausstellung mit praxisnahen Lösungen

Zäune in verschiedenen Materialien und Dimensionen, vielfältige Montage- und Pflegtechnik: Ein zentraler Bestandteil des 2. Echemer Zauntags war die begleitende Fachausstellung. Zahlreiche Unternehmen sowie Organisationen präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen rund um Weidezaunbau und Tierhaltung. Gezeigt wurden unter anderem neue elektrische Zaunsysteme, automatisierte Wickeltechniken sowie digitale Anwendungen zur Zaunkontrolle. Darüber hinaus wurden moderne Weidezaungeräte mit Akku-, Solar- und Kommunikationstechnik vorgestellt.

Großes Interesse erntete die weiterentwickelte Herdenschutz-Musterzaunanlage auf dem Gelände des LBZ: Diese zeigt seit kurzem neue Lösungen zur wolfsabweisenden Absicherung von Gräben sowie Versuche mit Untersaaten, die den Pflegeaufwand an den Zäunen reduzieren sollen.

Praxisnahe Führungen und Einblicke

Am Nachmittag vertiefte die Veranstaltung zentrale Aspekte des Herdenschutzes im Zuge mehrerer themenspezifischer Führungen. Die Besucher/-innen sahen Vorführungen etwa zu Automatisierung und Unterhaltung von Zaunanlagen. Details erfuhren sie außerdem zum Herdenschutz in Deichregionen: Bei zwei mehrjährigen Projekten zweier Deichverbände ging es um unterschiedliche Lösungen für einen Untergrabeschutz bei bestehenden Festzäunen sowie um die unterschiedliche Verwendung eines Mobilzauns. Um die Akzeptanz für den Herdenschutz am Deich zu fördern, gilt es die Interessen der Schäfer/-innen wie der Besucher/-innen gleichermaßen zu berücksichtigen.

Einblicke gab es weiterhin in innovative Ansätze des Bereichs Smart Farming: Digitale Herdenschutz-Karten können anzeigen, wo sich Weidetiere befinden und wie Tourist/-innen diese Bereiche meiden können. Vorgestellt wurden außerdem Versuche, Wölfe mit Kameras zu erfassen und mit Geräuschen zu vergrämen.

Breite Zielgruppe und intensiver fachlicher Austausch

Der Echemer Zauntag versammelte eine breite Zielgruppe – von haupt- und nebenerwerblichen Weidetierhaltenden über Hobbytierhalter/-innen bis hin zu Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Naturschutz, Kommunen und Verbänden. „Sehr erfreulich zu beobachten war es, dass die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit genutzt haben, neue Kontakte zu knüpfen und sich intensiv fachlich auszutauschen“, berichtete Elke Steinbach, Herdenschutz-Koordinatorin der LWK und eine der Organisatorinnen des 2. Echemer Zauntags. „Die Kombination aus Vorträgen, Ausstellung und Praxisformaten ermöglichte es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und gemeinsame Lösungsansätze zu diskutieren – dies wird den Herdenschutz weiter voranbringen.“


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