Nach der Getreideernte auf Ackerland und nach der letzten Nutzung auf Grünland bietet sich auf vielen Flächen ein günstiges Zeitfenster für die Kalkung. Was Sie für eine erfolgreiche Durchführung der Kalkung beachten sollten, finden Sie hier als Antworten auf häufige gestellte Fragen.
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pH-Wert – warum ist er eine so wichtige Stellschraube?
Wenn bei steigenden Düngerpreisen die Notwendigkeit der Grundnährstoffdüngung hinterfragt wird (mehr dazu im Artikel Grundnährstoffe wirtschaftlich einsetzen: Effizienz schlägt Verzicht), gewinnt der pH-Wert noch mehr an Bedeutung. Kalk beeinflusst nicht nur Bodenstruktur und biologische Aktivität, sondern auch die Verfügbarkeit aller Pflanzennährstoffe. Phosphor, Kalium, Magnesium und Spurennährstoffe befinden sich entsprechend der Bodenanalyse zwar im Boden, die Pflanze kann aber nur auf den Teil zugreifen, der tatsächlich pflanzenverfügbar ist. Der pH-Wert entscheidet wesentlich darüber, wie groß dieser Anteil ist. Ist der pH-Wert zu niedrig oder zu hoch, werden Nährstoffe festgelegt oder ihre Aufnahme durch die Wurzeln erschwert. Die Folge: Trotz ausreichender Gehalte im Boden kann die Pflanze Mängel aufweisen und ihr Ertragspotenzial nicht voll ausschöpfen. Deshalb ist die Grundnährstoffversorgung immer gemeinsam mit dem pH-Wert zu bewerten. Selbst hohe Phosphorgehalte können ihre Wirkung verlieren, wenn der pH-Wert nicht stimmt. Umgekehrt verbessert ein optimaler pH-Wert die Effizienz der eingesetzten Düngemittel erheblich. Gerade in Zeiten hoher Betriebsmittelpreise ist die Kalkung eine der wirtschaftlichsten Maßnahmen, weil sie gleichzeitig die Effizienz aller anderen Düngemaßnahmen erhöht.
Die Ergebnisse der letzten Bodenzustandserhebung des Thünen-Instituts zeigen, dass 40 % aller Ackerflächen in Deutschland nicht im optimalen pH-Bereich liegen und bei weiteren 30 % eine Erhaltungskalkung erforderlich ist. Auf den meisten Betrieben besteht deshalb Handlungsbedarf bei der Kalkversorgung.
Was sagt der pH-Wert aus?
Kann man den pH-Wert auch mit einer Schnellmethode bestimmen?
Eine orientierende Bestimmung des pH-Werts vor Ort ist sehr sinnvoll. Damit kann man insbesondere bei vermutetem starken Abweichen des pH-Werts vom optimalen Bereich schnell einen Hinweis erhalten, ob weitergehende Maßnahmen sinnvoll sind. Wir empfehlen hier die Bestimmung mit dem Hellige pH-Meter, das für ca. 50 € online erhältlich ist (Bild). Die Bestimmung ersetzt jedoch nicht die Probenahme und Untersuchung im Labor, da sie für eine exakte Bestimmung nicht hinreichend genau ist und anders als im Labor keine passende Kalkempfehlung daraus abgeleitet werden kann.
Was bedeuten die pH-Gehaltsklassen?
Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Kalkung sind akkurat genommene Bodenproben und aktuelle Bodenuntersuchungen.
In der Bodenuntersuchung wird der pH-Wert in einer verdünnten Calciumchlorid-Lösung gemessen. Diese Salzlösung schafft vergleichbare Messbedingungen und vermindert Einflüsse wechselnder Salzgehalte der Bodenlösung. Zugleich werden Teile der austauschbaren Säure erfasst. Der so ermittelte pH-Wert ist daher für die Bewertung des Kalkzustandes besser geeignet als eine Messung in reinem Wasser, bei der diese Faktoren nicht berücksichtigt werden.
Aus Bodenart, Humusgehalt und pH-Wert wird anschließend die pH-Gehaltsklasse und daraus die Kalkempfehlung abgeleitet. Die Gehaltsklassen und Kalkempfehlungen basieren auf langjährigen Feldversuchen der LWK Niedersachsen.

Muss ich neben dem pH-Wert auch Calcium untersuchen lassen?
