Erfolgreiches Projekt des Niedersächsischen Wegs im Landkreis Wolfenbüttel

Projektfläche erheblich vergrößert
Die gesamte Projektfläche wurde von zirka 50 Hektar in 2023 auf 230 Hektar in 2025 erhöht. Das entspricht einer Steigerung um 360 Prozent – ein klares Zeichen für die Akzeptanz des Projekts und das Engagement der Landwirtschaft für mehr Biodiversität. Auf den Flächen wachsen Blühmischungen („Göttinger Mischung“), die mindestens zwei Jahre bestehen bleiben. Im ersten Jahr wurde im Frühjahr eingesät, in den Folgejahren wurde nur jeweils eine Hälfte der Fläche im Frühjahr umgebrochen und neu eingesät. So entstehen unterschiedliche Strukturen, die den Rebhühnern zugutekommen: Höhere, ältere Pflanzen bieten gute Brutplätze, während die frisch eingesäten Bereiche ideale Bedingungen für die Nahrungssuche schaffen.
1.200 Euro pro Hektar und Jahr

Maßnahmen beginnen zu wirken
Regelmäßige Erhebungen der UNB zeigen, dass die Maßnahmen wirken: So ist die Anzahl der Rebhuhn-Sichtungen auf den Monitoring-Flächen im Landkreis in den Jahren 2023 bis 2025 entgegen dem Bundestrend stabil geblieben. Auf Kartierflächen mit mehreren Blühflächen innerhalb eines 500-Meter-Radius kamen signifikant (etwa 30 Prozent) mehr Rebhühner vor. Auch Landwirt/-innen und Jägerschaft berichten seit 2020 von zunehmenden Rebhuhnbeständen in diesen Bereichen. Der Landkreis Wolfenbüttel arbeitet derzeit an der langfristigen Weiterentwicklung des Programms. Denn der Schutz des Rebhuhns bleibt eine langfristige Aufgabe. Bestände hängen von vielen Faktoren ab, etwa von Witterung, Prädation, Bewirtschaftung, Strukturvielfalt und der Größe geeigneter Lebensräume.
Vorbildliche Zusammenarbeit
Das Projekt macht deutlich, wieviel möglich ist, wenn Naturschutz, Landwirtschaft und Behörden zusammenarbeiten: Neben NABU und Landwirtschaftskammer engagieren sich vor allem die landwirtschaftlichen Betriebe und der Landkreis Wolfenbüttel. Für die Partnerinnen und Partner des Niedersächsischen Weges hat dieses Zusammenspiel Vorbildcharakter.
Hintergrund
Die Grundlage für das Projekt wurde bereits 2019 gelegt: Die NABU-Kreisgruppe Wolfenbüttel begann damals mit einem Monitoring der Rebhühner, das bis 2022 lief. Auf dieser Basis entwickelte der Landkreis die heutige Vertragsnaturschutzmaßnahme für rebhuhngerechte Blühflächen. Seit 2023 koordiniert die Ökologische NABU-Station Aller/Oker die Erfassung im Auftrag des Landkreises – unterstützt von Ehrenamtlichen. Eine Beraterin zum Biotop- und Artenschutz der Bezirksstelle Braunschweig der Landwirtschaftskammer sorgt für die Vernetzung mit den landwirtschaftlichen Betrieben.
Über den Niedersächsischen Weg
Der Niedersächsische Weg ist ein Maßnahmenpaket für mehr Natur-, Arten- und Gewässerschutz. Neben der Landesregierung gehörten Vertreter des Landvolks Niedersachsen, der Landwirtschaftskammer sowie des NABU Niedersachsen und des BUND Niedersachsen zu den Unterzeichnern des bundesweit einmaligen Vertrages. Viele Maßnahmen für mehr Natur-, Arten- und Gewässerschutz wurden vereinbart und befinden sich in der Umsetzung.
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