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Nährstoffbericht der Landwirtschaftskammer vorgestellt

Webcode: 01045518
Stand: 15.06.2026

Ministerin Staudte: Gute Entwicklungen im Düngungsverhalten kaum im Grundwasser und den Oberflächengewässern positiv messbar - Gründe hierfür müssen untersucht werden

Reno Furmanek (r.), bei der Landwirtschaftskammer Leiter des Geschäftsbereichs Pflanzenschutzamt, Düngebehörde, Inspektionsdienste, und Kammerpräsident Gerhard Schwetje bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026. Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026 im niedersächsischen Agrarministerium mit (v.l.) Agrarministerin Miriam Staudte, Kammerpräsident Gerhard Schwetje und Geschäftsbereichsleiter Reno Furmanek.. Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026 im niedersächsischen Agrarministerium. Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026 im niedersächsischen Agrarministerium. Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026 im niedersächsischen Agrarministerium mit (v.l.) Agrarministerin Miriam Staudte, Kammerpräsident Gerhard Schwetje und Geschäftsbereichsleiter Reno Furmanek. Reno Furmanek (r.), bei der Landwirtschaftskammer Leiter des Geschäftsbereichs Pflanzenschutzamt, Düngebehörde, Inspektionsdienste, und Kammerpräsident Gerhard Schwetje bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026. Reno Furmanek (r.), bei der Landwirtschaftskammer Leiter des Geschäftsbereichs Pflanzenschutzamt, Düngebehörde, Inspektionsdienste, und Kammerpräsident Gerhard Schwetje bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026. Reno Furmanek (r.), bei der Landwirtschaftskammer Leiter des Geschäftsbereichs Pflanzenschutzamt, Düngebehörde, Inspektionsdienste, und Kammerpräsident Gerhard Schwetje bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026. Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026 im niedersächsischen Agrarministerium. Reno Furmanek (r.), bei der Landwirtschaftskammer Leiter des Geschäftsbereichs Pflanzenschutzamt, Düngebehörde, Inspektionsdienste, bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026. Agrarministerin Miriam Staudte (l.) bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026 im niedersächsischen Agrarministerium. Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026 im niedersächsischen Agrarministerium. Kammerpräsident Gerhard Schwetje (M.) bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026 im niedersächsischen Agrarministerium. Kammerpräsident Gerhard Schwetje (M.) bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026 im niedersächsischen Agrarministerium. Kammerpräsident Gerhard Schwetje (r.) und Agrarministerin Miriam Staudte bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026 im niedersächsischen Agrarministerium. Kammerpräsident Gerhard Schwetje (M.) bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026 im niedersächsischen Agrarministerium. Kammerpräsident Gerhard Schwetje im NDR-Interview nach der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nährstoffberichts 2024/25 am 15.06.2026 im niedersächsischen Agrarministerium.
Hannover - Die positive Entwicklung der zurückliegenden Jahre verstetigt sich, aber das Ziel ist aus Sicht der Landesregierung bei weitem noch nicht erreicht - das zeigt der Nährstoffbericht der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), bei der die Düngebehörde angesiedelt ist. Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte stellte den Bericht, bei dem der Zeitraum vom 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 betrachtet wird, am Montag (15.06.2026) gemeinsam mit Gerhard Schwetje, Präsident der Kammer, sowie Reno Furmanek, Leiter des Geschäftsbereiches Pflanzenschutzamt, Düngebehörde und Inspektionsdienste, der Landwirtschaftskammer vor. 

In dem Bericht werden die Ergebnisse des Nährstoffanfalls aus der Tierhaltung und den Biogasanlagen sowie der Mineraldüngung dem in der Düngeverordnung angesetzten Düngebedarf der Pflanzen gegenübergestellt und bewertet. Zugleich wird der ökologische Zustand des Grundwassers sowie der Oberflächengewässer durch landwirtschaftliche Nährstoffeinträge mit detaillierten Informationen transparent gemacht.

Die wichtigsten Ergebnisse

•    Erstmals seit dem Nährstoffbericht 2015/2016 wird die in der Düngeverordnung des Bundes festgelegte 170 kg N-Obergrenze der Stickstoffaufbringung aus organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln (Wirtschaftsdünger) bezogen auf Kreisebene rein rechnerisch eingehalten. Hierzu die Erläuterung: Betriebe dürfen in Deutschland pro Hektar und Jahr nicht mehr als 170 kg Stickstoff (N) aus organischen (Gülle, Mist) Nährstoffen ausbringen.