Für die Ermittlung des Kalkbedarfs ist eine gesonderte Calciumuntersuchung nicht erforderlich. In der Regel ist bei ausreichender Kalkversorgung (Gehaltsklasse C) genügend Calcium vorhanden, um die Strukturstabilität auf Böden mit höheren Tongehalten zu gewährleisten und die Pflanzen auf allen Böden ausreichend zu ernähren. Die Korrelation zwischen pH-Wert und Calciumversorgung ist sehr hoch. Die Bestimmung der Kationenbelegung am Austauscher kann in Ausnahmefällen gerade auf schwereren Böden sinnvoll sein, wenn zwar der Ziel-pH-Wert erreicht, gleichzeitig jedoch die Bodenstruktur nicht zufriedenstellend ist – der Boden zum Beispiel schmiert – und die Magnesiumgehalte gemäß Bodenuntersuchung sehr hoch liegen (Gehaltsklasse E).
Kann eine Calciumdüngung die Kalkung ersetzen?
Die neutralisierende Wirkung der Kalkung auf die Bodensäuren kommt immer aus dem Begleit-Ion:
z. B. CaCO3 + 2H+ --> Ca2+ + H2CO3
In diesem Beispiel ist es das Carbonat (CO3), welches die H+-Ionen bindet, und nicht das Calcium. Das Begleit-Ion ist nicht immer Carbonat, es kann auch ein Oxid, Hydroxid oder Silikat sein. Das Calcium kann sich dann an vorher vom H+-Ion besetzte Bindungsplätze legen und seine strukturgebende Wirkung entfalten. Die reine Zufuhr von Ca2+, beispielsweise in Gärresten, erhöht den pH-Wert also nicht. Ähnlich ist es beim Gips (CaSO4): Im Gegensatz zu Kalk enthält Gips keine neutralisierenden Bestandteile wie Carbonat, Oxid oder Hydroxid. Er erhöht daher den pH-Wert nicht und kann eine erforderliche Kalkung nicht ersetzen. Die Nährstoffe Calcium und Schwefel liefert er dennoch.
Wie berechne ich den Kalk-Düngebedarf aus der Laborempfehlung?
Die benötigte Menge an Kalk für die kommenden drei Jahre erhalten Sie als Kalk-Düngeempfehlung mit dem Prüfbericht der Bodenuntersuchung. Diese wird in Form von Calciumoxid (CaO) angegeben. Die Düngeempfehlung bezieht sich deshalb auf Calciumoxid, weil dieses als einheitliche Bezugsbasis definiert wurde, um Kalke unterschiedlicher Herkunft in ihrer Neutralisationswirkung miteinander vergleichen zu können. Kein Düngekalk besteht jedoch aus reinem Calciumoxid: Weist die Düngeempfehlung zum Beispiel 10 dt/ha CaO aus, heißt das nicht, dass Sie 10 dt/ha Kalk streuen sollten. Daher müssen Sie die Düngeempfehlung in dt/ha CaO erst noch in die erforderliche Menge des von Ihnen ausgewählten Kalks umrechnen. Das geht über den Neutralisationswert oder CaO-Äquivalent. Dieser bezeichnet den Gesamtgehalt des Kalkes an basisch wirksamen Bestandteilen umgerechnet in reines Calciumoxid. Er beträgt zum Beispiel für kohlensaure Kalke zwischen 42 und 57 %.
Beispiel:
- Empfehlung: 10 dt/ha CaO
- Produktdeklaration: 52 % basisch wirksame Bestandteile, bewertet als CaO-Äquivalent (Neutralisationswert)
- Produktmenge: 10 ÷ 0,52 = 19,2 dt/ha Kalk
Soll ich die gesamte Kalkmenge auf einmal ausbringen?
Diese Frage stellt sich vor allem dann, wenn nach langer unterlassener Kalkung die Kalk-Düngeempfehlung hoch oder sehr hoch ist und eine Auf- oder Gesundungskalkung erforderlich ist. Die Antwort lautet meistens: Nein. Überschreitet die empfohlene Gesamtmenge die in der Tabelle genannte Höchstgabe, sollte sie auf mehrere Anwendungen verteilt werden.
Bei einer Aufkalkung sollte der Kalk möglichst gleichmäßig in die zu behandelnde Bodenschicht eingemischt werden. Ein ausschließliches Unterpflügen ohne vorherige Durchmischung kann zu einer ausgeprägten pH-Schichtung führen.
Wie kalke ich bei flacher Bodenbearbeitung oder Direktsaat?
Arbeiten Sie ausschließlich flach mischend oder verzichten Sie auf jegliche Bodenbearbeitung wie bei der Direktsaat, muss der pH-Wert vor Umstellung auf das neue System ins Optimum gebracht werden.
