Spargelsaison 2026: Landwirtschaftskammer Niedersachsen zieht durchschnittliche Bilanz – Anbaufläche voraussichtlich weiter rückläufig – Betriebe investieren in Automatisierungs- und Sortiertechnik
Absatz über Großmarkt und Gastronomie schwierig
„Ostern war leider etwas zu früh in diesem Jahr für den Norden – zu diesem Zeitpunkt war die Angebotsmenge beim heimischen Spargel noch überschaubar“, berichtete Nils Kraushaar, Berater für Spargelanbau im LWK-Fachbereich Beratung und Qualitätsmanagement im Gartenbau. „Die Feiertage sind gut gelaufen. In der Direktvermarktung konnten wir die Preise auf dem Vorjahresniveau halten. Der Absatz über den Großmarkt und die Gastronomie war schwierig. Die Qualitäten sind gut. In den zurückliegenden Jahren wurden die Anlagen stark verjüngt, indem unwirtschaftliche Flächen aus der Ernte genommen wurden. Kleine Betriebe haben den Spargelanbau aufgegeben und verpachten nun ihre Flächen. Der Strukturwandel setzt sich also fort.“
Gut steuerbare Erntemenge
Der relativ lange, kalte Winter hatte für eine optimale Winterruhe des Spargels gesorgt. Seit Ende März gab es keine langanhaltenden Hitzeperioden – dies führte zu einer guten Entwicklung der Stangen und zu einer über weite Strecken gut steuerbaren Erntemenge. In längeren Hitzeperioden werden große Mengen Spargel gleichzeitig erntereif – dies kann dann zu einem Überangebot führen.
Die moderaten Temperaturen über nahezu die gesamte Erntezeit hinweg hatten den Effekt, dass die Qualität des in Niedersachsen gestochenen Spargels gut bis sehr gut war. Der Trend, Spargel zu den Wochenenden hin, an Wochenenden und an Feiertagen zu kaufen, hat sich weiter fortgesetzt. Neben dem klassischen Weißen Spargel ist heimischer Grüner Spargel weiter stark gefragt – entsprechend kultivieren die Betriebe mehr Grünspargel als in früheren Jahren.
Der weitere Rückgang an Spargelanbauflächen durch Betriebsaufgaben und Flächenreduktion wird voraussichtlich zu einer etwas geringeren Ertragsmenge in diesem Jahr im Vergleich zum langjährigen Mittel führen. 2025 waren in Niedersachsen auf 3.828 Hektar ertragsfähiger Fläche 19.654 Tonnen Spargel gestochen worden.
Automatisierung soll Produktionskosten stabilisieren
Spargel ist nach Zwiebeln/Zwiebelgewächsen die flächenstärkste Kultur im niedersächsischen Gemüseanbau. Zu den Zentren des niedersächsischen Spargelanbaus gehören die Regionen rund um Hannover, Nienburg, Lüneburg, Uelzen sowie das Osnabrücker Land.
Kraft sammeln für die nächste Saison
Traditionell endet die Spargelsaison am Johannistag, dem 24. Juni, um den Pflanzen ausreichend Erholungszeit für das nächste Jahr zu geben. Die Triebe dürfen nun frei wachsen. Es bilden sich in den nächsten drei Monaten etwa zwei Meter hohe, grüne und buschige Pflanzen, die mit Hilfe des Sonnenlichtes Energiereserven bilden. Diese werden in die Speicherwurzeln eingelagert und sichern so die Kraft der Spargelpflanze für die nächste Saison.
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