Die Begrenzung von Wirtschaftsdüngern ist aus Wasserschutzsicht besonders relevant, da der mit der Gülle ausgebrachte Dünger im Jahr der Aufbringung lediglich zu etwa 60 Prozent von den Pflanzen aufgenommen wird. Der restliche Stickstoff wird erst nach und nach pflanzenverfügbar bzw. geht in die Umwelt (Luft, Wasser) und wird als unvermeidbarer Verlust abgezogen. Eine mengenmäßig nicht reglementierte Düngung mit Wirtschaftsdünger würde zu einer weiteren Anreicherung des Stickstoffs im Boden führen und würde die Gefahr schädlicher Stickstoffeinträge in Grund- und Oberflächengewässer durch unkontrollierte Stickstofffreisetzung deutlich erhöhen. Damit ist die 170kg N-Obergrenze sowohl auf Betriebsebene wie auf regionaler Ebene ein wichtiger Indikator des Nährstoffmanagements. 

•    Das Stickstoff-Düngesaldo (N-Saldo) auf Landesebene ist mit minus 38.232 Tonnen Stickstoff (im Vergleich vom Vorjahr: minus 34.988 Tonnen N) weiterhin unterhalb der rechtlich maximal zulässigen Düngung. Die Vorgaben der Düngeverordnung werden auf Landesebene somit eingehalten. Allerdings ist die Verteilung der organischen Düngung in Niedersachsen regional weiterhin sehr ungleich verteilt.

Zur Erläuterung: Der Stickstoff-Düngesaldo ist ein Wert, für den der kalkulatorisch nach Düngeverordnung berechnete Nährstoffbedarf der angebauten Pflanzen der tatsächlichen Düngung gegenübergestellt werden. Dabei werden vorab sogenannte unvermeidbare Verluste bei der Lagerung und Ausbringung abgezogen.

•    In den Landkreisen Cloppenburg, Grafschaft Bentheim, Peine, Vechta und der kreisfreien Stadt Salzgitter liegt eine rechnerische Überschreitung des Düngebedarfs gemäß der Düngeverordnung vor, die sich in der Summe auf rund 1.689 Tonnen N (im Vorjahr: fünf Landkreise mit 1.681 Tonnen Stickstoff) beläuft und die es weiter abzubauen gilt. Aus diesen Kreisen müssen daher verstärkt Nährstoffe abtransportiert werden.  Der Wert bezieht sich auf alle Stickstoff-Dünger inklusive Mineraldünger.

•    Der Dung- und Gärrestanfall aus der Tierhaltung ist leicht rückläufig: Er beläuft sich im Berichtszeitraum 2024/25 auf 52,4 Millionen Tonnen und liegt damit rund 0,3 Millionen Tonnen unter der Menge des Vorjahres.

•    Der Import von Wirtschaftsdüngern aus den Niederlanden hat sich gegenüber den Vorjahresberichten von rund 100 Tsd. Tonnen auf 205 Tsd. Tonnen im aktuellen Berichtszeitraum mehr als verdoppelt. Dies stellt eine Entwicklung dar, die besondere Aufmerksamkeit verlangt, damit keine für das Grund- und Trinkwasser nachteiligen Auswirkungen durch zu hohe Nährstoffimporte entstehen. 

•    Mehr Wirtschaftsdünger in Biogasanlagen: Der Substratinput von Wirtschaftsdüngern zur energetischen Nutzung in die Biogasanlagen hat sich weiter erhöht und erreicht mit 9,8 Millionen Tonnen Festmist (im Vorjahr: 9,5) einen neuen Höchstwert.

•    Der Absatz von Mineraldünger ist nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wieder von rund 158.000 Tonnen N-Mineraldüngerabsatz im Wirtschaftsjahr 2023/24 auf rund 169.000 Tonnen im aktuellen Berichtszeitraum leicht angestiegen. Der insgesamt in den zurückliegenden Jahren zu verzeichnende Rückgang unterlag in den Jahren 2016/17 bis zum aktuellen Jahr verschieden Einflüssen. Hierzu zählen die Novellierung der Düngeverordnung im Jahr 2017 (mit einer stringenten Regelung des Düngebedarfs), witterungsbedingte Einflüsse (Dürre), die Einführung elektronischer Nährstoffmeldungen in Niedersachsen und stark ansteigende Mineraldüngerpreise (insbesondere im Frühjahr 2022). Insgesamt haben sich die Betriebe auf veränderte Rahmenbedingungen für den Einsatz von mineralischen N-Düngern eingestellt und setzen den mineralischen und organischen Dünger offenbar gezielter ein.

•    Wie bereits im Vorjahresbericht, konnte auf Basis der elektronischen Nährstoffmeldung „ENNI“ die Versorgung der Böden mit Phosphat dargestellt werden. Rund 35 Prozent der Schläge (zusammenhängend landwirtschaftlich genutzte Flächen) sind demnach hoch bis sehr hoch mit Phosphor versorgt, so dass weitergehende Einschränkungen bei der Düngung notwendig sind.