Berücksichtigen Sie im Direktsaatsystem Folgendes bezüglich der Probenahmetiefe:
Haben Sie Ihre Bearbeitungstiefe nach Umstellung vom Pflug auf nicht wendende Bodenbearbeitung reduziert, dann ist es aus zwei Gründen sinnvoll, dennoch bis zur ehemaligen Pflugtiefe zu beproben:
- Häufig ist der untere Krumenbereich intensiv durchwurzelt.
- Bei nicht wendender und nicht mischender Bodenbearbeitung kommt es mit der Zeit vor, dass sich innerhalb der früheren Krume die Nährstoffgehalte von oben nach unten abreichern, der pH-Wert hingegen von oben nach unten zunimmt. Eine flache Beprobung würde die tatsächliche Nährstoffversorgung nicht wiedergeben.
Die Tiefenverlagerung von Nährstoffen ist eine der größeren Herausforderungen in Direktsaatsystemen. Im bereits etablierten System sind regelmäßige (jährliche), kleinere Oberflächengaben wichtig. Ihre Wirkung konzentriert sich zunächst auf den obersten Bodenbereich und geht langsam in die Tiefe. Das ist sinnvoll, weil der Boden von oben ausgehend nach unten hin versauert. Hohe Schwefelgaben und die Anwendung ammoniumhaltiger Düngemittel forcieren die Versauerung. Je feinkrümeliger und porenreicher die Krume ist, desto besser gelangt der Kalk in die Tiefe.
Kann ich Kalk in die Gülle einbringen?
Mit kohlensaurem Kalk ist das möglich – dieser erhöht nach unseren Versuchen den pH-Wert der Gülle (der häufig ohnehin schon bei 7 liegt) und damit das Potential für Ammoniak-Ausgasung kaum. 30 bis höchstens 50 kg kohlensaurer Kalk können je m³ Gülle eingebracht werden – sorgfältiges Einmischen vorausgesetzt.
Kann ich Gülle auf gekalkten Boden ausbringen?
Innerhalb von 20–30 Minuten nach der Ausbringung – wenn die Gülle den Boden berührt hat und noch nicht versickert ist – steigt deren pH-Wert von ca. 7,0 auf ca. 8,5 an, weil CO2 und flüchtige Säuren ausgasen. Deshalb sind die Ammoniakverluste direkt nach der Ausbringung am höchsten und nur durch sofortige Einarbeitung zu vermeiden. Deshalb ist es wichtig, die Gülle oder den Gärrest unabhängig von der Kalkung unmittelbar mit einem Güllegrubber, per Injektion oder Strip-Till einzuarbeiten. Nach intensivem Bodenkontakt entstehen nur noch minimale Verluste.
Grundsätzlich ist eine getrennte Einarbeitung von Kalk und Wirtschaftsdüngern am zweckmäßigsten, da sinnvolle Einarbeitungstiefen bei Kalk und organischer Düngung unterschiedlich sind: Gerade bei höheren Gaben sollte der Kalk sorgfältig in den Boden eingemischt und daher tiefer eingearbeitet werden (10–20 cm). Organische Dünger hingegen sollten flacher, aber ebenfalls gut mischend ausgebracht werden, um die Nährstoffe der nachfolgenden Kultur (im Herbst Zwischenfrüchte, Winterraps oder eine Gras-Neuansaat) wurzelnah zur Verfügung zu stellen.
Welche Besonderheiten gibt es hinsichtlich der pH-Ansprüche einzelner Kulturen?
Die optimalen pH-Werte für unterschiedliche Bodenarten werden aus Feldversuchen mit für den Standort geeigneten Kulturen abgeleitet, indem die Reaktion der Pflanzen auf das pH-Spektrum getestet wird. Daher passen die Ziel-pH-Werte (siehe Tabelle) in der Regel für alle Kulturen.
Die Kulturpflanzen reagieren jedoch unterschiedlich auf deutliche Abweichungen vom Ziel-pH-Wert des Bodens. So ist der Roggen über einen weiten pH-Bereich eher unempfindlich. Mais und Zuckerrüben reagieren vor allem bei zu niedrigem pH-Wert und Gerste sowohl bei zu niedrigem als auch zu hohem pH-Wert mit Ertragseinbußen. Deshalb ist es sinnvoll, dass Sie den pH-Wert des Bodens nach den Empfehlungen einstellen.
