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Japankäfer erstmals in Niedersachsen gefunden

Webcode: 01045619
Stand: 23.07.2026

Schädling vermutlich als „blinder Passagier“ am Flughafen Hannover angekommen – Funde und Verdachtsfälle sollten unverzüglich dem Pflanzenschutzamt mitgeteilt werden

Ausgewachsene Japankäfer richten Schäden durch Fraß an Blättern, Blüten und Früchten an.
Ausgewachsene Japankäfer richten Schäden durch Fraß an Blättern, Blüten und Früchten an.LWK Niedersachsen

Hannover – Am Flughafen Hannover ist zum ersten Mal überhaupt in Niedersachsen der Japankäfer (Popillia japonica) gefunden worden. Der meldepflichtige Schädling wurde in Lockstofffallen des bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) angesiedelten niedersächsischen Pflanzenschutzdienstes gefunden.

Da bislang nur zwei Tiere in einem eng begrenzten Bereich gefunden wurden, geht das Pflanzenschutzamt davon aus, dass es sich um „blinde Passagiere“ handelt, die mit einem Flugzeug oder Lastwagen aus einem Befallsgebiet eingeschleppt wurden. Dennoch wird die Überwachung rund um den Flughafen Hannover nun deutlich intensiviert.

Gefräßiger Schädling mit breitem Wirtsspektrum

Der Japankäfer hat ein erhebliches Schadpotenzial und kann ganze Pflanzenbestände massiv schädigen. Die Larven des Käfers entwickeln sich im Boden an den Wurzeln ihrer Wirtspflanzen – bevorzugt an Gräsern in Rasen, Wiesen und Weiden.

Ausgewachsene Japankäfer richten Schäden durch Fraß an Blättern, Blüten und Früchten an. Inzwischen sind mehr als 400 Pflanzenarten bekannt, die der Käfer befällt – darunter wichtige Kulturpflanzenarten wie Ahorn, Buche, Eiche, Obstbäume und -gehölze, Weinrebe, Haselnuss, Rose, Mais und Soja. Bei einer Etablierung wären daher der Obstbau, Baumschulen, die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft sowie Gärten und öffentliche Grünanlagen besonders betroffen. Die Hauptflugzeit der adulten Japankäfer dauert von Juni bis September an.

Verbreitung über Transportwege

Am deutlichsten lässt sich der Japankäfer anhand der jeweils fünf weißen Haarbüschel an den Seiten und den zwei Haarbüscheln am Hinterende von ähnlichen, einheimischen Käfern unterscheiden.
Am deutlichsten lässt sich der Japankäfer anhand der jeweils fünf weißen Haarbüschel an den Seiten und den zwei Haarbüscheln am Hinterende von ähnlichen, einheimischen Käfern unterscheiden.LWK Niedersachsen

Der Japankäfer wird vor allem passiv über Transportwege verbreitet, indem er in Verkehrsmitteln (zum Beispiel Güterzüge, LKW, PKW, Campingwagen) oder im Reisegepäck als „blinder Passagier“ aus Befallsgebieten in nicht befallene Gebiete mitreist.

Eier und Larven des Schädlings können auch mit Erde, beispielsweise bei Pflanzen zum Anpflanzen mit Erdballen oder mit Substraten aus befallenen Gebieten verschleppt werden. Der Japankäfer wurde 2014 nach Norditalien eingeschleppt. Von dort hat er sich in weitere Teile Europas verbreitet und kommt inzwischen auch in der Schweiz und in Teilen Deutschlands (Hessen und Baden-Württemberg) vor.

Vor der Rückreise Gepäck und Fahrzeuge kontrollieren

Jeder Reisende kann dazu beitragen, die Einschleppung des Japankäfers zu verhindern. Fahrzeuge und Gepäck sollten gründlich kontrolliert werden, bevor Reisende aus einem Befallsgebiet zurückkehren. Das Pflanzenschutzamt rät außerdem: Bringen Sie keine Pflanzen oder Schnittblumen aus Befallsgebieten mit!

So erkennen Sie den Japankäfer

Bei Gefahr spreizt der Japankäfer ein Beinpaar ab. Bei heimischen Käferarten ist dieses Verhalten nicht bekannt.
Bei Gefahr spreizt der Japankäfer ein Beinpaar ab. Bei heimischen Käferarten ist dieses Verhalten nicht bekannt.LWK Niedersachsen

Der Japankäfer hat in etwa die Größe einer Kaffeebohne. Mit seinen bräunlichen Flügeldecken und dem grün-metallisch schillernden Kopf und Halsschild ähnelt er einigen heimischen Käfern, insbesondere dem Gartenlaubkäfer. Es gibt aber deutliche Unterscheidungsmerkmale:

  • Der Japankäfer hat jeweils fünf gut sichtbare weiße Haarbüschel an den Körperseiten unterhalb der Flügeldecken sowie zwei weiße Haarbüschel am Hinterende. Fehlen diese, handelt es sich nicht um den Japankäfer.
  • Alarmverhalten: Bei Gefahr spreizt der Japankäfer ein Beinpaar ab. Dieses Verhalten ist bei einheimischen Käfern nicht bekannt.

Fund ist meldepflichtig

Der Japankäfer ist ein meldepflichtiger Unionsquarantäneschädling. Kontaktieren Sie bei einem Verdacht auf den Japankäfer daher umgehend das Pflanzenschutzamt:


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