•    Die Auswertung für Phosphat hat ergeben, dass sich in fünf Landkreisen (Cloppenburg, Emsland, Grafschaft Bentheim, Oldenburg, Vechta) ein rechnerischer Überschuss der Phosphat-Aufbringung von insgesamt 2.947 Tonnen Phosphat (Reduktionsbedarf; im Vorjahr: 2.935 Tonnen Phosphat) ergibt. Der landesweite Phosphatdüngesaldo (ermittelter Bedarf vs. Düngung) beträgt minus 15.317 Tonnen Phosphat bzw. minus 6 Kilogramm Phosphat je Hektar.

•    In Bezug auf die Nährstoffbelastung in den Grund- und Oberflächengewässern kann ein positiver Trend bisher bei nur rund 30 Prozent der Messstellen verzeichnet werden. Bei über der Hälfte der betrachteten Grundwassermessstellen ist bisher keine signifikante Veränderung der Nitratkonzentrationen erkennbar, bei rund einem Sechstel der Messstellen steigen sie sogar an. Einen guten ökologischen Zustand beziehungsweise das gute ökologische Potential erreichen derzeit nur drei Prozent der Oberflächenwasserkörper. Vom Ziel der Wasserrahmenrichtlinie, 100 Prozent der Oberflächengewässer in einen guten chemischen wie ökologischen Zustand zu überführen, ist Niedersachsen weit entfernt. 

Die Ursachen für das bisherige Ausbleiben deutlich positiver Entwicklungen in Grund- und Oberflächengewässern trotz positiver Entwicklungen im Düngungsverhalten sind näher zu beleuchten. Es besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf, um die nährstoffbedingten Gewässerbelastungen abzubauen und letztlich die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie und Nitratrichtlinie flächendeckend zu erreichen.

Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte: „Der 13. Nährstoffbericht bestätigt, dass die niedersächsische Landwirtschaft in den letzten Jahren schon viel erreicht hat.  Die Einstellung zur Düngung auf den Betrieben hat sich positiv verändert, die rechtlich zulässige Stickstoffdüngung wird auf Landesebene eingehalten und das Nährstoffaufkommen aus der Tierhaltung in den viehstarken Regionen und den Biogasanlagen ist insgesamt rückläufig. Und trotzdem müssen wir feststellen, dass Niedersachsen die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie weiterhin deutlich verfehlt und die Nährstoffkonzentration im Grund- und Oberflächenwasser vielerorts weiterhin zu hoch ist.

Mit großer Sorge beobachte ich, dass die positiven Entwicklungen im Düngungsverhalten auf den Betrieben der letzten Jahre sich kaum an den Grundwassermessstellen im Land und dem Zustand der Oberflächengewässer widerspiegeln. 
Wir müssen und werden die Ursachen hierfür näher beleuchten und hinterfragen, ob das bisherige Ausbleiben eines deutlichen Rückgangs der Nährstoffbelastung trotz positiver Entwicklungen im Düngungsverhalten eine rein zeitliche Komponente darstellt oder die Ursachen an anderer Stelle liegen und andere Rahmenbedingungen erforderlich machen. Ein entscheidender Faktor ist für mich auch eine sinnvolle und effiziente Weiterentwicklung des nationalen Düngerechts, das endlich vorankommen muss.“

Kammerpräsident Gerhard Schwetje: „Die Ergebnisse des jüngsten Nährstoffberichts zeigen ein weiteres Mal, dass die landwirtschaftlichen Betriebe sowohl die Hinweise unserer kompetenten Beratung als auch die politischen Vorgaben beachten. Die konsequente Verwertung regionaler organischer Dünger als Pflanzennährstoff verringert die Abhängigkeit von importiertem Mineraldünger, der weiterhin starken Preisschwankungen unterworfen ist.

Seit der Aussetzung des Vollzugs der zusätzlichen Auflagen für nitratsensible ,Rote Gebiete‘ warten die betroffenen Landwirtinnen und Landwirte darauf, wie es rechtlich weitergeht. Bei der gesetzlichen Neuordnung hoffen wir auf eine Lösung, die sich praktisch sehr gut umsetzen lässt und die möglichst keine zusätzliche Büroarbeit mit sich bringt.“

Reno Furmanek, bei der Landwirtschaftskammer Leiter des Geschäftsbereichs Pflanzenschutzamt, Düngebehörde, Inspektionsdienste: „Der Nährstoffbericht ist Monitor und Motor zugleich für das Nährstoffmanagement in Niedersachsen. Die Analysen betrieblicher und statistischer Daten erfolgen stets auf der Grundlage des derzeit geltenden Rechtsrahmens. Die offenkundig notwendige Ursachen-Wirkungsanalyse von Düngungsverhalten und Immissionen in Gewässern muss auf diesen Daten aufbauend nach weitergehenden Handlungsgansätzen suchen, die sich an Pflanzenernährung und Ressourcenschutz gleichermaßen ausrichten. Dabei liegen aus langjährigen Feldversuchen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wichtige Erkenntnisse vor.“

Der gesamte Bericht ist auf der Website der Düngebehörde einsehbar


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