Höhere pH-Werte über 5,4 begünstigen den Erreger des Kartoffelschorfes (Streptomyces scabies). Das standortgerechte pH-Optimum sollte jedoch auch bei Kartoffeln nicht dauerhaft unterschritten werden. Es ist eher sinnvoll, auf schorfgefährdeten Kartoffelflächen größere Kalkgaben in einem zeitlichen Abstand von mindestens einem Jahr zur Kartoffelkultur zu applizieren und resistente Sorten anzubauen.
Ist eine Kalkung auf Grünland sinnvoll?
Ja! Auf Grünland gelten in Abhängigkeit von Bodenart und Humusgehalt zwar meist niedrigere Ziel-pH-Bereiche als auf Ackerland. Der Grund dafür ist die bessere Anpassungsfähigkeit der Grünlandnarben an unterschiedliche pH-Bereiche aufgrund des bei gleicher Bodenart höheren Humusgehalts. Der Futterwert einer Grünlandnarbe nimmt jedoch bis zum Erreichen des pH-Zielbereichs zu, wie Versuche gezeigt haben. Klee profitiert in besonderem Maße von einem standortgerechten pH-Wert, weil unter anderem die Stickstofffixierung bei zu niedrigen pH-Werten leidet.
Wann soll ich das Grünland kalken?
Eine Grünlandkalkung empfiehlt sich vor allem nach Abschluss der letzten Nutzungsmaßnahme im Herbst. Dafür ist ausreichend Tragfähigkeit erforderlich. Da der Kalk nicht eingearbeitet werden kann, wird er von den Winterniederschlägen in den Boden eingewaschen. Damit dies gelingt, sollten die Kalkgaben auch bei höherem Kalkbedarf nicht so hoch wie auf Ackerland gewählt und lieber aufgeteilt werden. Maximale Gaben von 10 dt/ha CaO (ca. 20 dt/ha kohlensaurer Kalk) auf Sand und schwach lehmigem Sand bzw. von 20 dt/ha CaO auf schwereren Böden sollten nicht überschritten werden (siehe Tabelle).
Den pH-Wert sollten Sie bei Ackergras nach den Bedürfnissen der Ackernutzung ausrichten. Vor einem Ackergrasumbruch, auf den eine Ackerkultur folgt, sollte der pH-Zustand frühzeitig geprüft werden.
Welche Kalksorten gibt es, und welche sind empfehlenswert?
Versteckte Kalke
Haben Sie Hühnertrockenkot, Klärschlamm (auf Ackerland) oder Kompost eingesetzt, kann es sein, dass der pH-Wert des Bodens nicht nur nicht absinkt, sondern sogar steigt. Ursache dafür sind die Kalkmengen, die in diesen Düngemitteln enthalten sind. Setzen Sie diese Dünger auf Ihrem Betrieb ein, so bietet Ihnen die regelmäßige Untersuchung des pH-Wertes eine optimale Kontrolle, ob zusätzlich zum Einsatz dieser Dünger noch ein Kalkbedarf besteht. Vermeiden Sie Überkalkung.
Handelsübliche Kalke
Alle gehandelten Kalke unterliegen dem Düngemittelrecht. Sowohl die Inhaltsstoffe als auch die Qualitätsmerkmale – die Nährstoffformen, die Mindestgehalte an CaO, die Reaktivität und der Vermahlungsgrad – sind dort aufgeführt und müssen erfüllt werden. Folgende Kalkformen stehen zur Auswahl:
-
Kohlensaure Kalke
Kohlensaure Kalke aus der Vermahlung von Kalkgestein wirken langsam und nachhaltig. Sie müssen nach der Düngemittelverordnung eine Mahlfeinheit von 97 % kleiner 3,15 mm und von 70 % kleiner 1 mm aufweisen. Die Reaktivität muss 30 %, bei MgCO3-Gehalten über 25 % mindestens 10 % betragen. Sie eignen sich für alle Böden, insbesondere dann, wenn sie zur Erhaltungskalkung eingesetzt werden. Zur Gesundungs- oder Aufkalkung von Böden mit pH-Werten in den Gehaltsklassen A und B sollten Sie Kalke mit einer hohen Reaktivität wie zum Beispiel Kreidekalke bevorzugen. Ist die Magnesiumversorgung des Bodens niedrig, stellen kohlensaure Magnesiumkalke in der Regel die günstigste Möglichkeit dar, um das Depot im Boden wieder aufzufüllen.
