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Kirschenernte: Schöne, süße Früchte von bester Qualität erwartet

Webcode: 01045555
Stand: 25.06.2026

Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Aufgrund optimaler Bedingungen während der Blüte gibt es dieses Jahr voraussichtlich reichlich Kirschen aus dem Alten Land

Dieses Jahr hat in Niedersachsen die Kirschernte wiederum früher als üblich begonnen. Spätere Sorten wie diese „Kir Vulcano®“ schließen derzeit an den Bäumen den Reifeprozess ab.
Dieses Jahr hat in Niedersachsen die Kirschernte wiederum früher als üblich begonnen. Spätere Sorten wie diese „Kir Vulcano®“ schließen derzeit an den Bäumen den Reifeprozess ab.Martin Kockerols, Obstbauversuchsring des Alten Landes e.V.
Jork/Oldenburg – In Niedersachsen hat die Kirschenernte begonnen – nur wenige Tage später als 2025 und wiederum früher als im langjährigen Durchschnitt. Dies hängt vor allen mit der wiederholt frühen Blüte Anfang April zusammen. Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) erwarten leicht überdurchschnittliche Erträge bei den späteren Sorten „Kordia“ und „Regina“. Die Ernte der Frühsorten hat bereits begonnen. Verbraucher/-innen können die leckeren Früchte direkt ab Hof, auf den Wochenmärkten oder auch teilweise in den regionalen Supermärkten kaufen. 

„Wir rechnen mit gut 12 Tonnen Kirschen pro Hektar, das sind etwa 15 Kilogramm pro Baum“, sagte Martin Kockerols, Steinobst-Berater der zur LWK gehörenden Obstbauversuchsanstalt, am Donnerstag (25.06.2026) in Jork (Kreis Stade). Nur länger anhaltender Regen oder Hagel könnten die positiven Aussichten auf eine gute Ernte zumindest teilweise noch trüben. 

Geschützt unter Dächern

Um solche negativen Einflüsse auszuschalten, werden Kirschen überwiegend in sogenannten Dachanlagen angebaut. 75 bis 80 Prozent der an der Niederelbe angebauten Süßkirschen sind laut LWK mittlerweile überdacht – Tendenz steigend. Eine solche Anlage kostet pro Hektar inzwischen deutlich mehr als 100.000 Euro. 

Aber die Vorteile liegen auf der Hand: Unter dem Regenschutz platzen die Früchte nicht auf und können daher besser ausreifen – und sind somit leckerer. Hinzu kommt, dass sie glänzender aussehen und haltbarer sind. Zudem lassen sich die Dachanlagen leichter mit Netzen gegen die beiden bedeutendsten Schädlinge – die Kirschfruchtfliege und die Kirschessigfliege – sowie gegen die zunehmenden Wanzen schützen.

„Kordia“ und „Regina“ ab Juli in der Ernte

Die Haupternte mit den beiden wichtigsten Sorten „Kordia“ und „Regina“ beginnt in wenigen Tagen. Als spätes Anbaugebiet ist es für die niedersächsischen Kirschbetriebe deutlich lohnender, überwiegend die späten, festen Sorten wie „Kordia“, „Areko“, „Henriette“, „Kir Vulcano®“ und „Regina“ anzubauen, da zu diesem Zeitpunkt die Importe aus Südeuropa nachlassen.

Bewahrheitet sich Kockerolsʼ Vorhersage, werden in diesem Jahr gut 5.000 Tonnen Süßkirschen in Niedersachsen geerntet werden. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Landesamts für Statistik auf knapp 500 Hektar (ha) Süßkirschen angebaut. Die meisten Kirschbäume stehen im Alten Land an der Niederelbe. Insgesamt wurden 2025 4.949 Tonnen (t) Süßkirschen geerntet (2024: 2.942 t). Der Ertrag pro ha summierte sich 2025 auf 102,2 Dezitonnen (dt, Doppelzentner) Süßkirschen (2024: 60,8 dt). Sauerkirschen spielen mit einer Anbaufläche von 23 ha eine kleinere Rolle. Vergangenes Jahr wurden in Niedersachsen 94 t Sauerkirschen geerntet (2024: 18 t).

Deutschlandweit bauen 6.600 Betriebe auf rund 5.500 ha Kirschen an. Bei einem Selbstversorgungsgrad von 30 bis 50 Prozent wird ein erheblicher Teil der in Deutschland verkauften Süßkirschen importiert. Hauptlieferanten sind die Türkei, Griechenland, Spanien und Italien.

Die niedersächsischen Betriebe erhoffen sich für ihre qualitativ hochwertigen Früchte auskömmliche Preise, um die vor allem durch den kontinuierlich steigenden Mindestlohn die immer höheren Produktionskosten zu kompensieren.


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