Die Raps-Ernte 2026 enttäuschte vielerorts trotz guter Vorjahreserträge und stabiler Preise. Gründe waren vor allem ungünstige Wetterbedingungen mit Temperaturschwankungen und Hitze, die die Kornfüllung beeinträchtigten. In Niedersachsen zeigten Landessortenversuche Winterraps an elf Standorten variierende Erträge. Die Ergebnisse und Sortenempfehlungen sind wegen des engen Zeitrahmens zwischen Ernte und Aussaat bereits verfügbar. Eine detaillierte Analyse folgt in Kürze.

Die Raps-Ernte 2026 ist beendet und lässt sicherlich den einen oder anderen Anbauer etwas ratlos zurück. Die aktuelle Vermarktungssituation mit Preisen um 50 €/dt sowie die guten Erträge im vergangenen Jahr ließen vor der Ernte zumindest bei dieser Druschfrucht unter dem Strich auf ein gutes Ergebnis hoffen. Tatsächlich fielen die erzielten Erträge vielerorts jedoch ernüchternd aus. Gerade auf besseren Standorten lagen die Erträge im Vergleich zu den Vorjahren zum Teil deutlich unter den Erwartungen. Die Gründe für diesen Ertragsrückgang mögen vielfältig und teilweise unterschiedlich sein, den größten Einfluss dürfte jedoch die diesjährige Witterung gehabt haben. Auf ein trockenes, kühles Frühjahr folgte ein Mai mit deutlichen Temperaturschwankungen und teilweise sogar Nachtfrösten während der Rapsblüte. Zudem beschleunigte die Hitzeperiode Ende Juni die Abreife und beendete insbesondere auf besseren Standorten die Kornfüllung vorzeitig. Darüber hinaus kam es regional zu einem vermehrten Auftreten von Schotenschädlingen.
Ein ähnliches Bild zeichnen auch die Ergebnisse der Landessortenversuche Winterraps 2026 der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Versuche wurden in diesem Jahr an elf Standorten in den vier Anbauregionen Marsch, Sandböden Nordwest, Lehmböden Nordwest sowie Höhenlagen Mitte/West unter praxisüblichen Bedingungen durchgeführt. Für eine bessere Aussagekraft werden zudem benachbarte Standorte der angrenzenden Bundesländer in die Auswertung mit einbezogen. Insgesamt wurden 22 Sorten geprüft. Auf den Marschstandorten wurde mit durchschnittlich 46,4 dt/ha über alle Standorte hinweg der höchste Kornertrag erzielt. Auf den Lehmböden Nordwest und in den Höhenlagen Mitte/West lagen die durchschnittlichen Erträge mit 41,8 dt/ha beziehungsweise 42,1 dt/ha auf einem ähnlichen Niveau und damit deutlich unter den Ergebnissen des Vorjahres. Auf den Sandböden Nordwest konnten mit durchschnittlich 39,3 dt/ha höhere Erträge erzielt werden als im Jahr 2025. Neben dem Kornertrag ist im Winterraps die Marktleistung ein wichtiges Kriterium für die Sortenwahl. Sie ergibt sich aus dem Kornertrag und dem Ölgehalt einer Sorte an einem Standort, multipliziert mit dem aktuellen Marktpreis.