Häufig wird der Kalkgehalt nicht in CaO, sondern in CaCO3 (Calciumcarbonat) angegeben. Enthält der Kalk auch Magnesium, das ebenfalls neutralisierend wirkt, wird dessen Gehalt als MgCO3 (Magnesiumcarbonat) angegeben. Um zu den CaO-Äquivalenten beziehungsweise zum Neutralisationswert zu gelangen, müssen die jeweiligen Carbonatgehalte nach den folgenden Formeln umgerechnet und dann addiert werden:
Neutralisationswert (CaO-Äquivalent)-
von Calciumcarbonat: CaCO3 x 0,56
-
von Magnesiumcarbonat: MgCO3 x 0,66
-
Kohlensaure Kalke eignen sich in granulierter Form für eine Kopfkalkung im Frühjahr.
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Hütten- und Konverterkalke
Diese wirken ähnlich wie Kohlensaure Kalke langsam und nachhaltig. Sie entstehen aus der Vermahlung von Hochofenschlacken und werden meistens erdfeucht („feucht-körnig“) angeboten, was die Staubentwicklung bei der Ausbringung reduziert. Aufgrund ihrer Herkunft enthalten sie Mikronährstoffe wie Mangan, Kupfer, Zink und Bor. Der Kalk liegt nicht in Carbonat-, sondern in Silikatform vor, enthält also Silicium. -
Branntkalk
Branntkalk reagiert rasch und unter starker Wärmeentwicklung mit Bodenfeuchtigkeit zu Calciumhydroxid. Dadurch setzt seine Neutralisations- und Strukturwirkung schneller ein als bei kohlensaurem Kalk. Der hohe Gehalt an CaO (65-95%) senkt die Ausbringkosten. Er eignet sich aber aufgrund des erforderlichen hohen Puffervermögens nur für mittlere und schwere Böden, wenn es darum geht, eine schnelle Wirkung zu erzielen. Auch den Branntkalk gibt es mit Magnesium. Aufgrund der hohen Energiekosten bei der Herstellung spielt er nur noch in Nischen eine Rolle. -
Rückstandkalke
Rückstandkalke sind Kalke, die bei industriellen Reinigungs- und Verarbeitungsprozessen genutzt werden. Grundlage sind häufig kohlensaure Kalke. Im Vergleich zu diesen sind sie häufig mit fremden Stoffen angereichert, die sowohl nützlich sein können (z. B. Schwefel, Mikronährstoffe) als auch weniger nützlich (z. B. Schwermetalle). Manchmal sind sie auch in ihrer Kalkwirkung verändert. Rechtlich verkehrsfähige Rückstandskalke können geeignete Kalkdünger sein. Vor dem Einsatz sind jedoch Neutralisationswert, Reaktivität, Feuchte, Streufähigkeit, Nährstoffgehalte und mögliche Schadstoffgehalte produktbezogen zu prüfen. Verlangen Sie vom Abgeber stets einen Untersuchungsbericht mit sämtlichen nach der Düngemittelverordnung geforderten Untersuchungskriterien (Deklaration). Eierschalenkalke werden häufig mit Branntkalk versetzt, um die biologischen Umsetzungen durch Eireste zu unterbinden. Deshalb haben diese Kalke einen sehr leicht löslichen und einen schwer löslichen Kalkanteil. Keinesfalls sollten Sie beim Einsatz dieser Kalke deshalb mehr ausbringen, als der Empfehlung entspricht, da sich der Kalk aus den Eierschalen früher oder später doch löst und Sie sonst einen zu hohen pH-Wert riskieren.
Regional haben besonders Carbokalke eine große Bedeutung. Diese Rückstandskalke aus der Zuckerherstellung enthalten neben der schnellen CaCO3-Wirkung auch weitere wertvolle Nährtsoffe und organische Bestandteile.
Sie merken: Kalkung ist Chemie und die kann manchmal kompliziert sein. Noch komplizierter wird es aber, wenn Sie sich mit dem Thema nicht beschäftigen. Bodenstruktur, Nährstoffverfügbarkeit und Bodenbiologie leiden und ziehen die Ertragsfähigkeit Ihrer Standorte herunter. Wie bei vielen Dingen gilt, dass "erledigt" im ersten Schritt wichtiger ist als "perfekt": falls Sie es also lange nicht getan haben, beschäftigen Sie sich doch einmal wieder mit den pH-Werten Ihrer Standorte und der Kalkung. Haben Sie weitere Fragen dazu? Kontaktieren Sie uns gerne!












